Alexander Gerndt – kühl wie Eis

Der Schwede avancierte 
beim 4:2-Sieg der Young Boys als zweifacher Torschütze zum Mann des Spiels.

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«Ist das nun ein Märchen?», wurde Alexander Gerndt nach der Partie gefragt. Etwas mehr als ein Jahr, nachdem der Schwede nach einem Foul von Taulant Xhaka gegen Basel am 8. Februar 2014 schwer verletzt worden war, kehrte er erstmals wieder in die Startformation der Young Boys zurück und wurde umjubelter Doppeltorschütze.

«Märchen, das ist eine gute Beschreibung. Es ist ein herrliches Gefühl»,
antwortete der Schwede. «Ich bin auf dem Weg zurück. Aber mein volles
Leistungspotenzial habe ich noch nicht erreicht.» Gerndt war beim 4:2-Erfolg der Young Boys gegen Leader Basel der Mann des Spiels. Er traf nach 10 Minuten mit einem haltbaren Weitschuss gegen Basels Ersatzgoalie Germano Vailati zum 1:0 und lenkte 17 Minuten später einen Flankenball von Renato Steffen gegen den zu spät kommenden Marek Suchy zum 2:0 ins Netz.

Als er in der 68. Minute beim Stand von 3:0 von Leonardo Bertone ersetzt worden war, brandete Applaus durch das Stade de Suisse. «Ich war müde»,
bekannte Gerndt. Bereits in der Pause habe er Trainer Uli Forte darauf hingewiesen, dass er nicht die 90 Minuten durchhalten werde und er eine
Auswechslung vorbereiten solle.

Erst am Sonntagmorgen war der 28-Jährige von Forte unterrichtet worden, dass er gegen Basel von Beginn weg dabei sein werde, nachdem er gegen
Luzern und GC zu Teileinsätzen gekommen war. Dass Forte just gegen Basel Rückkehrer Gerndt hinter Guillaume Hoarau stürmen liess, war kein Zufall, wie der Trainer verriet. «Das hatte mit dem Gegner zu tun.» Er habe erwartet, dass der Nordländer für dieses Spiel
besonders motiviert sein würde. «Ich habe mit ihm nicht über Taktik gesprochen», sagte der YB-Trainer. «Ich wollte nur, dass er ohne Revanchegefühle in dieses Spiel geht. Ich habe ihm gesagt: ‹Bleib cool.›»

Fakten statt Kindereien

Und genau so spielte der Schwede. «Kühl wie Eis», freute sich Forte. «Er hat nicht nur zwei Tore erzielt, sondern leistete mit Sékou Sanogo hinter Hoarau enorm viel Laufarbeit, wenn der Gegner am Ball war. Deshalb klappte unser Pressing lange Zeit so gut.»

Während Xhaka bei jedem Ballbesitz von den YB-Fans ausgepfiffen wurde und sichtlich gehemmt wirkte, ging für Forte das psychologische Spiel mit Gerndt auf. «Er hat die Fakten sprechen lassen.» Der Schwede, der auch beim Torjubel auf jegliche kindische Effekthascherei verzichtet, sagte: «Ich bin froh über meine Leistung. Aber ich habe das Gefühl, dass Guillaume Hoarau viel mehr gelaufen ist als ich.»

Der Bund

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