Eine Frage der Zeit bei Steve von Bergen

Für Steve von Bergen ist ab Sommer – wenn überhaupt – eine kleinere Rolle in der YB-Abwehr vorgesehen. Erwägt er deshalb den Abschied?

Wohin führt Steve von Bergens Weg? Der Vertrag des 35-Jährigen läuft im Sommer aus.

Wohin führt Steve von Bergens Weg? Der Vertrag des 35-Jährigen läuft im Sommer aus. Bild: Raphael Moser

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Als Steve von Bergen am Mittwochmittag die x-te Frage zu seiner Zukunft beantwortet hat, macht ihm YB-Medienchef Albert Staudenmann den Vorschlag, von Bergen könne ihn ja irgendeinmal beerben.

Der YB-Captain hatte sich in früheren Jahren bei Journalisten den Ruf des unangenehmen Gesprächspartners erarbeitet – gerade im Fall des Misserfolgs. Doch längst ist er bei Young Boys ein Sprachrohr, das souverän, unterhaltsam und auch durchaus witzig in Deutsch, Französisch und Italienisch Auskunft geben kann.

Aber nein, sagt von Bergen mit einem Schmunzeln zu Staudenmann, bei allem Respekt für dessen Arbeit, dass er dereinst als Pressechef arbeite, lasse sich mit grosser Wahrscheinlichkeit ausschliessen. Zumindest so weit ist der Familienvater, der im Juni 36-jährig wird, in seiner Zukunftsplanung.

Hat noch viel vor mit YB – zumindest in dieser Saison: Steve von Bergen. (Video: Sibylle Hartmann)

Vor zwei Wochen im Trainingslager in Belek meinte der Routinier, für ihn sei klar: «Sofern es möglich ist, würde ich bei YB gerne ein Jahr dranhängen.» Sportchef Christoph Spycher, sagte dazu, dass man sich nicht vom Jetzt leiten lassen dürfe. «Wir müssen herausfinden, ob wir auch nächste Saison in der grossen Mehrzahl der Spiele auf ihn zählen können.»

Spychers Gedankenspiele mit von Bergen

Mit der am Montag kommunizierten Verpflichtung Fabian Lustenbergers, der in der Bundesliga bei Hertha Berlin seit Jahren vorab in der Innenverteidigung zum Einsatz kommt, erweckte Spycher den Eindruck, schon eine Antwort gefunden zu haben.

Auf die Frage, ob der Zuzug Lustenbergers die Situation von Bergens beeinflusse, meint Spycher, er könne sich vorstellen, dass der Neuenburger bei YB weiterspiele. «Aber nicht in derselben Rolle, als Verteidiger Nummer 1.» Diese ist ab nächster Saison für Lustenberger vorgesehen.

Dass sich die Rangordnung in der YB-Abwehr, in der von Bergen seit bald sechs Jahren das Sagen hat, ab Sommer verändern wird, wird von Spychers Entscheid überstrahlt, den Vertrag bei YB zu verlängern. Dass von Bergens Fall für Unruhe sorgen, ja gar zu einem unschönen Abgang eines verdienstvollen Spielers führen könne, glaubt der Sportchef nicht. «Wir werden offen und ehrlich diskutieren», sagt der 40-Jährige und bekräftigt einmal mehr, wie gross sein Interesse sei, den Captain dereinst abseits des Platzes weiter zu beschäftigen.

Von Bergens Werben um seinen Freund Lustenberger

Es ist eine hübsche Wendung in dieser Geschichte, dass sich Lustenberger und von Bergen kennen, seit sie im Sommer 2007 aus der Schweiz nach Deutschland in die Bundesliga gewechselt sind. Das Dasein in einem neuen, fremden Umfeld schweisste zusammen, Lustenberger und von Bergen wurden zu Freunden.

Sie verloren sich auch nicht aus den Augen, als der Neuenburger 2010 nach Italien zu Cesena wechselte. Regelmässig verbrachten sie gemeinsame Familienferien. Und dabei habe er, sagt von Bergen, immer mal wieder versucht, Lustenberger die Rückkehr in die Schweiz zu YB schmackhaft zu machen. Nun ist es ihm gelungen.

Von Bergen und Lustenberger telefonierten in den letzten Wochen mehrmals. Der YB-Captain erzählt, wie er seinem Freund gesagt habe, dass der Wechsel zu YB die beste Option sei, weil er in Bern um Titel und vielleicht in der Champions League spielen könne. Gleichzeitig sei die Verpflichtung des erfahrenen Bundesligaspielers auch eine sehr gute Sache für YB. «Auch wenn sie Einfluss auf meine Zukunft haben könnte.»

Die Zukunft von Bergens – da ist sie wieder, diese Frage: Der Neuenburger meint, er habe grosse Lust weiterhin Fussball zu spielen, «wo, mit wem, gegen wen – das werden wir sehen».

Vielleicht doch mit seinem Freund Lustenberger bei YB? «Gerne», sagt von Bergen, bevor er sich verabschiedet, «aber ich würde auch gerne mit Nuzzolo zusammenspielen.» Raphaël Nuzzolo stürmt bei Xamax, dem Jugendclub von Bergens. (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.01.2019, 10:22 Uhr

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