Der FCZ im Lotterieglück

Nach dem 5:4-Sieg im Penaltyschiessen gegen den FC Thun stehen die Zürcher zum neunten Mal im Cupfinal.

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David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Spät war es geworden im Letzigrund, 23.32 Uhr am Mittwochabend. Und die Lotterie musste darüber entscheiden, wer im Cupfinal den FC Basel fordert. Thun begann und begann denkbar schlecht: Christian Schneuwly traf den Pfosten. Buff, Lüthi, Chikhaoui, Zuffi, Sadiku, Marco Schneuwly, Teixeira und Schirinzi trafen in der Folge, ehe Pedro Henrique den FCZ-Sieg auf dem Fuss hatte. Er traf gekonnt, die Zürcher jubelten.

Erstmals seit 2005 bestreiten somit die Zürcher den Cupfinal, der am Ostermontag im Berner Stade de Suisse stattfindet – vor neun Jahren hatten sie den FC Luzern 3:1 bezwungen. Es ist die insgesamt neunte Finalteilnahme ihrer Vereinsgeschichte und macht das bittere Aus im Vorjahr in der Verlängerung gegen GC vergessen. Zum vierten Mal nach 1970, 72 und 73 werden sie im Endspiel auf Basel treffen. Ihre Bilanz gegen den Rivalen ist makellos.

Einen Halbfinal zwischen zwei Freunden, dies hatte sich für den gestrigen Abend im Letzigrund angekündigt – seit ihrer gemeinsamen Zeit beim Stadtclub stehen sich Urs Meier, der FCZ-Trainer, und Urs Fischer, der Thun-Chef, nahe. Und so standen sie da in ihren Zonen am Spielfeldrand: rechts Meier, links ­Fischer, der eine mit blauweissem, der andere mit rotweissem Schal. Die Beziehung zu seinem langjährigen Verein habe sich seit seiner Entlassung im März 2012 ­abgekühlt, hatte Fischer vor der Partie gesagt. Das sollte der Schal in Thuner Farben wohl zusätzlich signalisieren.

Respekt vor dem ersten Fehler

Und so einträchtig die Trainer miteinander können, so lieb gingen die beiden Mannschaften lange miteinander um. Die Zürcher versuchten, die Spielkontrolle zu erlangen und hatten erste Möglichkeiten, durch Gavranovic und Chikhaoui, vor allem ihn. Gut zu sehen war aber: Das letzte Risiko wollten die Zürcher, wenn überhaupt, so früh nicht eingehen. Und weil Thun als Gast zunächst noch vorsichtiger auftrat, war es für die 8575 Zuschauer eine Partie mit wenig Unterhaltungswert.

Der Respekt vor dem Fehler, dem ersten, dem vielleicht entscheidenden, er war beim FCZ auch in der zweiten Halbzeit zu spüren. Die Zürcher taten sich zudem schwer mit dem zähen Gast, Chancen waren rar. Einmal schlenzte Chik­haoui den Ball vorbei (54.) und wurde ein Schuss Schönbächlers gerade noch geblockt (67.). Und in der 70. Minute setzte der glücklose Chikhaoui den Ball wenige Zentimeter neben das Tor. Demgegenüber trat Gavranovic in der zweiten Halbzeit nicht mehr in Erscheinung. Schönbächler wiederum sah man noch, wie er Gelb für eine Schwalbe sah.

Die Thuner standen der Führung im fremden Stadion zwischenzeitlich näher – es brauchte dreimal Da Costa, um den Rückstand zu verhindern. Erst parierte er einen Kopfball von Siegfried (53), und dann liess er sich weder von Marco Schneuwly erwischen, noch von dessen Bruder Christian aus der Distanz bezwingen (62.). In der 84. Minute schliesslich vergab wiederum Marco Schneuwly den Matchball. Da er nicht traf, erlebte der Letzigrund seine Verlängerung zu ohnehin schon später Stunde.

Zürich - Thun 0:0 n.V. - FCZ 5:4-Sieger im Penaltyschiessen Letzigrund. - 8575 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Penaltyschiessen: Christian Schneuwly (Da Costa hält). Buff 1:0. Lüthi 1:1. Chikhaoui 2:1. Zuffi 2:2. Sadiku 3:2. Marco Schneuwly 3:3. Teixeira 4:3. Schirinzi 4:4. Pedro Henrique 5:4. Zürich: Da Costa; Teixeira, Kecojevic, Djimsiti; Buff; Schönbächler (91. Pedro Henrique), Chiumiento, Rikan (88. Etoundi), Benito; Gavranovic (109. Sadiku), Chikhaoui. Thun: Faivre; Lüthi, Reinmann, Sulmoni, Schirinzi; Siegfried, Zuffi; Nikci (113. Ferreira), Christian Schneuwly, Wittwer (80. Cassio); Marco Schneuwly. Bemerkungen: FCZ ohne Brunner, Chermiti, Philippe Koch, Kukeli, Nef (alle verletzt), Glarner, Kajevic (beide nicht im Aufgebot), Thun ohne Bättig, Hediger, Sadik, Sanogo (alle verletzt). Verwarnungen: 87. Schönbächler (Unsportlichkeit/Schwalbe), 94. Lüthi, 98. Cassio, 100. Marco Schneuwly, 116. Reinmann, 117. Pedro Henrique (alle Foul).

Tages-Anzeiger

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