Für Raúl Bobadilla ist die Rückkehr kein Rückschritt

Der neue YB-Stürmer hegt keinen Gram gegen seinen ehemaligen Trainer Lucien Favre und will in Bern wieder zum Goalgetter werden.

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An das letzte Spiel mit Borussia Mönchengladbach erinnere er sich nicht mehr, meinte Raúl Bobadilla. Aber vielleicht war der neu verpflichtete Stürmer der Young Boys bei seinem ersten Pressetermin im Stade de Suisse gestern Nachmittag schlicht zu müde und hatte keine Lust, an die Vergangenheit zu denken. Denn so weit zurück liegt sein letzter Teileinsatz für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre gar nicht. Am 17. Spieltag der Bundesliga wurde der 24-jährige Argentinier am 18. Dezember vergangenen Jahres beim 1:0-Sieg von Gladbach gegen Mainz in der 83. Minute eingewechselt.

Sein letztes Tor hatte er am 19. August 2011 erzielt, mit einem Kopfball gegen den Schweizer Nationalgoalie Diego Benaglio beim 4:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Er sei fit, habe immer mit der Mannschaft trainiert, und mit Trainer Favre gebe es keine Probleme. Die Mannschaftsaufstellung sei schliesslich Sache des Trainers, so Bobadilla, aber Favre habe ihn immer respektiert, und er respektiere den Trainer. «Todo perfecto», sagte der Argentinier, der sich auf Deutsch verständigen kann, es aber es vorzieht, in seiner Muttersprache zu parlieren.

Erster Anruf von Christian Gross

Gefreut hat er sich, als Christian Gross als Erster von den Young Boys bei ihm angerufen habe, «ich war gar etwas überrascht». Und auf die Frage, weshalb er sich für Bern und gegen Luzern entschieden habe, meinte Bobadilla: «Mir hat gefallen, wie der Klub sich um mich bemüht, um mich gekämpft hat. Und ich kämpfe nun für diesen Klub, der mich wollte.» Bei YB unterschrieb er einen Vertrag bis Sommer 2014, mit Option für eine weitere Saison.

Im Sommer 2009 war der junge Bobadilla von den Grasshoppers mit der Empfehlung von 26 Toren ausgezogen, um die deutsche Bundesliga zu erobern. Jetzt kehrt er in die Schweizer Liga zurück. Die Entscheidung für diesen Schritt sei nicht einfach gewesen, aber das bereite ihm auch in mentaler Hinsicht überhaupt keine Probleme. «YB ist ein Klub, der in Europa einen Namen hat.» Fortan trägt er die Nummer 9, die Marco Schneuwly nach seinem Wechsel zu Thun in der YB-Kabine zurückgelassen hat.

Small Talk beim ersten Medientermin bei einem neuen Verein gehört heute zum Fussballbusiness, und was hätte Bobadilla denn schon anderes erzählen sollen? Für ihn gilt nun, so schnell wie möglich Anschluss und Bindung in der YB-Mannschaft zu finden. Die Vorbereitung mit dem Trainingslager in Spanien hat er als einziger der fünf Neuzuzüge nicht mitgemacht, dennoch ist die Erwartungshaltung bei YB und auch im Umfeld hoch. Und in sieben Tagen steht gegen Servette bereits das erste Meisterschaftsspiel in diesem Jahr an.

Mardassi verhandelt in Ägypten

Entspannt wandelte YB-CEO Ilja Kaenzig durch die Tribünengänge. Mit Bobadillas Vertragswerk ist alles klar, der gesuchte Stürmer ist da. Doch es harrt weiterer Papierkram der Erledigung. Der türkische Verein Manisaspor hat wie erwartet Einspruch gegen den Wechsel von Josh Simpson eingelegt, die Spielberechtigung des kanadischen Mittelfeldspielers liegt für die Berner zurzeit nicht vor. Die Uefa in Nyon befasst sich nun mit dem Fall, und Kaenzig erwartet, dass nach der üblichen Frist von fünf Tagen zumindest die provisorische Spielberechtigung für Simpson eintreffen wird.

Issam Mardassi ist nach Ägypten zu Verhandlungen abgeflogen, womöglich kommt der Tunesier nun doch noch kurz vor Transferschluss am 31. Januar von der YB-Lohnliste. Und bis Sonntag sollte auch klar sein, ob Scott Sutter bei den Blackburn Rovers einen Vertrag vorgelegt bekommt oder nicht.

Der Bund

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