10 Fragen zur Super League, die Sie kaum zu stellen wagen

Eben war WM, schon startet die Schweizer Meisterschaft. Muss das sein? Und gibt es jetzt auch Videoschiedsrichter?

Wegen des kommenden Schnees braucht es die Winterpause: Derby zwischen GC und dem FCZ im April 2018. Bild: Keystone

Wegen des kommenden Schnees braucht es die Winterpause: Derby zwischen GC und dem FCZ im April 2018. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Natürlich fühlen Sie sich nicht richtig vorbereitet. Eben erst war WM-Final – und schon sollen Sie über die neue Saison der Super League Bescheid wissen. Aber bekanntlich gibt es keine dummen Fragen. Schiessen Sie los!

1. Ligastart so kurz nach dem WM-Final – muss das sein?
Wir fühlen mit Ihnen. Und haben bei der Swiss Football League nachgefragt. Deren Antwort: Ja, das muss sein. Da sind die vielen Stadien in Europas höchster Liga (an M. ü. M. gemessen), die trotz Klimawandels noch immer nicht recht schneesicher sind. Also braucht es eine Winterpause. 43 Spieldaten gibt es laut SFL zwischen Saisonstart und dem 16. Dezember. 24 sind reserviert für Europacup, Nationalteam und Cup. Macht 19 Termine für die 18 Runden der ersten Saisonhälfte. Sehen Sie es positiv: In Dänemark hat die Liga bereits angefangen. Einen Tag VOR dem WM-Final . . .

2. Na gut. Gibt es denn wenigstens so lustige Videoschiedsrichter wie an der WM?
Nein. Aber die Liga arbeitet daran. Das Problem: Allein die Testphase dürfte rund eine Million Franken kosten. Und ohne Testphase darf die Schweiz den Videoschiedsrichter (VAR) nicht einführen. Wird ein sehr sportlicher Zeitplan eingehalten, könnte der VAR frühestens auf die Saison 2019/20 kommen.

3. Welchen Altstar verschlägt es diesmal in die Schweiz?
Fast hätten wir Sie enttäuschen müssen. Aber zum Glück gibt es noch Christian Constantin mit seinem Hang zu Spielern, die bereits etwas Patina angesetzt haben (Gattuso, Gekas). Aktuell ist der Sion-Präsident an Alex Song dran. Der ehemalige Arsenal-Spieler ist zwar erst 30, hat aber seit September 2017 nicht mehr gespielt. Dass er von seinem letzten Club Kasan noch 10 Millionen Franken Lohn verlangt, zeigt, dass Spieler mit seiner Vergangenheit nicht ganz günstig sind. Gut, dass die meisten Clubs ihr Geld anders ausgeben.

4. Wieso denn? Wären mehr grosse Namen nicht besser?
Betrachten Sie es so: Sie müssen keinen Spielern zuschauen, die einmal weitaus besser waren und trotzdem sauviel verdienen. Stattdessen könnte es sein, dass Sie praktisch exklusiv einen kommenden Star entdecken. Erinnern Sie sich noch, wie alle anderen gelacht haben, wenn Salah wieder einmal drüber schoss? Haben nicht Sie gesagt, dass dieser Zakaria alles für eine grosse Karriere hat? Und natürlich war Ihnen sofort klar, dass dieser 17-jährige Ricardo Rodriguez beste Anlagen hat? Sehen Sie.

5. Und welche Sommertransfers haben das Zeug zum Star?
Wenn wir das wüssten, würden wir Sportchef bei GC. Oder noch besser: Agenten wie die Degen-Zwillinge. Die haben Kalulu nach Basel gebracht und beschwören seine Weltklasse. Schauen Sie sich auch die Sittener Zuzüge an. Eben hat Sion von Leipzig 16,5 Millionen Franken für einen Cunha erhalten, den es erst letzten Sommer in Brasilien ausgegraben hatte. Jetzt sind wieder sechs unter 21-Jährige aus aller Welt im Wallis gelandet. Irgendein unbekannter Thuner wird so gut spielen, dass ihn bald YB holt, das seinerseits bei Garcia auf den Mbabu-Effekt hofft. Und bei GC ist Tarashaj zurück, der seit seinem Weggang zu Everton in zwei Saisons 17 (!) Einsätze hatte.

