8.-Liga-Fussballer mit Millionenpublikum

Jake Quickenden spielt morgen im FA Cup für Osset Town. Und trotzdem hat er fast so viele Twitter-Follower wie Xherdan Shaqiri.

Dieses Wochenende startet nicht nur die Bundesliga, Serie A oder La Liga, sondern auch der FA Cup. Es dauert noch eine Weile, bis die grossen Stars der Premier League in den Wettbewerb eingreifen, dennoch spielt jetzt schon eine andere «Celebrity» in der Qualifikationsrunde. Jake Quickenden ist in der 8. Liga Englands bei Osset Town unter Vertrag, und dennoch hat er bereits 500’000 Follower auf Twitter. Wie kommt ein Amateurspieler zu so vielen Fans?

Quickenden nahm 2014 bei der englischen Casting-Show X-Factor teil. Und kämpfte sich später auch noch durch den Dschungel in der Sendung «I’m a Celebrity...Get Me out of Here». In der englischen Version des Dschungelcamps wurde er Zweiter.

Er sang schon vor Millionenpublikum, doch wenn er gegen Sheffield FC vor 200 Leuten spielt, ist das etwas anderes. Gegenüber der BBC sagt er: «Ich bin viel nervöser, wenn ich Fussball spiele, als wenn ich vor Tausenden von Menschen singen muss. Es spielt für mich keine Rolle, ob ich vor 10 oder 100 Leuten spiele.»

Quickendens Karriere startete in der Jugendakademie von Scounthorpe United, wo er jedoch mit 16 einen Beinbruch erlitt. Danach spielte er in Australien und bei anderen Amateurvereinen in England, bevor er eine Pause einlegte, um sich auf seine Musik und Fernsehkarriere zu konzentrieren.

Obwohl der 28-Jährige erst diesen Juli bei Osset Town unterschrieb, half er mit seiner Bekanntheit dem Verein schon vorher aus. Bei der Wahl zum Tor des Jahres der Saison 2016/17 in der Northern Premier League lagen Osset-Town-Spieler Martin Pembleton und Curtly Martin-Wyatt von Frickley Athletic gleichauf. Daraufhin forderte Quickenden seine Follower auf, für Pembleton zu stimmen und er gewann.

Ansonsten will er nicht anders behandelt werden, nur weil er im Fernsehen war: «Ich will nicht in die Startaufstellung, weil ich vor Millionen Zuschauern auftrat. Ich will mir meinen Platz verdienen und werde in der Umkleidekabine nicht anders behandelt als jeder andere. Zum Glück musste ich noch nicht für die Mannschaft singen, aber das kommt bestimmt noch.» (sal)

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