Das Scheitern hat zwei Seiten

Die Champions League ist für die Young Boys vom Tisch. Das muss nicht unbedingt schlecht sein.

Die Young Boys werden immerhin in der Europa League spielen.

Die Young Boys werden immerhin in der Europa League spielen. Bild: Thomas Hodel/Keystone

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Die Young Boys haben eine grosse Chance verpasst. Erst zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte konnten sie sich vor drei Wochen für die Playoffs der Champions League, für das Vorzimmer der Königsklasse qualifizieren. Und hatten Losglück: ZSKA Moskau mag in der Champions League Stammgast und in Russland ein Spitzenclub sein. Doch im Feld der Topteams mit Liverpool, Napoli oder dem FC Sevilla war der Armeeclub sportlich die niedrigste Hürde.

Das zeigte insofern auch das Hinspiel vor einer Woche, als YB mehr als nur mitzuhalten vermochte, das Spiel bestimmte – und wegen eines unfassbaren Eigentors von Verteidiger Kasim Nuhu trotzdem mit 0:1 verlor. Die Vorzeichen fürs Rückspiel standen also schlecht, eine Korrektur ist gestern an einem stürmischen Abend in der Moskauer WEB-Arena nicht mehr geglückt.

Das ist zunächst einmal eine grosse Enttäuschung für YB. Die erste Qualifikation für die Champions League in der Clubgeschichte wäre nicht nur von historischer Dimension gewesen, die Einnahmen von bis zu 25 Millionen Franken nicht nur ein höchst willkommener Zustupf. Die Duelle mit den Besten des Kontinents hätten die Young Boys auch sportlich weitergebracht. In der Europa League, wo YB nun gar in Lostopf 2 firmiert, darf man das zumindest anzweifeln.

Jede Medaille hat ja ihre Kehrseite. Und auch jeder Rückschlag kann eine Chance sein. Vielleicht wird man sich im nächsten Frühling an diesen Abend im August erinnern und sagen: Das Scheitern in der Königsklasse machte Kräfte frei für einen Titelgewinn. Es wird den Bernern bestimmt leichterfallen, sich auf das Pflichtprogramm in der Liga zu konzentrieren, wenn unter der Woche nicht Real Madrid, Paris-SG oder Barcelona für einen Hype sorgen. Und vor allem kommt es der Kaderplanung von Christoph Spycher womöglich entgegen, wenn die Spieler nicht von Scouts aus der ganzen Welt beäugt werden. Das Scheinwerferlicht ist jetzt halt fürs Erste etwas weniger grell. (Der Bund)

Erstellt: 24.08.2017, 06:53 Uhr

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