Chelsea folgt Mourinhos Worten

Mit dem 2:0 korrigierte Chelsea das 1:3 aus dem Hinspiel gegen PSG und ist im Halbfinal der Champions League.

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Ueli Kägi@ukaegi

Roman Abramowitsch startete gestern aus Position 2. Das ist für einen wie ihn ungewöhnlich. Er hat gemäss Forbes zwar ein Vermögen von rund 7,5 Milliarden Euro. Das genügt, um sich ein Heim in London, ein Château in Südfrankreich und eine 162 Meter lange Yacht zu leisten. Das genügt auch, um einen Fussballclub wie Chelseas zu alimentieren. Aber es genügt nicht, um finanziell mit der Qatar Investment Authority mitzuhalten.

Der katarische Staatsfond ist geschätzte 150 Milliarden Euro schwer. Er hat sich im Mai 2011 beim Fussballclub Paris St-Germain eingekauft. Seither konnte der Club fast 400 Millionen Euro für Transfers ausgeben. Er hat sich damit den französischen Meistertitel 2013 gekauft. Für die Champions League und den Sieg über Abramowitsch hat es aber nicht gereicht. Noch nicht, vermutlich.

Bis in die Schlussphase hatten die Franzosen gestern nur ein Tor zugelassen und damit ihr 3:1 aus dem Hinspiel verteidigt. Dann aber kam die 87. Minute: Azpilicueta schoss für Chelsea, Jallet konnte nur ablenken und der eingewechselte Ba stand bereit, um den Ball zum 2:0 über die Linie zu drücken.

Hazard ging, die Wende kam

Chelsea steht zum 7. Mal in den vergangenen 11 Jahren im Champions-League-Halbfinal. «Ich glaube daran und meine Spieler glauben daran», hatte Trainer José Mourinho am Tag vor dem Spiel noch gesagt. Und er gab dabei auch bekannt, wie er sein Team erwartet, wenn es sich daran macht, das Resultat aus dem Match in Paris zu korrigieren: «Mit einem Lächeln im Gesicht» sollten seine Spieler auf den Rasen treten.

Sie hatten dann kein Lächeln. Sie hätten dafür auch keinen Grund gehabt. Chelsea tat sich in den ersten Augenblicken schwer, das Spiel zu prägen. Das lag vor allem am Gegner, der überzeugend verteidigte, den Ball schnell laufen liess, dynamischer und mit mehr Finesse auftrat. Bald sah es für die Londoner noch schlechter aus, weil sie in der 18. Minute den verletzten Belgier Hazard, diesen vorzüglichen Offensivspieler, durch den Deutschen Nationalspieler Schürrle ersetzen mussten. Nur: Es kam für Chelsea damit nicht schlimmer, es wurde besser. Die Mannschaft fand plötzlich ihren Rhythmus und brachte die ohne den verletzten Stürmer Ibrahimovic angetretenen Franzosen aus der Ruhe. Lampards abgelenkten Freistoss konnte PSG-Goalie Sirigu mit einem starken Reflex noch abwehren (28.). Vier Minuten später führte Chelsea trotzdem. Schürrle war aus kurzer Distanz frei zum Schuss gekommen. Noch vor der Pause hätte Cahill Chelsea 2:0 in Führung bringen müssen, als er aus sieben Metern zum Abschluss kam. Wenigen Augenblicke nach der Halbzeit trafen Schürrle und Oscar mit ihren Schüssen innert Sekunden die Latte. In der 68. Minute war es wieder Schürrle, der davonzog und zum Abschluss, aber gegen den starken Italiener Sirigu nicht zum Tor kam.

Chelsea drohte die Zeit davon zu laufen. Chelsea hatte einmal auch Glück, als PSG-Angreifer Cavani bei einem Konter loszog und alleine vor Goalie Cech verzog (77.) Aber Chelsea tat auch, was Mourinho gesagt hatte. Es glaubte an den Sieg. Und belohnte sich dafür.

DerBund.ch/Newsnet

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