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Der erfüllte Kindheitstraum

Mit Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré steht beim Major-Turnier in Gstaad erstmals seit fünf Jahren ein Schweizer Team im Halbfinal. Dabei treffen die beiden am Samstagvormittag auf das als Nummer 6 gesetzte Duo Chantal Laboureur/Julia Sude.

Joana Heidrich, hier bei einem Rettungsversuch, und Anouk Vergé-Dépré (hinten) brillieren auch am Major-Turnier in Gstaad und stehen im Halbfinal.
Joana Heidrich, hier bei einem Rettungsversuch, und Anouk Vergé-Dépré (hinten) brillieren auch am Major-Turnier in Gstaad und stehen im Halbfinal.
Anthony Anex, Keystone

Nach exakt einer Stunde Spielzeit lagen sich Joana Heidrich und Anouk Vergé-Dépré im Gstaader Sand überglücklich in den Armen. Eben hatten sie sich in einem dramatischen Viertelfinalspiel gegen die Brasilianerinnen Elize Maia/Taiana Lima 21:19, 14:21, 18:16 durchgesetzt und ihren ersten Halbfinal auf höchster Stufe perfekt gemacht.

Dabei wehrten die Zürcherin und die Bernerin im entscheidenden Tiebreak drei Matchbälle ab. Ihrerseits verwerteten sie gleich die erste Möglichkeit zum Sieg, nachdem die Minuten davor durch spektakuläre Ballwechsel und umstrittene Entscheide mit Videostudium geprägt gewesen waren.

«Es war richtig dramatisch», sagte Vergé-Dépré, deren Bestergebnis in Gstaad bisher ein 17. Rang gewesen war. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft und daran geglaubt. Das hat heute den Ausschlag zu unseren Gunsten gegeben.» Und ihre ebenfalls 25-jährige Partnerin Heidrich ergänzte: «Ich hatte stets das Gefühl, dass heute unser Tag ist. Deshalb hielten wir bis zum Schluss dagegen.» «Ihren Tag» hatten Heidrich/Vergé-Dépré mit einem klaren Sieg in den Achtelfinals begonnen. Beim 21:16, 21:16 gegen die beiden jungen und aufstrebenden Amerikanerinnen Sara Hughes/Kelly Claes beanspruchten sie die Nerven der Zuschauer deutlich weniger. Im Vergleich zu den Gruppenspielen gelang ihnen bereits in diesem Spiel eine Steigerung. Am Abend legten sie noch einmal eine Schippe drauf.

Im Halbfinal treffen die als Nummer 9 gesetzten Schweizerinnen nun auf das als Nummer 6 gesetzte Duo Chantal Laboureur/Julia Sude. Gegen die Deutschen, die in dieser Saison bereits im amerikanischen Fort Lauderdale im Halbfinal standen, haben Heidrich/Vergé-Dépré noch nie zuvor gespielt.

Kuhglocke als Ziel

«Damit es für den Final reicht, müssen wir noch einmal unser bestes Volleyball auspacken», so Vergé-Dépré, die wie Heidrich von einem «Kindheitstraum» sprach, der in Erfüllung gehe. Mit dem Halbfinal dürften sie sich aber nicht zufrieden geben, «denn wir wollen nämlich eine Kuhglocke.»

Eine Glocke erhalten traditionellerweise alle Spielerinnen und Spieler, die in Gstaad den Sprung auf das Podest schaffen. Die Chancen, als erst zweites Frauenduo nach Simone Kuhn/Nadine Zumkehr vor fünf Jahren (3.) das begehrte Souvenir mit nach Hause zu nehmen, stehen gut.

Heidrich und Vergé-Dépré treten auf dem Feld mit grosser Überzeugung auf, seit sie Mitte Juni in Den Haag die Weltnummern 1, 3 und 5 schlugen und erst im Final gestoppt wurden. Letzte Woche im kroatischen Porec waren sie in den Viertelfinals noch äusserst knapp gescheitert.

Gemeinsames Bestresultat

Nun überwanden Heidrich und Vergé-Dépré, die erst seit diesem Jahr zusammen spielen, erstmals an einem Major-Turnier die letzte Hürde für die Top 4. Sie wiederholten, was Tanja Hüberli und Nina Betschart letzte Woche auf selber Stufe im kroatischen Porec (3. Rang) gelungen war, und realisierten ihr bisher wertvollstes Ergebnis.

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