Googeln Sie, wie Sie sich vor Google schützen können

Über die Sammelwut der Superstar-Firmen, deren Chefs mit unseren privaten Daten zu Milliardären werden.

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Google verfolgt unsere Bewegungen, selbst wenn der Standortverlauf im Smartphone ausgeschaltet ist. Wieder einmal wird klar: Welche Informationen tatsächlich bei Google landen, weiss niemand. Umso dringender ist es, die Machtfülle dieses Konzerns zu hinterfragen. Noch niemals in der Geschichte wusste ein einzelnes Unternehmen so detailliert über das persönliche Leben von Milliarden Menschen Bescheid.

Dabei geht es nicht um die Frage, ob die Google-Chefs böse sind, sondern darum, ob es ein tragfähiges Gesellschaftsmodell ist, sich auf den Goodwill von Milliardären zu verlassen und darauf zu vertrauen, dass ihr Hauptinteresse ganz einfach nur darin liegt, Geld zu scheffeln.

Selbst wenn Google nur Milliarden anhäufen möchte, hat das Folgen für die globale Wirtschaft, wie eine Analyse Schweizer Ökonomen zeigt. Sogenannte Superstar-Firmen mit Milliardenumsätzen und wenigen Beschäftigten sind für die ungleiche Verteilung des globalen Wohlstands mitverantwortlich.

Es geht darum, wer das Recht auf unsere Daten hat.

Am stossendsten ist aber Googles Eingriff in unsere Privatsphäre, diese Sammelwut aller erdenklichen Daten. Die übliche Ausrede – wer nichts zu verbergen habe, habe auch nichts zu befürchten – funktioniert nicht. Es geht um mehr als das Intimleben Einzelner, das diese sowieso auf den sozialen Medien ausbreiten. Es geht schlicht darum, wer das Recht auf unsere Daten hat: wir selbst oder ein amerikanischer Grosskonzern?

Solange die Politik sich weiterhin als unfähig erweist, Google in die Schranken zu weisen, bleibt uns Konsumenten als Schadensbegrenzung nur eines übrig: bei den Geräten, so gut es geht, die Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre zu überprüfen und diese wo immer möglich einzuschalten. Die besten Tipps dafür finden Sie selbstverständlich, wenn Sie danach googeln. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 25.08.2018, 22:57 Uhr

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