Dosiert im Spiel, routiniert beim Jubel

Der FC Basel ist zum 18. Mal Schweizer Meister. Dem dominierenden Schweizer Team der letzten Jahre reicht ein 0:0 im Spitzenkampf gegen die Young Boys, um sich den sechsten Titel in Serie zu sichern.

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Es war angerichtet für eine weitere Basler Fete. Über 34'000 Zuschauer im Stadion, rote und blaue Luftballone überall, eine heitere, erwartungsvolle Stimmung im Kessel. Während der ersten Halbzeit zeigten die beiden besten Mannschaften des Landes eine temporeiche und von viel Athletik geprägte Auseinandersetzung, bei der es phasenweise auch ruppig zur Sache ging.

Uli Forte hatte angekündigt, er wolle mit seinen Young Boys alles daransetzen, um nicht den Meisterjubel der Basler erleben zu müssen. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr zeichnete sich ab: Keine Mannschaft war gewillt, von einem Konter des Gegners erwischt zu werden. Und da dem FCB ein Unentschieden zum sechsten Titel in Serie reichte, begnügte er sich damit, die Partie unter Kontrolle zu halten. «Wir versuchten zuzulegen, doch es kam nichts mehr», konstatierte der YB-Trainer hinterher, während aus der FCB-Kabine Gejohle aus heiseren Kehlen dröhnte. «Wir haben in diesem Jahr 30 Punkte geholt, aber zu Beginn der Saison, als wir viele verletzte Schlüsselspieler hatten, liessen wir zu viel liegen», meinte Forte. «Jetzt spielt bei uns eine andere Musik. Leider kommt nun bald die Sommerpause.»

«Glücklich und müde»

Unter den vielen Beobachtern auf der Tribüne befand sich auch Robin Dutt, Sportdirektor des VfB Stuttgarts. «Ja, ja, es ist die Jahreszeit, wo diese Fragen wieder kommen», lachte Renato Steffen auf eine entsprechende Bemerkung. Er konzentriere sich jetzt auf die letzten drei Saisonspiele bei YB. Aber klar sei auch, betonte Steffen: «Wenn Angebote kommen, werde ich sie genau anschauen. Man kann nicht immer warten und warten.»

Derweil arbeiteten die FCB-Spieler ihre Traktandenliste ab. Sie wurden flugs in die obligaten Meisterleibchen gesteckt; diesmal hatte man, warum auch immer, Schwarz als Farbe gewählt. Bier und Champagnerflaschen wurden gereicht, mit den Fans und insbesondere mit der «Muttenzer Kurve» wurde der Titel zelebriert. «Heute reichte uns ein dreckiges 0:0 zum Titel», sagte Fabian Frei. «Auch wenn wir nicht euphorisch gejubelt haben, hat das nichts mit Routine zu tun. Wir sind einfach glücklich und müde. Die Zuschauer haben sicher keinen super Match gesehen, aber sie sind zufrieden, dass wir wieder Schweizer Meister geworden sind.» Er freue sich jetzt auf eine geile Party. Auf die Frage, worauf er sich an dieser Party besonders freue, antwortete Frei: «Auf den Alkohol und auf viele Fans.» Für Marco Streller war es zum Karriereabschluss der 8. Meistertitel mit dem FCB, zudem hatte er auch noch einen mit dem VfB Stuttgart (2007) gewonnen. «Es war wichtig, heute vor unseren tollen Fans Meister zu werden», sagte der FCB-Captain.

Trainer Paulo Sousa dankte Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor ­Georg Heitz. «Sie haben den Mut gehabt, nach fünf Meistertiteln einen ausländischen Trainer zu verpflichten. Der sechste Titel ist nach einer solchen Serie der schwerste.»

Danach ging es ab zur Party auf dem Barfüsserplatz, zu einer weiteren langen FCB-Nacht.

Der Bund

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