«So was soll einen nicht nachdenklich machen?»

Die Reaktionen der Leser.

«Es hat nichts mit Panik zu tun, wenn ich als demnächst 5G-bestrahlte Bürgerin fordere, dass 5G erst zugelassen wird, wenn Langzeitstudien vorliegen», schreibt Isabella Fischer aus Brüttisellen ZH.

«Es hat nichts mit Panik zu tun, wenn ich als demnächst 5G-bestrahlte Bürgerin fordere, dass 5G erst zugelassen wird, wenn Langzeitstudien vorliegen», schreibt Isabella Fischer aus Brüttisellen ZH.

(Bild: Keystone)

CVP in der Ehe-Krise
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Mit Diffamierung, ja Diskriminierung hat heute zu rechnen, wer am «traditionellen» Ehebegriff unbeirrbar festhält. Wenn nun auch die CVP schwach wird, so verliert sie eines ihrer letzten Alleinstellungsmerkmale. Sie wird zu einer zweiten FDP und macht sich somit überflüssig. Gerade die vom promovierten Philosophen Gerhard Pfister präsidierte «Familienpartei» täte gut daran, nicht zuletzt die Befindlichkeit der Kinder zu bedenken, welche von schwulen Paaren sollen adoptiert werden können: Anfangs wehrlose Wesen, werden später viele dieser Adoptierten ihre Situation beweinen und dagegen protestieren. Von «Diskriminierung» wird vielfach die Rede sein, und die inzwischen Erwachsenen werden in grosser Zahl gegen die staatlichen Behörden klagen. Opferverbände werden sich organisieren, um den Staat zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadenersatz zu bewegen.
Daniel A. Cuny, Basel

Im Zusammenhang mit der Heiratsstrafe-Initiative der CVP wurde damals die Ehe definiert, so wie sie unserem christlichen Verständnis entspricht: als «auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau». Nun glauben plötzlich einige CVP-Politikerinnen und -Politiker, diese Definition ändern zu müssen. Sie sei nicht mehr zeitgemäss, man müsse den Begriff «Ehe» so definieren, dass er auch für gleichgeschlechtliche Paare gelte. Hier frage ich mich: Ist der Begriff «Ehe» einfach der Zeitmässigkeit anzupassen? Auch ich stehe zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und bin gegen jede Diskriminierung solcher Beziehungen. Bei uns ist mit der Möglichkeit einer eingetragenen Partnerschaft eine gleichgeschlechtliche Beziehung akzeptiert und geschützt. Etwas anderes ist der Begriff «Ehe». Dieser Begriff beinhaltet die Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau und steht in einem Zusammenhang mit der Weitergabe des Lebens. Für alle christlichen Konfessionen haftet dem Begriff «Ehe» etwas Heiliges an. In unserer katholischen Kirche hat die Ehe den Status eines Sakraments. Auch eine kirchliche Institution ist nie unfehlbar. Aber es gibt eben auch Werte, die nicht verwandelbar sind. Das hat auch etwas mit unserer Glaubwürdigkeit zu tun. Und das Festhalten an solchen Werten muss keineswegs Intoleranz oder Diskriminierung bedeuten.
Josef Borer-Schmid, Engelberg OW

1154 Jahre krank
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Wieso sollte es erstaunlich sein, dass Bundesbeamte des Öfteren krank sind und demnach enorme Kosten verursachen? Daran sind nicht nur die teilweise abwechslungslosen Tätigkeiten mitschuldig, sondern auch die schwer überschau- und kontrollierbaren Betriebsgrössen.
Armin Arnold, Köniz BE

Das Positive vorweg: Das Eidgenössische Personalamt weiss offenkundig sehr genau Bescheid, in welcher Verwaltungseinheit wie viele Krankheitstage anfallen. Zusammen mit den Absenzen infolge Unfalls dürfte der Durchschnitt der Fehltage in der Bundesverwaltung noch um einiges höher liegen. Wie viele Bundesangestellte wohl alleine für die Ermittlung und Auswertung dieses statistischen Werks nötig sind?
Martin Roth, Zürich

