Schweizer wollen gegen Zypern "intelligent" spielen

Fussball

Die SFV-Auswahl will heute in Genf (17.30) gegen Zypern gewinnen. Es soll eine Basis für die anspruchsvolle Schlussphase der WM-Qualifikation vom Herbst geschaffen werden.

Für eine kollektive Anspannung hat der Coach gleich persönlich gesorgt. Bereits im Vorfeld des Zusammenzugs setzte Ottmar Hitzfeld bewusst Reizpunkte. Er dachte laut über Gökhan Inler nach, der in Napoli zuletzt überzählig war, und signalisierte damit öffentlich: Es gibt keine "Gesetzen-Liste", jede Position steht zur Debatte, selbst der im Normalfall unantastbare Captain. Pokerer Hitzfeld hob so die Intensität vom ersten Trainingstag an aufs gewünschte Level - und wird natürlich trotzdem wie üblich auf seine Integrationsfigur setzen.

Künstliche Reizpunkte dieser Art sind offenbar nötig. Denn wie schwer sich die Schweiz noch immer tut mit Aussenseitern, verdeutlichte das torlose Hinspiel im letzten März auf der Ferien-Insel. Das ohnehin diskutable Ranking der FIFA legt die sportliche Wahrheit nicht offen: Die SFV-Auswahl (14.) ist acht Positionen vor dem fünffachen Weltmeister Brasilien klassiert, Zypern rangiert an 122. Stelle - hinter Antigua aus der Karibik.

Die Konstellation ist klar. Alles ausser einem Sieg würde nicht nur von Aussenstehenden als schwere Enttäuschung deklariert. Ein erneuter Punktverlust würde die ansprechende Halbzeit-Bilanz spürbar beeinträchtigen und die erhebliche Marge für die heiklen Gastspiele in Oslo (10. September) und in Tirana (11. Oktober) womöglich entscheidend schmälern.

Aus Sicht des Leaders steht deshalb fest: Mit dem vierten Sieg in der sechsten Partie der WM-Kampagne könnte sich die Schweiz auf ihrer Pole-Position etablieren und sich relativ ruhig auf die schwierige Endphase vorbereiten. Es geht gegen den Tabellenvorletzten, der als einzige Auswahl neben jener von Slowenien für das Turnier in Brasilien nicht mehr ernsthaft infrage kommt, primär darum, eine Basis für den Herbst zu schaffen. Für Hitzfeld ist die taktische Formation - das bewährte 4-2-3-1 oder eine 4-4-1-1-Grundaufstellung steht zur Debatte - gegen Zypern sekundär: "Wir müssen intelligent spielen."

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