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Und wann ­werden Sie weggeUBERt?

Die Digitalisierung sollte uns intensiv beschäftigen. Aber nicht total verunsichern.

60 Prozent der hiesigen Unternehmen glauben, dass die Digitalisierung kaum Folgen für ihr Geschäft haben wird. Das hat diese Woche eine Studie der UBS ergeben. Ich kann das kaum glauben. Denn in den Referaten der Manager tönt es derzeit ganz ­anders. Da wird eine geradezu panikartige Stimmung verbreitet. «Der digitale Tsunami kommt – so oder so. Keine Branche und kein Job bleiben verschont» – Sätze wie diese werden penetrant in die Runde geworfen. «Wann werden Sie weggeUBERt»?, ploppte vor ein paar Tagen in der Betreffzeile einer Mail an mich auf.

Ja, sie gehen an die Nieren, ­diese Ermahnungen, dass man sein Schicksal sofort in die Hand ­nehmen müsse, um das Monster namens Digitalisierung zu überleben. Oh Gott – da ist etwas Grosses im Gang, und ich verpasse es! Muss ich mich für eine Weiterbildung anmelden? Oder sollte ich mich schon mal mit den Vorteilen von Arbeit auf Abruf befassen? Warum habe ich nicht den Mumm, ein Start-up zu gründen? Die Kündigungen von Arbeits­kollegen, die das tun, häufen sich. Und wenn sie einen dann zum Abschiedsapéro einladen, fühlt man sich als gottsjämmerlicher Versager. Weil man selber keine zündende Idee hat, oder ein paar hindernde Verpflichtungen.

«Wissen Sie, was meine grösste Angst ist»?, hörte ich unlängst einen Referenten sagen. «Dass mein Sohn mich eines Tages fragt: ‹Sag mal Papa, was hast du eigentlich die ganze Zeit gemacht, als all die Internetmillionäre entstanden?›» Gelächter. Doch der Satz bringt die Stimmung auf den Punkt. Die Digitalisierung sollte uns tatsächlich intensiv beschäftigen. Aber bis wir weggeUBERt werden, bleibt noch etwas Zeit zum Nachdenken.

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