«C’est cool» und «step by step»

Hoarau freut sich über einen warmen Empfang: Nach zwei Monaten Verletzungspause kommt der YB-Stürmer gegen den FCZ zu einem viel umjubelten Kurzeinsatz.

Applaus, Applaus: Die Fans waren verzückt ob Hoaraus Kurzeinsatz.

Applaus, Applaus: Die Fans waren verzückt ob Hoaraus Kurzeinsatz.

(Bild: Keystone)

«C’est cool.» Im Leben eines Guillaume Hoarau scheint manchmal alles ziemlich locker und leichtfüssig, und so fällt der erste Kommentar nach dem 2:1-Sieg gegen Zürich und seinen ersten Einsatzminuten seit zwei Monaten halt genauso aus. Dass es für die grosse Stürmerfigur der Young Boys in den letzten acht Wochen mitunter alles andere als locker und leichtfüssig zuging, verschweigt der Franzose nicht. Nicht seine Hüftluxation aus der Vorsaison, sondern eine komplizierte Fussverletzung hat ihn lange ausser Gefecht gesetzt, und seit er vor eigenem Publikum Anfang September gegen Lugano (3:0) ausgewechselt wurde, hat der beste Torschütze vergangener YB-Spielzeiten viel Zeit mit sich alleine verbracht. «Es war ein hartes Stück Arbeit», erzählt Hoarau von den Wochen, in denen er auf sein Comeback hinarbeitete. Manchmal war er für Tage weg vom Team, war nie mit auf den Reisen. «Er ist wichtig für uns, egal, ob Bank oder Feld», sagte YB-Trainer Hütter noch am Freitag vor dem Spiel gegen den FCZ.

Und so geriet die Rückkehr des Fanlieblings am Sonntagabend zum triumphalen Akt. Es lief die 82. Minute, die Young Boys rannten Mal für Mal aufs Tor der Zürcher, die den Punkt in den Schlussminuten mit dem Experiment Wagenburg festzuhalten versuchten. Bereits als sich Hoarau an der Seitenlinie aufgewärmt hatte, war eine gewisse Unruhe auf den Rängen ausgebrochen, und jetzt, als er mit Nsame abklatschte und sich zu seinen Teamkollegen aufs Feld gesellte, schwoll das Raunen zum Tosen, die Spannung zur Begeisterung an. Der Lärmpegel wurde in dieser Partie einzig noch beim Siegtreffer von Assalé wenige Minuten später übertroffen – aber einen so warmen Empfang hat nach einer Verletzungspause noch nicht mancher Spieler bei YB erlebt. «Das war ein wunderschönes Zeichen von den Fans, die Beziehung ist sowieso sehr gut zu ihnen», sagte ein erleichterter Hoarau später artig vor der Presse. Dass er in den zehn Einsatzminuten und der hektischen Schlussphase noch nicht viel zu bewirken vermochte, war verständlich. YB-Trainer Hütter jedenfalls hat künftig im Angriff wieder eine Alternative mehr auf der Bank – und bald auch wieder einen Kandidaten für die Startformation.

Er sei überglücklich, endlich wieder richtig zum Team zu gehören, sagte Hoarau. Bis zur Winterpause warten auf YB noch sieben Spiele, am Donnerstag geht es in der Europa League gegen Partizan Belgrad weiter. Weit vorausblicken mag beim souveränen Tabellenführer niemand, schon gar nicht bis in den Frühling. Hoarau schmunzelt und erklärt, wie er die Dinge angehe: «step by step».

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt