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Viel besser als Olympia

Statt Sion 2026 wären eine Veranstaltung mit den 20 bis 30 attraktivsten Winter-Olympia-Disziplinen zu den «Races of the Champions» innovativ – eine Art Weltklasse Wallis.

Das Walliser Parlament will die Olympischen Winterspiele 2026 im Wallis, und der Bund hat Unterstützung zugesagt. Bisher wird von 100 Millionen Franken Kosten fürs Wallis und einer Milliarde für den Bund gesprochen. Die letzten paar Winterspiele waren alle um ein Vielfaches teurer. Im Wallis werde nun alles anders. Es sollen die bisher besten und billigsten Spiele zugleich werden – auf der Preisinsel Schweiz! Offensichtlich sollte man den Promotoren nicht alles glauben. So sagen sie, eine Volksabstimmung auf Bundesebene würde das Projekt rein zeitlich scheitern lassen. Wer aber in der Schweiz die direkte Demokratie nicht einplant, plant falsch.

Was brächte Olympia 2026 wirklich? Eine vernünftige Prognose ist wohl wenigstens 300 Millionen Franken Kosten für die engere Region, und für die Schweiz Kosten von weiteren 1,5 bis 4,5 Milliarden, je nachdem, wie die Risiken und Kosten für Sicherheitsleistungen von Armee und Polizei sowie Investitionen in Sport- und Verkehrsinfrastruktur bewertet werden.

Gemäss ihren Promotoren lohnen sich Olympische Spiele wirtschaftlich, denn sie brächten Milliardenumsätze für Hotels, Restaurants, Boutiquen, Baufirmen etc. sowie eine Zunahme der Beschäftigung. Das ist Unsinn. Den Umsätzen stehen hohe Kosten für Vorleistungen und Personal gegenüber. Als Nettoerträge bleiben je nach Branche nur etwa 2 bis höchstens 10 Prozent der Umsätze und damit nur ein kleiner Bruchteil der Kosten von Olympia 2026. Und die zusätzlichen Beschäftigten müssten fast ausschliesslich im Ausland rekrutiert werden, denn unter den einheimischen Fachkräften herrscht praktisch schon Voll­beschäftigung.

«Solch ein ­Anlass würde viel besser zum Image des Wallis passen.»

Mit der Kandidatur für Olympia 2026 droht den Wallisern ein teils korruptes Wettbewerbsumfeld, absurd hoch subventionierte Gegner und übermässige Abhängigkeit vom olympischen Komitee. Deshalb würden sie viel klüger etwas billigeres und besseres Eigenes auf die Beine stellen. Hier ein Vorschlag.

Heute gibt es alle vier Jahre ein Zwischenjahr, in dem weder Olympische Spiele noch alpine und nordische Skiweltmeisterschaften statt­finden. Da könnte das Wallis regelmässig ein «Races of the Champions» veranstalten. Diese könnten sich auf die 20 bis 30 attraktivsten Disziplinen konzentrieren, während es bei Olympischen Winterspielen über hundert Disziplinen gibt. Eingeladen werden könnten pro Disziplin die rund 30 besten, zuschauerwirksamsten und förderungswürdigsten Sportler und Sportlerinnen; etwa die zehn Weltranglistenbesten, die letzten zwei Olympiasieger und Weltmeister, die sechs besten Nachwuchssportler, die vier besten Schweizer, die zwei besten Walliser und die zwei Besten jedes so noch nicht vertretenen Kontinents. Allen Teilnehmern könnten anständige Startgelder und für die ersten sechs Plätze hohe Preisgelder bezahlt werden, sodass die Sportler noch so gerne kämen.

Ein solcher Anlass würde einen kleinen ­Bruchteil von Olympischen Spielen kosten, hätte dank seiner Regelmässigkeit viel nachhaltigere Wirkung und würde mit seiner beschränkten Grösse, seiner Unabhängigkeit und Hochwertigkeit viel besser zum Image des Wallis und der Schweiz passen.

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