Für und wider die Europa League

Für die ernüchterten Young Boys geht es nach der Niederlage in Moskau im Schwesterwettbewerb weiter.

Von den Offensivspielern wie Jean-Pierre Nsamé (rechts) sind in den nächsten Partien wieder Tore gefordert, will YB in der Liga vorne dranbleiben.

Von den Offensivspielern wie Jean-Pierre Nsamé (rechts) sind in den nächsten Partien wieder Tore gefordert, will YB in der Liga vorne dranbleiben. Bild: Thomas Hodel/Keystone

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Sie brauchten einen Moment, bis sie sich gefasst hatten, die Young Boys. So klar geschlagen, weggespült im Moskauer Regen, chancen- und, schon wieder, torlos. Und am Ende halt auch diskussionslos. «Ja, wir waren heute nicht auf Augenhöhe», räumte Verteidiger Loris Benito ein, noch am gleichen Abend, an dem der Traum von der Champions League für YB mit dem 0:2 bei ZSKA Moskau geplatzt war.

YB hat in Moskau eine grosse Chance vergeben, das ist unbestritten. Aber die Königsklasse wird in den nächsten Jahren ein Thema bleiben für die Berner. Auch vor diesem Hintergrund ist es die Meisterschaft, die zählt. Wenn man betrachtet, mit welchem Aufwand die sich aufopfernden Young Boys beim Anlauf auf die Sternenliga mal wieder gescheitert sind, und gleichzeitig bedenkt, dass Meister Basel schon weitergekommen ist, bevor die Mannschaft diese Saison international überhaupt einen Schuh geschnürt hat.

Chance auf grosses Los ist noch da

«Man muss realistisch sein», sagte YB-Coach Adi Hütter tags darauf vor der Abreise nach Bern, «der Traum war natürlich da bei uns, aber verdient hätten wir uns so die Teilnahme keineswegs». Der Österreicher wirkt gefasst, zu deutlich war möglicherweise im Rückspiel die Differenz, zu leichtgewichtig war sein Team aufgetreten. «Der Plan war schon, von Beginn weg für Druck zu sorgen. Nur hat das ZSKA noch viel besser gemacht.» Und Sportchef Christoph Spycher analysierte schon kurz nach Spielschluss nüchtern: «Wir wussten, dass wir an unsere Leistungsgrenze gehen müssen. Das ist uns im Hinspiel geglückt, im Rückspiel aber nicht.»

Für YB also geht es in der Europa League weiter. Die kleine Schwester der Champions League fristet im Schatten des aufgeblasenen Riesenwettbewerbs ja oft ein Schattendasein. Teams wie Viktoria Pilsen werden da im höchsten Lostopf geführt, aus Topf 3 könnte Astana dazustossen – ein Gegner, mit dem YB im Europacup schon Erfahrung gemacht hat und der kaum mehr als 10 000 Zuschauer ins Stade de Suisse locken würde. Mit ein wenig Pech ist das heute, wenn um 13 Uhr in Monaco die Gruppen gezogen werden, das Los für YB, das mit seinem Koeffizienten von knapp 29 von Topf 2 aus ins Rennen steigt. Mit ein bisschen Glück liegt aber auch eine durchwegs attraktive Gruppe drin. Aus dem Top-Feld der Europa League könnte YB es mit Arsenal oder Milan, mit Lazio oder Lyon zu tun bekommen und so doch noch in die grösseren Fussball-Städte Europas reisen. Dazu könnte aus Topf 3 noch Köln oder Hoffenheim stossen und schon hätte diese Gruppe jenen Hauch von Champions League, der mit dem Einzug in die Playoffs in diesem Sommer auch durch Bern wehte.

Zum Abschluss dieser ersten Saisontranche geht es für YB am Sonntag nach St. Gallen. Mit der Partie in der Ostschweiz weist sich auch ein wenig, ob dieser Start für die Young Boys nun ein guter oder nur ein ansprechender war. Die Hemmungen in der Offensive konnten die Angreifer auch in Moskau nicht ablegen, YB hat mittlerweile seit drei Partien kein Tor mehr erzielt. Gegen St. Gallen wäre es an der Zeit, die Tormisere zu beenden. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.08.2017, 08:26 Uhr

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