Ausgefreut

Grädel ist gut drauf und kann sich nicht erklären warum das so ist.

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YB ist gut drauf, oder, liebe Fussballgemeinde? Es kann sein, dass man plötzlich gut drauf ist, das kommt manchmal sogar im richtigen Leben vor – und oft weiss man dann nicht so ganz genau, wie das eigentlich passiert ist. Das heisst, das Hirn findet Gründe, klar, in akademischen Kreisen vermehrt und aus dem Hinterhalt, und man glaubt dann zu wissen, warum man wieder im Lot ist. Oft ist aber mehr im Spiel, als man auszudrücken vermöchte.

Warum liebt Grädel seine Frau? Er könnte jetzt Gründe suchen, ihr Lächeln, ihr Nicht-Lächeln, die Art, wie sie den Wäschekorb in den Keller trägt, das ist alles nicht ganz falsch, aber eben auch nicht ganz richtig. Und es ist auch nicht «das Gesamtpaket», wie man in Single-Shows immer wieder hört. Das führt alles irgendwie tief in die Irre. Aber, liebe Fussballgemeinde, YB ist gut drauf, oder? Ein kleiner Ausrutscher gegen Breitenrain würde an diesem Zustand nichts ändern. Man könnte jetzt wieder nach Gründen für diesen Höhenflug suchen: Spychers Transferpolitik, Glück, Torwartfehler von Koval, von Bergens magistrale Angriffsauslösung, was auch immer. Lasst uns aber nicht den Fehler machen, die falschen Gründe zu finden. Sie lenken vom Wesentlichen ab, das eben manchmal nicht zu fassen ist.

Uns wie sieht man, dass YB gut drauf ist? Ein paar Hinweise gibt es schon, klar: Der Brustkorb der Spieler ist geweitet, ihre Atmung tief, die Wirbelsäulen strecken sich gegen den Himmel, Mbabu gewinnt Zweikämpfe mit der Botschaft: «Was willst du denn hier auf MEINER Seite?» Ravet liegt horizontal mit dem Ball in der Luft und bringt ihn gefährlich aufs Tor, Hoarau hat alle Zeit der Welt, sich über einen Kopfball zu ärgern, der an die Latte statt ins Tor fliegt. Die Zeit dehnt sich.

ZSKA Moskau ist eine letzte Hürde. Sie könnte gross sein, wenn YB nicht wie ein Verliebter selbst nach einer schlaflosen Nacht eine Hürde nicht als eine Hürde wahrnähme, sie einfach passierte, als stünde sie gar nicht da. Und dann NEYMAR JR in Bern mit seinem PSG auf Kunstrasen. Wie das Leben doch total verrückt spielen kann. Crazy. Grädel hat schon einmal veranlasst, ein paar tausend Trikots «RAVET JR» bereitzustellen. Die ziehen wir uns dann alle an. Liebe Fussballgemeinde, YB ist gut drauf, oder? (Der Bund)

Erstellt: 10.08.2017, 07:21 Uhr

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