«Forte weiss, wie er uns packen kann»

Captain Christoph Spycher erklärt den geglückten Saisonstart der Young Boys und die Wandlung der Mannschaft unter der neuen Führung.

YB-Captain Christoph Spycher (links) sieht trotz des guten Saisonstarts auch bei sich noch Steigerungspotenzial.

YB-Captain Christoph Spycher (links) sieht trotz des guten Saisonstarts auch bei sich noch Steigerungspotenzial.

(Bild: Keystone)

Abwehrchef Steve von Bergen ist der einzige der neu verpflichteten Spieler, der bei YB einen Stammplatz hat. Dennoch spielt die Mannschaft gegenüber der vergangenen Saison wie verwandelt. Haben Sie eine Erklärung?
Das ist eine vereinfachte Interpretation. Es hat sich natürlich viel verändert. Vergangene Saison fehlte ich sieben Monate wegen meiner Knieverletzung, und ich musste viel investieren, um wieder auf mein Leistungsniveau zu gelangen. Noch bin ich nicht da, wo ich sein möchte. Gonzalo Zárate spielte die vergangene Rückrunde angeschlagen oder fehlte wegen Verletzungen. Moreno Costanzo war nicht in der moralischen Verfassung, in der er sich nun befindet. Er hatte beim damaligen Trainerteam nicht das Vertrauen, das ihm nun Uli Forte entgegenbringt. Es sind viele Puzzleteilchen, die nun zusammenpassen.

Nach dem Sieg gegen den FCZ sagten Sie: «Wir sind leidensfähiger geworden.» Was bedeutet das?
Die Spiele der vergangenen Rückrunde glichen sich in einem Muster. Oft begannen wir gut, vergaben unsere ersten Torchancen und dann kam der Genickschlag durch ein Gegentor. Meistens fielen wir dann als Mannschaft um. Das ist nun anders. Beim 3:2 gegen Thun hat die Mannschaft nach dem 0:2 Dampf gemacht und das Spiel gekehrt. Letzte Saison hätten wir das Spiel wohl verloren. Und auch am letzten Sonntag auf dem Letzigrund beim 3:1 gegen den FCZ hatten wir nicht den besten Tag. Wir mussten leiden, und wir schafften es, den Sieg zu erarbeiten.

Ist Uli Forte ein Motivations- oder ein sogenannter Konzepttrainer?
Ein Trainer ohne Konzept, der nur über die Motivation arbeitet, hat auf die Dauer keinen Erfolg. Ein Trainer, der nur Wert auf die technischen und taktischen Aspekte legt, wird es auch schwer haben. Uli Forte hat ein Konzept, er weiss aber auch, wie er uns packen kann. Er hat dazu immer wieder neue Ideen.

Letzte Saison waren die enormen Leistungsschwankungen ein Dauerthema. Nach Gala-Vorstellungen in der Europa League folgte stets der Absturz in der Meisterschaft. Jetzt spielt YB nur in der Super League und im Cup. Ist das ein Vorteil?
Es gibt uns die Chance, während der Woche im Training vermehrt an Dingen zu arbeiten, die beim vergangenen Spiel nicht gut waren. Wir haben nun mehr Trainingseinheiten und längere Erholungszeit. Doch Europacupspiele sind wichtig für den Verein. Und sie sind auch wichtig für die Entwicklung junger Spieler. Zudem schweissen solche Spiele mit Reisen quer durch Europa die Mannschaft zusammen.

Der an Aarau ausgeliehene Alexander González erklärte, er habe es geschätzt, wie Sie sich um jüngere Spieler in Gesprächen kümmerten. Wie machen Sie das mit Yuya Kubo?
Ich sehe mich als weltoffenen Menschen. Aber mit Yuha zu kommunizieren, ist definitiv nicht einfach. Bei taktischen Dingen können wir uns mit Bildern und Tafeln behelfen. Yuha ist offen, unkompliziert. Der Verein unternimmt viel, damit Yuha spürt, dass man sich um sein Wohlergehen kümmert. Und wichtig ist, dass er möglichst schnell Deutsch lernt oder sein Englisch verbessert. Die japanische Sprache ist eine zu grosse Herausforderung für mich (lacht).

Welche Erinnerung haben Sie an das Brügglifeld?
Es ist eine Weile her, seit ich in diesem Stadion gespielt habe. Es war mit GC, ich denke im Jahr 2005. Die Spiele im Brügglifeld sind immer gleich, nämlich hart umkämpft. Wir müssen bereit sein. Aarau ist eine Stimmungsmannschaft, die vom Publikum getragen wird.

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