Bestechungsfall im Nachwuchs: Das sagt GC

Ein Fussballtrainer hat Geld angenommen, um Kinder in Jugendteams des Rekordmeisters zu schleusen. Er ist geständig.

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Traumfabrik Fussball. Viele Kinder träumen von einer Karriere als Profi. Oft sind es aber auch die Eltern, die vor nichts zurückschrecken, um ihren Sprösslingen den Weg zu ebnen. Sie versprechen sich nicht selten den finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg für ihre Kinder. Und vielleicht auch für sich selbst.

Dies zeigt ein Fall, der sich zuletzt bei GC abspielte.

Der Schweizer Rekordmeister hat Ende des vergangenen Jahres einen Juniorentrainer freigestellt, der Geld von Eltern angenommen hatte, um Kinder in Jugendteams des Rekordmeisters zu schleusen. Es soll sich um Kinder diverser Altersklassen handeln, die Rede ist auch von 10-Jährigen.

Clubintern hat der Mann seine Vergehen gestanden, nachdem ihn die GC-Verantwortlichen mit entsprechenden Gerüchten konfrontiert hatten. Wie hoch die Geldbeträge waren, ist bislang unbekannt. Für eine Stellungnahme war der Trainer nicht zu erreichen.

Offenbar geht es um mehrere Fälle, in denen der Trainer Geld angenommen hat. Er war bei GC für diverse Juniorenkategorien im Einsatz und seit September des vergangenen Jahres fest angestellt, zuvor hatte er bereits teilweise und in der GC-Fussballschule für den Club gearbeitet. Eltern oder Spielerberater sollen mit Geld auch versucht haben, Einsatzzeiten und Probetrainings zu erkaufen. GC hat neben der sofortigen Freistellung auf eine Anzeige verzichtet.

Den Eltern sind viele Mittel recht

Das Druck auf Trainer und Verein ausgeübt wird, ist für GC-Nachwuchschef Roman Hangarter nichts Neues: «Es gibt im Nachwuchsbereich eine spürbare Tendenz, dass Eltern und immer häufiger auch Spielerberater ihre eigenen Söhne und Spieler pushen, damit diese im Junioren-Spitzenfussball Fuss fassen. Es sind ihnen dabei viele Mittel recht.» Der technische Leiter beim Schweizer Rekordmeister glaubt deshalb, dass dieses Problem auch bei anderen Vereinen besteht.

Dennoch sagt Hangarter, dass es sich beim freigestellten Trainer um einen Einzelfall handelt. Generell entscheide immer ein Gremium, ob es ein Spieler in die Mannschaft schafft. Der Einfluss einzelner Personen sei somit eingeschränkt.

DerBund.ch/Newsnet

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