6. Ich mag Paniktransfers nach missratenem Saisonstart. Wie lange hat GC diesmal Zeit?
Wir verstehen nicht, woher diese Schärfe gegen GC kommt. Neu ist, dass es nach dem Ende des internationalen Transferfensters keine Phase mehr gibt, in der noch innerhalb der Schweiz gewechselt werden darf. Ausgenommen sind lokal ausgebildete Spieler unter 21 Jahren. Für alle anderen ist am 31. August Transferschluss. Aber natürlich werden Ihnen alle Clubs sagen, dass sie jetzt schon total zufrieden sind mit ihrem Kader.

7. Okay, aber wer im Profifussball ist schon ehrlich?
Wir würden sagen: René Weiler. Der erklärte der «NZZ am Sonntag» die Wahl seines Arbeitgebers so: «Ich musste mich entscheiden: Will ich mich weiter gedulden, bis das Angebot kommt, das ich mir vorstelle, mir wünsche und vielleicht auch verdiene? Die Offerten, die ich vorliegen hatte, überzeugten mich nicht.» Trainiert er halt den FC Luzern. Hashtag: #nomeLozärn.

8. Ui. Ist Weiler also bereits der gefährdetste Trainer?
Natürlich gilt in Luzern weiterhin: Wo ein Alpstaeg ist, ist auch ein Gepolter. Aber der FCL muss froh sein, nach Gerardo Seoanes Abgang nach Bern einen Mann wie Weiler gefunden zu haben. Gefährdeter scheint Raphael Wicky in Basel, der schon in der Qualifikation zur Champions League auf dem Prüfstand steht.

9. Ich bin ja mehr der TV-Fussballer. Was ändert sich da?
Teleclub überträgt wie bisher alle Spiele. Neu können einzelne Partien nicht nur über Swisscom, sondern auch via Sunrise gemietet werden. SRF zeigt weiterhin am Sonntag ein Spiel. Allerdings kann man dort nicht mehr die Miniaturisierung der Haarfollikel von Gürkan Sermeter verfolgen. Statt ihm und Mario Eggimann sind neu Bruno Berner, Michel Renggli und Peter Jehle als SRF-Experten im Einsatz.

10. Was ist das Beste an dieser neuen Saison?
Das Beste kommt ganz am Schluss: Die Barrage ist zurück! (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.07.2018, 22:17 Uhr

Artikel zum Thema

Warum Sie sich auf die Super League freuen können

Video Am Samstag beginnt die neue Saison. 7 Punkte, die das Fussballherz höher schlagen lassen. Mehr...

Neue TV-Experten für die Super League

SRF Sport wechselt auf die kommende Fussball-Saison die Experten aus. Das Studio Leutschenbach erhofft sich dadurch neue Impulse. Mehr...

Aufbruch bei den Grasshoppers

Der Rekordmeister versprüht dank einiger Transfers Zuversicht und erklärt ein ambitioniertes Ziel. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Volltreffer! Die Fussballkolumne.

Grädel schreibt über Fussball und die Welt. Wenn einer in Bern und Umgebung echten Fussballsachverstand hat, dann er.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Mit geschwellter Brust: Ein Mann aus Indien zeigt bei einem Wettbewerb für die beeindruckendste Gesichtsbehaarung stolz seinen Schnurrbart. Der Wettbewerb fand am Rande des jährlichen Kamel Festivals in der nordindischen Wüstenstadt Pushkar statt. (20. November 2018)
(Bild: Himanshu SHARMA ) Mehr...