Bobadilla soll bei YB für Tore und Emotionen sorgen

YB-Trainer Christian Gross zeigt sich hocherfreut über den Zuzug von Stürmer Raul Bobadilla, der zuletzt bei Borussia Mönchengladbach auf der Ersatzbank sass.

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Gestern am späteren Abend ist Raul Bobadilla in Bern für die üblichen medizinischen Untersuchungen eingetroffen und um die abschliessenden Transferformalitäten für den Vertrag über zweieinhalb Jahre mit Option auf eine weitere Saison zu regeln. Aus dem spanischen Cala de Mijas, wo die Young Boys noch bis am Sonntag im Trainingslager weilen, war die freudige Erregung von Christian Gross auch über die Telefonleitung herauszuhören. «Ich bin sehr zufrieden, dass der Transfer geklappt hat», meldete der YB-Trainer. «Bobadilla ist ein Spieler mit Ambitionen und Emotionen, auf und neben dem Platz.» Es gehe nun darum, diese Emotionen in die richtigen Bahnen zu kanalisieren.

«Ich habe gute Erfahrungen mit südamerikanischen Stürmern», berichtet Gross, der an die Argentinier Nestor Subiat, Christian Gimenez und Julio Hernan Rossi zu seinen Zeiten bei GC und dem FC Basel erinnerte. Gross unterhielt sich in den vergangenen Tagen mehrmals mit Lucien Favre, dem Trainer des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach, wo Bobadilla nur noch Ersatzspieler war.

«Nicht der teuerste YB-Transfer»

Mit dem 24-jährigen Argentinier erhält Gross den geforderten Strafraumstürmer. Über die Höhe der Ablösesumme macht YB keine Angaben, laut diversen Berichten in der digitalen Medienwelt soll sie rund 2,5 Millionen Franken. Das Jahressalär, so wird spekuliert, belaufe sich auf eine Million Franken. «Wir kommentieren keine Ablösesummen und auch keine Spielergehälter», mauerte YB-CEO Ilja Kaenzig beharrlich und brummte: «Wenn Journalisten Zahlen vom Internetportal «transfermarkt» abschreiben, heisst das noch lange nicht, dass sie stimmen.» Auf die Frage, ob dies der teuerste Transfer sei, den er als YBCEO getätigt habe, wurde Kaenzig dagegen etwas konkreter: «Nein, die Verpflichtung von Bobadilla ist nicht der teuerste Transfer von YB.»

Die Borussia hatte laut der klubeigenen «Fohlen-Hompage» mehrere Angebote für den Stürmer vorliegen, auch aus der Bundesliga. Der Vertrag wurde mit YB so gestaltet, das Gladbach bei einem Weiterverkauf Bobadillas an der Transfersumme beteiligt wäre. «Für Raul wäre es auch in der Rückrunde schwierig geworden, bei uns auf Einsätze in der Startelf zu kommen, deshalb ist der Transfer zum jetzigen Zeitpunkt für den Stürmer sinnvoll», so Max Eberl, der Sportdirektor von Mönchengladbach.

Bobadilla wechselte im Sommer 2009 von GC, für das er in 47 Spielen 26 Tore erzielte, zu Gladbach. In der Bundesliga traf der 1.80 m grosse Stürmer bei 59 Einsätzen acht Mal. In der vergangenen Vorrunde wurde er von Favre 15 Mal eingesetzt und erzielte ein Tor und servierte zwei Assists. Bobadilla steht nicht im Ruf, ausgesprochen «pflegeleicht» zu sein, doch Gross sucht offenbar Spieler, die eine gewisse «Wildheit» in die Mannschaft bringen und sagt: «Die Herzlichkeit der Südamerikaner tut uns gut.»

Bobadilla kam einst als 19-jähriger in die Schweiz, wo er 2006/07 in der Challenge League für Concordia Basel, das damals vom jetzigen Luzern-Trainer Murat Yakin betreut worden war, in 28 Spielen 18 Tore erzielte. Und Luzern zeigte nun ebenfalls reges Interesse an Bobadilla. Aber von einem Wettlauf mit dem FCL will Kaenzig nichts wissen. «Wir waren seit einiger Zeit mit Bobadilla in Kontakt und hatten die Sache unter Kontrolle», so die Einschätzung von Kaenzig.

Am nächsten Dienstag, beim Testspiel im GC-Campus Niederhasli (14.00 Uhr)gegen die Grasshoppers, soll Bobadilla laut Gross erstmals für YB am Ball sein. Mit den beiden jungen Venezolanern, Verteidiger Alexander Gonzalez und Stürmer Josef Martinez, die als Perspektiv- Spieler bezeichnet werden, den offensiven Mittelfeldspielern Matias Vitkieviez (Servette) und dem Kanadier Josh Simpson (Manisaspor) und nun Bobadilla haben die Young Boys mittlerweile während der Winterpause fünf Spieler verpflichtet. Ob YB noch weitere Transfers tätig, liess Kaenzig offen, doch sowohl der CEO wie Gross wie Kaenzig betonten, dass Emmanuel Mayuka, der für Sambia im Afrika-Cup im zweiten Spiel bereits sein zweites Tor erzielt hatte, zumindest bis im Sommer bei YB bleiben wird.

Zum Transfer von Verteidiger François Affolter zu Werder Bremen sage Gross. « Der Abgang von einem jungen, talentierten Spieler soll die Ausnahme bleiben. Aber François strebte diesen Wechsel an und ich wünsche ihm sehr, dass er bei Werder Bremen den Sprung schafft.»

Scott Sutter im Test auf der Insel

Die YB-Verantwortlichen hoff en auch, dass Scott Sutter beim Leistungstest auf der Insel beim Premier-League-Klub Blackburn heute einen guten Endruck hinterlässt. Sutter ist allerdings nicht der einzige Kandidat bei den Rovers. Die «ausgemusterten» Issam Mardassi aus Tunesien und der Ivorer Hassan Lingani möchte YB zudem endlich von der Lohnliste bringen, aber das ist bisher nicht gelungen. Und Mario Raimondi wird sich bei diesen regen Umbauarbeiten bei YB weiter seine Gedanken machen.

Der Bund

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