Berner Mühen mit dem Schlusslicht

YB hat in dieser Saison gegen Aarau noch nie gewinnen können. Am Mittwoch soll dieser Makel behoben werden.

Zuletzt kaum ein Durchkommen: YB (im Bild Yuya Kubo) hat gegen den FC Aarau in dieser Saison sieben von neun möglichen Punkten liegen gelassen.

Zuletzt kaum ein Durchkommen: YB (im Bild Yuya Kubo) hat gegen den FC Aarau in dieser Saison sieben von neun möglichen Punkten liegen gelassen.

(Bild: Tobias Anliker)

Ruedi Kunz

YB zu Hause und YB in fremder Umgebung: Das ist im Jahr 2015 wie ein weisses und ein schwarzes Paar Hosen. Im Stade de Suisse hat das Team von Uli Forte alle bisherigen Gegner aus der Super League auf eindrückliche Weise abgefertigt. Fünfmal ist es angetreten, fünfmal hat es gewonnen und dabei 18-mal ins gegnerische Tor getroffen.

Auswärts präsentieren sich die Berner weit weniger vorteilhaft: Statt zu agieren, reagieren sie häufig nur, und liegen sie einmal in Führung, neigen sie zur Passivität. Das rächte sich zuletzt in der St. Galler AFG-Arena und im Zürcher Letzigrund, wo die Young Boys Punkte liegen liessen, die ihre ohnehin kleine Chance auf den ersten Meistertitel seit 29 Jahren zur Makulatur verkommen lassen.

Erstaunlich war, wie schnell der Tabellenzweite jeweils in Verlegenheit geriet, wenn der Gegner in der zweiten Hälfte aufzudrehen begann. Gegen GC habe der Mannschaft in den letzten 20 Minuten die Frische gefehlt, klagte Sportchef Fredy Bickel tags darauf. Forte lässt diese Diagnose nicht gelten: Von Übertraining könne keine Rede sein. Sein Team habe sich 70 Minuten lang gut aus der Affäre gezogen. Erst nach dem Anschlusstreffer habe es den Faden verloren.

Die Diskrepanz zwischen den Heim- und den Auswärtsauftritten stellt Forte nicht grundsätzlich in Abrede. «Doch in dieser Hinsicht sind wir keine Ausnahme.» Er verweist auf Statistiken, die bewiesen, dass der Heimvorteil keine Mär sei.

«Wer in gewohnter Umgebung spielen kann, der tritt ganz anders auf als in der Fremde.» Grundsätzlich sei jedoch unbestritten, dass YB auswärts bessere Leistungen zeigen müsse, um den Ansprüchen eines Teams mit Spitzenplatzambitionen gerecht zu werden.

Heute Abend können die Young Boys wieder auf der heimischen Bühne auftreten. Zu Gast ist um 20.30 Uhr das Schlusslicht aus Aarau, welches aktuell 32 Punkte weniger auf dem Konto hat als der Tabellenzweite. Eine klare Sache, könnte man meinen – wenn es da nicht die Statistik der Direktbegegnungen in dieser Saison gäbe.

Diese besagt: YB - Aarau 1:1, Aarau - YB 3:2, Aarau - YB 1:1. Oder anders formuliert: YB hat gegen die Aargauer nur zwei von neun möglichen Punkten gewonnen. «Eine Katastrophenbilanz», formuliert es Forte drastisch. «Das sind Punkte, die uns am Schluss fehlen, um ganz vorne zu sein.»

Im vierten Saisonduell gegen den FC Aarau fordert der YB-Coach von seiner Equipe, dass sie von der ersten Minute an ein hohes Tempo anschlägt. «Wenn wir die Aargauer permanent unter Druck setzen, werden sie früher oder später Fehler machen.»

Vilotic und Hoarau sind fraglich

Aarau, welches in den letzten zwei Runden Lebenszeichen ausgesandt hat (2:0-Sieg in Vaduz, 0:0 gegen den FCZ), steht ganz nahe am Abgrund zur Challenge League. Sieben Punkte trennen den Klub bereits vom rettenden zweitletzten Rang. Es sehe «ziemlich düster aus für den FCA, doch abgestiegen ist er noch lange nicht», warnt Forte.

Bei YB kämpfen mehrere Spieler mit leichten Verletzungen. Milan Vilotics rechter Knöchel ist nach einem Schlag im Berner-Derby immer noch blau. Topskorer Guillaume Hoarau plagen seit mehreren Wochen Leistenbeschwerden, weshalb er gegen GC vorerst auf der Ersatzbank Platz nahm.

Renato Steffen hat muskuläre Probleme im Oberschenkel. Zumindest der Mittelfeldspieler wird gegen Aarau in der Startformation stehen. Bei Vilotic und Hoarau fällt die Entscheidung erst heute, ob sie voll einsatzfähig sind oder nicht.

Der Bund

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