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Duell der Schwergewichte in Mailand

Die (Sport-)Welt schaut nach Vancouver, doch in den Fussballnationen England, Spanien und Italien ziehen in diesen Tagen die Champions-League-Achtelfinals den Konsumenten in ihren Bann.

Den Auftakt machen heute (20.45 Uhr) Milan - Manchester United und Lyon - Real Madrid.

Noch ist die Champions-League-Kuh nicht gemolken. Um eine (weitere) Gewinnmaximierung zu erreichen, weitete die UEFA die Achtelfinals auf insgesamt acht Spieltage aus. Nur noch zwei Partien finden nun am gleichen Tag statt. Mehr Sendezeit, mehr Werbung, mehr Publizität für die Sponsoren, mehr Geld heisst die Losung. Schon jetzt, zur Zeit der Olympischen Spiele im Februar, finden die ersten Hinspiele der Achtelfinals statt; erst Mitte März werden die acht Viertelfinalisten bekannt sein.

Den Start in die K.o.-Phase machen am Dienstag Milan und Manchester United, die beiden erfolgreichsten Klubs in der Champions League (seit 1992) im Direktduell. Die Teufel aus Italien ("Diavoli") und England ("Red Devils") gewannen gemeinsam insgesamt schon fünfmal die Trophäe und standen weitere viermal im Final.

Beim letzten Duell 2007 wiesen die Mailänder ManU klar in die Schranken (3:0 im Rückspiel) und zogen in den Final ein (2:1 gegen Liverpool). Seither wendete sich indes das Blatt. Milan entfernte sich kontinuierlich von der europäischen Spitze, während Manchester 2008 die Champions League gewann und im letzten Jahr den Final erreichte.

Die Engländer sind daher favorisiert. Wayne Rooney, Dimitar Berbatov, Nani und Co. werden der nicht immer sattelfesten Milan-Abwehr gehörig zusetzen. Manchesters Trainer Alex Ferguson beobachtete Milan am vergangenen Freitag beim 3:2 gegen Udinese und befand hinterher: "Milan hat im Moment einige Probleme."

Bei Milan ist man sich der aktuellen Probleme bewusst, die Italiener haben aber dank Spielern wie Pato, Ronaldinho und Pirlo auch das Potenzial, in einem einzelnen Spiel über sich hinauszuwachsen. Das bewiesen sie in dieser Saison beispielsweise mit dem 3:2-Auswärtssieg gegen Real Madrid, als ihnen im Bernabeu quasi aus dem Nichts in 25 Minuten drei Tore gelangen.

Das Duell der Schwergewichte ist für Milans David Beckham auch ein Wiedersehen mit der "Familie", wie der Engländer Manchester United noch immer bezeichnet. 2003 hatte er die Red Devils in Richtung Real Madrid verlassen und ist seither nie mehr in einem Wettbewerbsspiel gegen den früheren Klub angetreten. "Ich liebe ManU, aber ich werde alles dafür tun, dass wir gewinnen." Im Falle eines Torerfolges will Beckham allerdings auf Jubelgeschrei verzichten.

Dabei hat der Fussball-Popstar mit seinem früheren Trainer Ferguson durchaus noch eine Rechnung offen. In seiner letzten Saison in England, am 15. Februar 2003, also fast auf den Tag genau vor sieben Jahren, kam es nämlich in der Kabine der Mancunians zu einem Eklat. Nach einer Niederlage im FA-Cup tickte der impulsive Ferguson völlig aus und trat einen Schuh in Richtung Beckham. Dabei traf er den Mittelfeldspieler am Kopf und fügte ihm eine Platzwunde bei...

Im zweiten Spiel von heute Dienstag will Real Madrid in Lyon den ersten Schritt tun, mit einer schier unfassbaren Negativ-Serie zu brechen. Seit 2004 überstanden die "Königlichen" nie mehr die Achtelfinals. Im Vergleich zu Juventus Turin (2005), Arsenal (2006), Bayern München (2007), AS Roma (2008) und Liverpool (2009) scheint Lyon, das in der Ligue 1 als Vierter acht Punkte Rückstand auf Leader Bordeaux hat, eine lösbare Aufgabe darzustellen. Doch die Geschichte warnt Real: In bisher vier Champions-League-Duellen (jeweils in der Gruppenphase) gab es für die Spanier noch keinen Sieg.

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