Der FC Wil sieht gegen YB seine Chance

Die Berner hegen keine guten Cup-Erinnerungen und müssen am Sonntag (14.30, AFG-Arena, St. Gallen) zum Tabellendritten der Challenge League.

Claudio Holenstein (links), einer der torgefährlichen Wiler.

Claudio Holenstein (links), einer der torgefährlichen Wiler.

(Bild: Keystone)

Die Young Boys treffen diesen Sonntag in St. Gallen auf einen Gegner, der seit sechs Meisterschaftsspielen ungeschlagen ist. Die letzte Niederlage des FC Wil in der Challenge League datiert vom 6. Oktober beim 2:4 auf dem Brügglifeld gegen den FC Aarau. Der Tabellendritte der zweithöchsten Spielklasse überzeugte zuletzt mit dem 4:0 gegen Winterthur, wobei der Kameruner Landry Mouangue die ersten 3 Tore erzielte und somit nach 16 Partien bei 9 Toren steht.

Ohnehin zeigten die Ostschweizer in der ersten Saisonhälfte eine bemerkenswerte Vorstellung an Kampfkraft, spielerischen Vorzügen und Konstanz. Seit sechs Jahren arbeitet Axel Thoma als Sportchef beim FC Wil und seit Oktober 2010 auch als Trainer. Es ist ihm erneut gelungen, eine starke Equipe zusammenzubauen. Dabei musste er wieder, wie praktisch jedes Jahr, Schlüsselspieler ersetzen. Topskorer Dzengis Cavusevic wechselte zu St. Gallen, und im Laufe des Herbsts zog auch noch Adis Jahovic weg, er ging zum FC Zürich. Präsident Roger Bigger hat keine Bedenken, dass Thoma vom FC Zürich abgeworben werden könnte. «Thoma kann die aktuelle Situation gut einschätzen, er wird nicht zum FCZ wechseln.»

Mit 31 Gegentreffern stellen die Wiler die drittschlechteste Abwehr in der Challenge League, nur Locarno und Biel haben noch einen Treffer mehr kassiert. Das lag auch an den Torhütern, sowohl der 29-jährige Italiener Claudio Zotti, der als Nachfolger des nach Thun gezogenen Guillaume Faivre geholt wurde, wie auch der 21-jährige Timon Waldvogel vermochten nicht immer zu überzeugen. Zuletzt setzte Thoma auf Waldvogel.Wer gegen Wil bestehen will, muss die Duelle im Mittelfeld gewinnen, die zweikampfstarken und lauffreudigen Sandro Lombardi, Martin Steuble und Claudio Holenstein sind zudem torgefährlich. Das ist auch YB-Trainer Martin Rueda aufgefallen, der Wil beim 3:3 in Wohlen beobachtete. Und die letzte Cup-Erinnerung sollte für die YB-Spieler eine Warnung sein: Vor gut einem Jahr flogen sie am 27. November 2011 gegen Winterthur im Penaltyschiessen aus dem Wettbewerb.

In der Leere der AFG-Arena

Diese Saison trägt der FC Wil die Heimspiele in der AFG-Arena des FC St. Gallen aus, da das heimische Bergholz in den Sportpark Bergholz umgebaut wird, mit Fussball-Stadion, Eishalle, Hallenbad mit Wellnessbereich und Freibad. Fast 60 Millionen Franken kostet das gesamte Projekt, 11 Millionen das Fussball-Stadion, das dereinst 6000 Plätze aufweisen wird, davon 750 Sitzplätze. Bei Präsident Roger Bigger ist die Vorfreude spürbar, doch die Gegenwart beschert seinem Klub Probleme. Trotz Vorzugspreis kostet den FC Wil das Gastrecht in der 17 317 Plätze aufweisenden AFG-Arena diese Saison laut dem Präsidenten 280 000 Franken. Das ist ein beträchtlicher Kostenpunkt bei einem Gesamtbudget von 2,6 Millionen Franken. Der Zuschauerschnitt ist in der AFG-Arena von 2000 auf 1350 gesunken, ein Verlust zeichnet sich ab.

«Wir wären viel lieber für diese Saison ins Paul-Grüninger-Stadion des SC Brühl ausgewichen, das hätte uns deutlich weniger gekostet», sagt Bigger. Der SC Brühl wäre einverstanden gewesen, doch die zuständigen Stellen der Stadt St. Gallen hegten Sicherheitsbedenken. Auch wenn YB gegen Wil in der AFG-Arena kaum ein Hexenkessel erwarten wird, die Berner tun gut daran, sich gegen die Ostschweizer auf einen heissen Fight vorzubereiten. Das sieht auch Bigger so. Der Präsident des FC Wil prophezeit: «Das wird eine ganz enge Sache.»

Der Bund

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