Basels Fehler, Portos Traumtore

Der FCB verlor das Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals 0:4 und scheiterte an der Hürde Porto klar.

Die Freude der einen, die Enttäuschung der andern: Portos Aboubakar klatscht mit einem Kollegen ab, Basels Safari mag nicht hinschauen. Foto: Miguel Vidal (Reuters)

Die Freude der einen, die Enttäuschung der andern: Portos Aboubakar klatscht mit einem Kollegen ab, Basels Safari mag nicht hinschauen. Foto: Miguel Vidal (Reuters)

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Wenigstens für den Schlusspunkt sorgte ein Basler, ein sehr schöner war es aber nicht. Die 92. Minute lief im Estádio do Dragão, 4:0 führte der FC Porto, als Walter Samuel noch einmal zur Grätsche ansetzte. Es war seine letzte Aktion in diesem Achtelfinal-Rückspiel: Der FCB-Verteidiger musste mit Gelbroter Karte frühzeitig in die Kabine. Was er verpasste, war aber nicht viel aus seiner Sicht: nur noch portugiesischer Jubel. Porto hat den Viertelfinal der Champions League erreicht.

Für den FCB dagegen endete die lange Europacupsaison wie sie begonnen hatte: mit einer Kanterniederlage. Zum Auftakt der Gruppenphase Mitte September war er bei Real Madrid untergegangen, nun folgte im Duell mit dem 27-fachen portugiesischen Meister das Aus.

Nicht, dass sie nach dem 1:1 im Hinspiel nicht ans Ausscheiden gedacht hätten – zu sehr waren sie vor drei Wochen im eigenen Stadion dominiert worden. «Wir müssen mutig sein», hatte Basels Trainer Paulo Sousa deswegen vor der Partie gesagt, «mutig sein und den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen». Der Portugiese wollte in seiner Heimat einen FCB sehen, der «intensiv spielt» und Porto «unter Druck setzt».

Der heftige Zusammenstoss

In den ersten Minuten war dies zwar effektiv – fehlerlos aber blieben die Basler nicht, und das brachte sie früh in Rückstand. In der 14. Minute leistete sich Luca Zuffi ein schwaches Zuspiel auf seinen Teamkollegen Mohamed Elneny, Portos Regisseur Casemiro nahm es auf und spielte sofort steil auf Cristian Tello – und der wiederum war, 18 Meter vor dem Tor, von Walter Samuel nur noch mit einem Foul zu bremsen. Yacine Brahimi schliesslich verwertete den fälligen Freistoss.

Kurz darauf stiessen Portos Torhüter Fabiano und Captain Danilo heftig ineinander. Danilo verlor das Bewusstsein und musste minutenlang behandelt werden, vom Rasen wurde er schliesslich direkt ins Krankenhaus gefahren. Am Spiel änderte sich trotz des herben Verlusts wenig. Porto blieb dem Schweizer Meister überlegen, hatte die volle Kontrolle und erspielte sich die eine oder andere gute Chance. Stürmer Vincent Aboubakar schoss knapp vorbei, und Fabian Schär verhinderte nach einem eigenen Fehler mit etwas Glück das sichere 2:0.

Nur wenige Tormöglichkeiten

Basler Möglichkeiten waren rar, Derlis González oder Shkelzen Gashi hätten vor der Pause jedoch sehr wohl den Ausgleich erzielen können – es war die beste Basler Phase. Wenig später war es aber rasch um den FCB geschehen. Erst traf, kaum war die Partie wieder aufgenommen worden, Hector Herrera mit einem sehenswerten Schlenzer an Tomas Vaclik vorbei. Und genauso chancenlos war der Tscheche im FCB-Tor neun Minuten später, als der starke Casemiro mit einem weiteren Freistoss auf 3:0 erhöhte. Es war der schönste von vier schönen Treffern an diesem Abend.

Das letzte Spiel seiner diesjährigen Europacupsaison war letztlich eine Lehrstunde für den FCB, weil Porto im Vergleich mit dem Hinspiel effizienter angriff. Weil sich zeigte, dass diverse Spieler überfordert sind gegen einen Gegner dieser Klasse. Das galt für Zuffi wie für Elneny, für Taulant Xhaka wie für Gashi. Oder für Walter Samuel, den sie «il muro» nennen, die Mauer. Warum, zeigte sich schon eindrücklicher in seiner Karriere als in der 76. Minute im Drachenstadion: Er musste den anstürmenden Aboubakar einfach das 4:0 schiessen lassen. Es war nicht sein Abend, es war nicht der Abend des FCB.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.03.2015, 00:15 Uhr

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