Der stille Nordländer, der die Löcher stopft

Sieben Spieler verpflichtete YB für die neue Saison, um endlich wieder einen Titel nach Bern zu holen. Erfahrung mit Meisterfeiern hat Michael Silberbauer.

Der neue Chef im YB-Mittelfeld: Michael Silberbauer. (Keystone)

Der neue Chef im YB-Mittelfeld: Michael Silberbauer. (Keystone)

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Grosse Worte sind seine Sache nicht, spektakuläre Akrobatik auf dem Rasen auch nicht. Doch Michael Silberbauer könnte der Spieler sein, der den Young Boys mit seiner Routine, seinem Stellungsspiel und seiner Zweikampfstärke im zentralen Mittelfeld zu mehr Stabilität verhilft, besonders dann, wenn die Mannschaft nicht in Ballbesitz ist. Die YB-Verantwortlichen jedenfalls sind davon überzeugt. Trainer Christian Gross bezeichnet den 19-fachen dänischen Nationalspieler, der vom FC Utrecht zu YB wechselte, als «eine Nummer 6 mit grosser Qualität und Persönlichkeit», für YB-Chef Ilja Kaenzig ist Silberbauer «ein Defensivorganisator, der auf dem Spielfeld nicht besonders auffällt. Aber wenn er fehlt, dann merkt man es.»

Der Nordländer, der am 7. Juli 30 Jahre alt geworden ist, sieht sich auch als Spieler, der zuerst an die Defensive denkt. «Das liegt in meiner Natur», sagt Silberbauer. «Doch das heisst nicht, dass ich nicht die Freiheit habe, auch in die Offensive zu gehen.»

Kaenzig: «Ein Glücksfall»

Mit Alexander Farnerud interpretierte er dieses Wechselspiel in den Vorbereitungsspielen. «Alex ist offensiver orientiert», sagt er zu seinem skandinavischen Nebenspieler, mit dem er sich sowohl auf Dänisch wie auf Schwedisch verständigen kann. Für Kaenzig ist Silberbauer der Mann, der die Löcher stopft. Und der YB-Chef gerät ins Schwärmen: «Am Uhrencup gegen Hertha und West Ham hat man gesehen, wie wertvoll Silberbauer für uns ist.»

Beim FC Utrecht erzielte Silberbauer in 90 Spielen 6 Tore, zuvor, beim FC Kopenhagen, schaffte er in den Jahren 2004 bis 2008 eine Quote von 19 Toren in 129 Spielen. Mit Kopenhagen wurde er dreimal Meister und einmal Cupsieger. Bei den Young Boys nun sieht er wieder diese Titelambitionen. Das war zuletzt beim FC Utrecht nicht der Fall gewesen, dem Klub fehlen die Mittel, um in Holland an der Spitze mitzuspielen.

Silberbauer nutzte seinen Status als ablösefreier Spieler, um in Bern einen gut dotierten Kontrakt auszuhandeln. Bei YB hat er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2015 unterschrieben. Kaenzig bezeichnet es als Glücksfall, einen Spieler von diesem Format verpflichten zu können. Sein Marktwert wird vom Onlineportal Transfermarkt.ch mit 3,3 Millionen Franken angegeben. «Das ist eine Spielerei», sagt der YB-Chef. Sowohl Silberbauer wie Farnerud gehören zu den Topverdienern bei YB. Kaenzig legt indes Wert auf die Feststellung, dass «beide das Lohngefüge nicht sprengen». Zahlen aber nennt er – wie üblich – nicht.

Silberbauer seinerseits spricht lieber von den Ambitionen, die man in Bern hege. «Jeder hier hat seinen Job zu erledigen, um den Young Boys wieder zu einem Titel zu verhelfen.» Und wenn er in der Schweiz gut spiele, werde er sicher für die dänische Nationalmannschaft nochmals interessant.

Mittlerweile hat er das Hotelzimmer verlassen und ist in ein Haus am Stadtrand gezogen. In Kürze wird auch seine Freundin nach Bern ziehen. Einsam habe er sich aber noch an keinem Tag gefühlt. «Das war gar nicht möglich», lacht er. «Die Mannschaft war während der Vorbereitungszeit fast permanent zusammen.» Immerhin hat er aber auch Zeit und Musse gefunden, sich in Bern etwas umzusehen. «Für mich ist es Erlebnis und Entspannung, alleine durch die Altstadt zu gehen.» Bei Utrecht war Silberbauer Captain und eine der ersten Optionen als Freistossschütze. Bei YB sah man Silberbauer in den Vorbereitungspartien noch nicht oft als Freistossschützen, als Penaltyschütze trat er indes schon in Aktion. Gegen Eintracht Frankfurt und Hertha Berlin traf er, den zweiten Strafstoss gegen die Hertha vermochte er aber nicht zu verwerten.

Auf die Frage, ob er am Samstag im Startspiel gegen den FC Basel designierter Elfmeterschütze sei, antwortet Silberbauer: «Wenn ich mich gut fühle, schiesse ich.» (Der Bund)

Erstellt: 15.07.2011, 07:26 Uhr

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