Diesmal lässt sich YB nicht erwischen

Ein Penaltytor von Hoarau beschert YB den 1:0-Sieg beim FCZ. Die Nachspielzeit bringt diesmal keinen Frust.

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In geografischer Hinsicht ist die Super League nicht wirklich aufregend. Nicht weniger als viermal pro Saison haben die acht nicht aus Zürich stammenden ­Vereine im Letzigrund anzutreten. Für YB bedeutete das gleich zweimal innert Wochenfrist.

Vor sieben Tagen hatte Uli Forte mit ansehen müssen, wie seine Young Boys an gleicher Stätte gegen GC in den letzten 20 Minuten einen 2:0-Vorsprung vermasselten. Das Ausgleichstor zum 2:2 kassierten sie in der Nachspielzeit.

Kein Wunder, rutschten die YB-Verantwortlichen auf der Bank unruhig hin und her, als im Letzigrund die Nachspielzeit anbrach. Die Young Boys führten durch ein Penaltytor von Hoarau seit der 38. Minute mit 1:0, sie hatten die Partie gegen den FCZ mehr oder weniger im Griff, liessen nur wenig zu. Doch in der Schlussphase setzten die Zürcher alles auf eine Karte, stürmten nach vorne, schlugen einen Ball nach dem andern hoch vor das YB-Tor. «Wir bibberten ein bisschen, als die Nachspielzeit anbrach», bekannte Forte. «Aber diesmal machten wir es besser als vor einer Woche, diesmal haben wir die Bälle nicht einfach ins ‹Juhee› rausgehauen, sondern uns jeweils aus der Umklammerung lösen können.»

Und so kamen die Young Boys zum zweiten Auswärtssieg in diesem Jahr und zum siebten in dieser Saison. Platz 2 und der Vorstoss in die Champions-League-Qualifikation sind so gut wie sicher.

Elvedis fahrlässiges Foul

Die entscheidende Szene in dieser ereignisarmen Partie spielte sich in der 38. Minute ab. Bei einem Corner der Young Boys konzentrierten sich die FCZ-Spieler insbesondere auf Hoarau und Vilotic. Doch ausserhalb des Spielerpulks riss Elvedi den kleinen Steffen um. Schiedsrichter Schärer hatte freie Sicht, entschied auf Elfmeter. FCZ-Verteidger Nef sagte hinterher: «Wenn das Penalty ist, muss der Schiedsrichter bei jedem Spiel mehrere Elfmeter pfeifen.» Doch die TV-Aufnahmen zeigten es deutlich. Elvedi umklammerte Steffen, es war ein fahrlässiges Foulspiel. Klar auch, dass ­Steffen den Entscheid des Schiedsrichters super fand. «Ich wurde ganz klar am Leibchen zurückgerissen», sagte der Aargauer im YB-Dress, der nach seiner achten Verwarnung beim nächsten Heimspiel gegen St. Gallen gesperrt ist. Hoarau verwertete den Penalty sicher zu seinem 16. Meisterschaftstor.

Zarate war nach seinem Tor und ­seinem «Kunstschuss» an den Pfosten des leeren Tores gegen Aarau am letzten Mittwoch von Forte erneut in die Startformation nominiert worden, erst zum vierten Mal in dieser Saison. Doch dem Argentinier gelang in offensiver Hinsicht wenig, wie auch Hoarau, Steffen und Gerndt. Das lag aber nicht nur an der ­Offensivabteilung der Berner.

Das Spiel war insgesamt eine zähe ­Angelegenheit, mit vielen Zweikämpfen, zahlreichen Fehlpässen und Missverständnissen. Der FCZ musste auf neun Spieler verzichten. Dies erklärt zum ­einem Teil die Probleme der Zürcher, die sich gegen die Young Boys aufrieben und nur zu wenigen Möglichkeiten kamen. Einmal musste Mvogo gegen einen ­harten Schuss von Chikhaoui klären (31.), ein anderes Mal hatte der YB-Goalie Glück, als er ein Dribbling gegen Etoundi riskierte und fast den Ball verloren hätte.

So endete ein YB-Arbeitstag mit weiteren drei Punkten, die aufgrund der Tormöglichkeiten verdient sind. Mehr ist als Fazit aus Berner Sicht nicht herauszupressen, ausser der Tatsache, dass YB diese Saison nicht mehr im Letzigrund antreten muss.

Zürich - Young Boys 0:1 (0:1)
9169 Zuschauer. – SR Schärer. – Tor: 38. Hoarau (Foulpenalty) 0:1.
Zürich: Brecher; Elvedi, Nef, Kecojevic, Djimsiti; Schneuwly (79. Sadiku), Cédric Brunner (70. Sarr), Chiumiento, Rodriguez (61. Gavranovic); Etoundi, Chikhaoui.
Young Boys: Mvogo; Hadergjonaj, Vilotic, Von Bergen, Sutter; Bertone, Sanogo (71. Gajic); Steffen, Gerndt (86. Nuzzolo), Zarate (79. Lecjaks); Hoarau.
Bemerkungen: Zürich ohne Buff, Chermiti, Philippe Koch und Rikan (alle gesperrt), Alesevic, Raphael Koch, ­Kukeli, Schönbächler und Yapi (verletzt). YB ohne Seferi (verletzt). Verwarnungen: 37. Elvedi (Foul). 42. Hader­gjonaj (Foul). 57. Steffen (Foul, im nächsten Spiel ­gesperrt). 64. Cédric Brunner (Foul). 65. Sanogo (Foul). 94. Hoarau (Unsportlichkeit).

Der Bund

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