ABO+

Wie Firmen den Freitagseffekt ausnutzen

Schlechte Nachrichten werden häufig am letzten Tag der Arbeitswoche verkündet. Dann verbreiten sie sich weniger.

Ihm half auch der berühmte Freitagseffekt nicht: Philipp Hildebrands Fall war zu brisant, als dass man ihn hätte verheimlichen können (Archiv). Foto: Laurent Guiraud (TDG)

Ihm half auch der berühmte Freitagseffekt nicht: Philipp Hildebrands Fall war zu brisant, als dass man ihn hätte verheimlichen können (Archiv). Foto: Laurent Guiraud (TDG)

Armin Müller@Armin_Muller

Kommunikationsberater empfehlen ihren Kunden, schlechte Nachrichten möglichst am Freitag gegen Feierabend zu veröffentlichen. Dann sind die Medien nicht mehr so aufmerksam und die Kunden oder Aktionäre mit dem Kopf schon im Wochenende.

So veröffentlichte der Bankrat der Nationalbank kurz vor Weihnachten, am Freitagabend des 23. Dezembers 2011, eine kurze Medienmitteilung: «Gerüchte gegen den Präsidenten des ­Direktoriums erweisen sich als haltlos.» Es sei nichts dran an den Gerüchten um private Geldtransaktionen von Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand, mit denen er sich im Zusammenhang mit der Einführung des Euro-Mindestkurses persönlich bereichert haben solle. Thema erledigt, lasst uns Weihnachten feiern – der Zeitpunkt schien ideal gewählt. Die Rechnung ging dann doch nicht auf. Es dauerte etwas länger, aber der Fall war zu brisant. Hildebrand musste den Hut nehmen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt