Erfolg im Familiären

Beim «Bärner Bärgloufcup» wird während einer Woche jeden Abend zu einem Berner Aussichtpunkt gelaufen. Die Gesamtsieger heissen Joey Hadorn und Christine Hauert.

Täglich mussten bis zu 500 Höhenmeter bewältigt werden.

Täglich mussten bis zu 500 Höhenmeter bewältigt werden. Bild: Jörg Greb

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Der Gurten, die Bütschelegg, der Belpberg, der Bantiger und der Ulmizberg – das sind die fünf bekannten Aussichtspunkte um Bern, die beim Bärgloufcup erklommen werden. Von Montag bis Freitag, an jedem Abend einer.

Distanzen zwischen 3,6 und 5,3 Kilometer und Höhendifferenzen von 310 bis 520 m gilt es zu bewältigen. Die Resultate werden in einem Punktsystem taxiert, sodass sich ein Gesamtklassement errechnen lässt. Die vier besten Ergebnisse finden darin Aufnahme.

Dabei entwickelt sich unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein reger Austausch und Kontakt. Das wiederholte Aufeinandertreffen und der Direktvergleich motivieren. «Eine grossartige Serie, persönlich, herausfordernd, landschaftlich reizvoll», sind immer wieder gehörte Kommentare.

Im Gegensatz zum Berner Volkslaufklassiker, dem Grand Prix von Bern, mit seinen rund 30 000 Teilnehmern zieht der Bärner Bärgloufcup ein schmales Publikumssegment an. Das wird zum einen angestrebt und ist zum anderen auch gar nicht anders möglich. «Wir vergeben 200 Startplätze», sagt OK-Chef Adrian Castrischer. Die Argumente dafür sind die rudimentäre Infrastruktur, die vielfach schmalen Naturwege sowie die Suche nach dem Familiären.

Familienunternehmen

Hinter dem Bärgloufcup steht eine Familie: die Castrischers. Neben Chef Adrian gehören dem OK seine Brüder Matthias und Stefan, seine Eltern Jürg und Marianne sowie seine Freundin Céline Staub an. Initiant ist ebenfalls Adrian, doch entstanden ist die Idee zu diesem Cup indes nur halbwegs in seinem Kopf.

Er übernahm sie vom traditionellen Fünftage-Berglauf-Cup im Zürcher Oberland. Bereits zum 33. Mal wird dieser in der laufenden Woche ausgetragen. Zwei Mal hatte Adrian dort selber teilgenommen und sich überlegt, dass «so etwas in Bern mit unseren vielen Läufern auch funktionieren könnte».

Tut es. Es gefällt sogar so gut, dass Martin Job, Mitorganisator bei den Zürchern, begeistert mitläuft und neidlos zugesteht: «Die Möglichkeit, so zentral solch imposante Aussichtspunkte anzulaufen, haben wir bei uns nicht.» Ausser dem Hörnli und dem Bachtel werden im Zürcher Oberland auch unspektakulärere Punkte zu Zielorten. Das Teilnehmerfeld bei den Zürchern ist jedoch rund zweieinhalb Mal so gross. Die Folge davon: «Wir laufen vorwiegend auf Teer- und Waldstrassen», so Job.

Prominenter Sieger

Durchgesetzt haben sich bei der jüngsten Austragung des Bärgloufcups Joey Hadorn und Christina Hauert. Vor allem der Männersieger trägt einen prominenten Namen. Der 20-Jährige aus Fahrni gewann letztes Jahr an den Junioren-Weltmeisterschaften der Orientierungsläufer Gold im Sprint, in der Langdistanz und mit der Staffel. Ebenso figurierte er von 2014, 2015 und 2016 als Elitesieger beim Survival Run in Thun.

Seine Teilnahme am Bärgloufcup bezeichnete er als einen kurzfristigen Entscheid. Nach einem Trainingslager in Skandinavien fand er in der Berglaufserie «einen zusätzlichen Trainingsreiz». Viel abverlangt werde da von ihm – und das auf Strecken, die einen rund eine halbe Stunde fordern. «Hölle cool, genau das, was ich mag», fand Hadorn.

Der Reiz der Gesamtwertung sowie die örtliche Nähe hebt er als besondere Pluspunkte hervor. Und er bilanziert: «Ich hoffe, ich kann in der Herbstsaison von diesem Trainingsreiz profitieren.» Hinter sich liess Hadorn den Gesamtsieger der drei ersten Austragungen, Simon Zahnd – wobei hervorzuheben ist, dass sich der Routinier in den Wertungsläufen 4 und 5 durchsetzte. Auch bei den Frauen holte mit Christine Hauert eine Orientierungsläuferin den Gesamtsieg. Die 36-Jährige vom OLV Hindelbank errang drei Frauen-Tagessiege.

Einer lief nur einmal mit: Daniel Vögeli (40). Der frühere Schweizer Topmittelstreckenspezialist liess sich die «Startgelegenheit vor der Haustüre» Mitte Woche in Belp nicht nehmen – und fand sich im Ziel auf Position 10 wieder. «Erstmals seit 10 Jahren habe ich wieder eine Startnummer am Bauch befestigt», schmunzelte er. (Der Bund)

Erstellt: 15.08.2017, 07:12 Uhr

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