Den Ernstfall erfolgreich geprobt

Die Schweiz gewann das Testspiel gegen Jamaika in Luzern verdient 1:0. Josip Drmic war der späte Siegtorschütze, aber auch für die Slapstik zuständig. Für Ottmar Hitzfeld war es ein gelungener Test: «Wir mussten lernen, geduldigt zu bleiben», sagte er.

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Im ersten Testspiel der unmittelbaren WM-Vorbereitung gewann die Schweizer Nationalmannschaft in Luzern gegen Jamaika 1:0. Die Schweizer wurden dabei vor allem für eine Leistungssteigerung in der letzten halben Stunde belohnt. In der 84. Minute wurde der nach der Halbzeitpause eingewechselte Josip Drmic von Blerim Dzemaili ideal lanciert, und der Bundesliga-Profi erzielte mit Coolness und etwas Glück das 1:0. «Eine riesige Erlösung», sagte Drmic hinterher.

Vor allem für ihn persönlich war es das. Denn in der 67. Minute hatte der frühere FCZ-Stürmer die bis dahin die grösste Chance für das Team von Ottmar Hitzfeld kläglich vergeben. Aus nur drei Metern schoss er nach einer Hereingabe von Reto Ziegler über das leere Tor. «Der muss einfach rein», sagte er ohne Umschweife. Der Fehlschuss war symptomatisch für den glücklosen Auftritt der Schweizer. Das Heimteam hatte klar mehr Spielanteile, doch die defensiv gut organisierten Jamaikaner liessen nur wenig Chancen zu.

Mehmedi und Ziegler angeschlagen

Bereits in der ersten Halbzeit verzeichneten die Schweizer in der ausverkauften Swissporarena deutlich mehr Ballbesitz, konnten diesen aber nicht ausnützen, da in der Offensive die zündenden Ideen fehlten. Die beiden Viererketten der Jamaikaner standen tief und gut machten den Schweizern das Leben schwer. Die beste Chance für das Heimteam ging in der 22. Minute von Admir Mehmedi aus, dessen Flanke von Adrian Mariappa auf das eigene Tor gelenkt wurde, doch sein Torhüter Andre Blake war zur Stelle.

Für Trainer Hitzfeld war – zwei Wochen vor dem WM-Beginn – ein gelungener Test. «Für mich war wichtig, dass wir kein Gegentor kriegten», sagte er. Und dass sich keiner verletzte. Jedoch musste Mehmedi mit einer Fussstauchung und auch Reto Ziegler angeschlagen ausgewechselt werden. Hitzfeld gab jedoch unmittelbar nach dem Spiel Entwarnung und sagte, dass dies keine gravierenden Fälle seien.

Heute Tuggen, am Dienstag Peru

Jamaika war als Gegner ausgesucht worden für dieses Testspiel, da ihr Spiel dem der Honduraner glich, gegen welche die Schweiz zum Abschluss der Gruppenphase antreten werden. «Wir waren gezwungen, den Widerstand von Jamaika zu brechen», sagte Hitzfeld, seine Spieler müssten lernen, geduldig zu sein. «Honduras ist ein bisschen wir Jamaika», fügte er an: «unberechenbar und zeitweise ungeordnet».

Nach einem inoffiziellen Testspiel heute Nachmittag gegen den Schwyzer Erstligist Tuggen wird die Schweiz am kommenden Dienstag wieder in Luzern gegen Peru testen. Diese Partie soll das Auftaktspiel am 15. Juni in Brasília gegen Ekuador simulieren. (wie/Si)

Erstellt: 30.05.2014, 19:56 Uhr

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