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Doublette von Müller, umgekehrtes Wembley-Tor

Deutschland sorgte im mit Spannung erwarteten Achtelfinal-"Klassiker" gegen England für klare Verhältnisse.

Dank einer Doublette von Thomas Müller (67./70.) setzte sich Deutschland in Bloemfontein im fünften WM-Duell mit England 4:1 durch, verpasste dem Gegner die höchste Niederlage aller Zeiten an einem grossen Turnier und trifft in seinem 15. Viertelfinal in Serie auf den Sieger der Partie Argentinien - Mexiko.

Für (zurecht) wütende Proteste der Engländer und den Ruf nach dem Einsetzen von moderner Technologie bei strittigen Aktionen sorgte eine Szene vor der Pause. Keine Minute nach dem Anschlusstor durch Matthew Upson (37.) prallte ein Schuss von Frank Lampard via Lattenunterkante klar ersichtlich HINTER der Torlinie auf, nochmals an die Latte und von dort in die Hände des deutschen Goalies Manuel Neuer. Den Engländern wurde ein klarer Treffer, gewissermassen das umgekehrte Wembley-Tor des WM-Finals 1966 (gegeben, aber bis heute nicht bewiesen), aberkannt, der den Spielverlauf massgeblich beeinflusst hätte.

Schon vor dem Zeitpunkt des angeblichen 2:2 befand sich England in seiner besten Phase der Partie. Die "Three Lions" kamen durch Upsons zweites Länderspieltor zum Anschluss und drückten dann in der zweiten Halbzeit vehement auf den Ausgleich. Deutschlands Platzhälfte wurde minutenlang belagert, zwingend agierte England allerdings mit Ausnahme von Lampards zweitem Lattenschuss nicht.

Die Entscheidung führte Deutschland mit zwei Kontern aus dem Lehrbuch herbei, beide Male hiess der Torschütze Thomas Müller. Der Shooting Star von Bayern München, der vor einem Jahr noch in der dritten Liga gekickt hatte, traf in der 67. zum 3:1 und drei Minuten später zum 4:1. Beide Male hatte das jüngste deutsche WM-Team seit 1934 nach Standards den Ball abgewehrt, maximal zwei Berührungen später lag er bereits hinter Englands Goalie David James.

Dank dem zwölften WM-Tor des nach seiner Sperre wieder ins Team gerückten Miroslav Klose (20., nach Abstoss von Goalie Neuer) und Lukas Podolskis Treffer aus spitzem Winkel führte Deutschland nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits 2:0. England war bis zu diesem Zeitpunkt ohne Chance gewesen, der Auftritt der technisch überlegenen Deutschen erinnerte zuweilen an das 4:0 zum Vorunden-Auftakt gegen die inferioren Australier.

Deutschland - England 4:1 (2:1).

Free State Stadium, Bloemfontein. - 40 510 Zuschauer. - SR Larrionda (Uru). - Tore: 20. Klose 1:0. 32. Podolski 2:0. 37. Upson 2:1. 67. Müller 3:1. 70. Müller 4:1.

Deutschland: Neuer; Lahm, Mertesacker, Friedrich, Boateng; Khedira, Schweinsteiger; Müller (72. Trochowski), Özil (83. Kiessling), Podolski; Klose (72. Gomez).

England: James; Johnson (87. Wright-Phillips), Terry, Upson, Ashley Cole; Milner (64. Joe Cole), Lampard, Barry, Gerrard; Defoe (71. Heskey), Rooney.

Bemerkungen: Deutschland ohne Cacau (verletzt). 38. Lattenschuss von Lampard, der Ball prallte von hinter der Linie ein zweites Mal an die Latte. 52. Freistoss von Lampard an die Latte. Verwarnungen: 47. Friedrich. 82. Johnson (beide wegen Fouls).

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