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Alis «Kampf des Jahrhunderts»

Muhammad Ali und Joe Frazier lieferten sich vor 40 Jahren einen der legendärsten Boxkämpfe der Geschichte. Ali verlor und war am Ende doch der grosse Sieger.

Im Kampf des Jahrhunderts (engl. «Fight of the Century») traten der damals amtierende Schwergewichtsweltmeister Joe Frazier und Herausforderer Muhammad Ali gegeneinander an. Es war das erste Mal, dass zwei ungeschlagene Boxer um den Schwergewichtstitel kämpften.

Alles fieberte einem Kampf der «Giganten» entgegen, der auch eine Auseinandersetzung zweier Weltanschauungen war, wie «20 Minuten» erläuterte. Der 29-jährige Ali galt als Symbol der 68er-Gegenkultur, der 27-jährige Frazier dagegen als guter Patriot, weshalb das legendäre Grossmaul Ali ihn als «Onkel Tom» verspottete. Frazier war darüber erbost, hatte er sich doch aktiv für Alis Comeback eingesetzt. Es war der Beginn einer bis zu Fraziers Tod anhaltenden persönlichen Rivalität.

Ein symbolischer Kampf

Nachdem Ali zwei Aufbaukämpfe gewonnen hatte, war es am 8. März 1971 so weit: Der Fight im New Yorker Madison Square Garden wurde bereits im Vorfeld zum «Kampf des Jahrhunderts» hochstilisiert. Kaum ein Sportereignis der Geschichte war mit so hohen Erwartungen verbunden. Beide Boxer erhielten je 2,5 Millionen Dollar Preisgeld – damals eine Rekordsumme. Weltweit verfolgten rund 300 Millionen Menschen das Spektakel am Fernsehen – auch in der Schweiz standen viele mitten in der Nacht dafür auf.

Der Kampf selbst erfüllte die Erwartungen nicht, er übertraf sie. Anfangs dominierte Ali mit seiner überragenden Technik, doch mit zunehmender Dauer behielt «Smokin’ Joe» Frazier dank seinem knallharten Punch die Oberhand. In der 11. Runde beförderte er seinen Gegner beinahe und in der 15. Runde endgültig auf die Bretter. Erst zum dritten Mal in seiner Karriere lag Muhammad Ali am Boden. Doch er rappelte sich auf und versetzte Frazier noch einige harte Schläge. Am Ende des Kampfes waren beide schwer gezeichnet.

Alis erste Niederlage

Das Verdikt war dann eindeutig: Joe Frazier wurde nach 15 Runden zum Sieger nach Punkten erklärt. Ali hatte somit erstmals einen Profikampf verloren. Dennoch war er der eigentliche Sieger – mit seinem Charisma und seinem Kampfgeist eroberte er die Herzen der Fans. Für Joe Frazier aber war es der Anfang des Niedergangs, er gewann nie mehr einen grossen Kampf. Im Januar 1973 verlor er den WM-Titel gegen George Foreman nach nur zwei Runden.

Ein Jahr später kam es in New York zum enttäuschenden Rückkampf gegen Ali, den dieser nach Punkten gewann. Im Oktober 1974 eroberte Ali im «Rumble in the Jungle» mit einem K.o.-Sieg gegen Foreman endlich den Weltmeistertitel zurück. Zu einem wahren Mythos wurde ein Jahr später der dritte Kampf gegen Frazier, der «Thrilla in Manila», für viele Experten der grösste Boxkampf der Geschichte. Der unglaublich intensive Fight endete nach 14 Runden mit der Aufgabe Fraziers, der aus seinem geschwollenen Gesicht kaum noch etwas sehen konnte.

Noch einmal Geschichte geschrieben: Highlights des dritten Kampfs zwischen Ali und Frazier. (Video: Youtube)

Teilweise übernommen von «20 Minuten», bearbeitet von Redaktion Tamedia.

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