Schawinski im Shitstorm
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Ich konnte mit Roger Schawinski noch nie viel anfangen. Er kann kein «Nein» akzeptieren, wenn er ein Interview führt, ansonsten bricht er das Thema ab oder bohrt so lange, bis man klein beigibt. Man hat das ja gesehen bei Salomé Balthus, als er versucht hat, sie systematisch fertigzumachen. Jeder andere Moderator würde nach diesen sexistischen Äusserungen zur Rechenschaft gezogen werden, aber ihn lässt man schalten und walten. Das kann es doch einfach nicht sein!
Daniel Zollinger, Uster ZH

Dass Roger Schawinski ein miserabler Zuhörer ist, ist bekannt. Das mag eine leicht autistische Komponente haben.
René Gautschi, Zürich

Roger Schawinski, Sie waren einmal ein mutiger Pionier, ein herausragender Journalist und Medienmann. Nach dem Lesen des Artikels begann ich mir aber zu überlegen, wann Ihr Abstieg eigentlich begonnen hat. War das, als Sie, nachdem Sie jahrelang das Schweizer Fernsehen angegriffen und kritisiert hatten, eben zu diesem zurückgekehrt sind? Oder ist es erst jetzt im Alter, da Ihre narzisstischen Züge immer klarer und dominanter zum Vorschein kommen? Nach dem Sendungsabbruch beim Interview mit Markus Somm und dem journalistischen Versagen beim Interview mit Frau Balthus sind Sie jetzt für mich an einem Punkt angelangt, wo ich nur noch eines für Sie übrig habe: Mitleid. Wohl das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann, wenn er nur noch Mitleid erregt.
Werner Schoop, Kreuzlingen TG

Ich habe mich schon vor der Sendung gefragt, wieso Schawinski eine Edelprostituierte interviewen sollte. Das interessiert doch echt keinen einigermassen normalen Bürger. Schade für die Gage und die Sendezeit.
Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

Who cares? Nicht nur die Frauen!
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Mir ist auch schleierhaft, wie Roger Schawinski seine Interviewpartner immer wieder niedermachen darf, ohne dass die Fernsehbosse einmal eingreifen. Kein Wunder, dass nur wenige Frauen zusagen.
Hanspeter Schmutz, Basel

Schawinski hat ein richtiges Problem mit Frauen, mit der grossen Ausnahme von Hannelore Elsner: Als sie vor Jahren bei ihm zu Gast war, da scharwenzelte er, dass es ihr peinlich war.
Mengia Willimann, Luzern

Ein SVP-Bauer will das Klima retten
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Damit die nationalen und internationalen Klimaziele erreicht werden können, braucht es alle: Die Berner und Thurgauer SVP-Bauern, die mit zukunftsweisenden Ackerbaumethoden Humus aufbauen und CO2 speichern. Den Gründer von «Plant for the Planet», Felix Finkbeiner, der unzählige Menschen zum Pflanzen von Bäumen motiviert hat und es noch tut. Den Arzt, der die vegan lebenden Menschen medizinisch betreut. Die Frauen und Männer, die ihre Ferienreisen möglichst ohne Flugzeug geniessen, und jene, die Online-Einkäufe minimieren (auch Frachtflugzeuge produzieren viel CO2). Mit ins Boot zu holen sind noch: die Politik. Die Nationalbank, Finanzinstitute und Pensionskassen, die ihre Investitionen von fossilen hin zu regenerativen Energien verlagern müssen. Und schliesslich jene, die erst dann aktiv werden, wenn es alle andern auch tun. Wir sind gefordert – alle und jetzt.
Markus Bösch, Romanshorn TG

«Es ging los, weil meine Lehrerin Klima und Wetter verwechselte»
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Felix Finkbeiners Organisation Plant for the Planet ist eine ausgezeichnete Sache, sie bewirkt sicher mehr als Klimademonstrationen. Finkbeiner weist auch auf das Hauptproblem des Klimawandels hin: die Verdoppelung der afrikanischen Bevölkerung bzw. die besorgniserregende Zunahme der Erdbevölkerung. Wenn da nichts unternommen wird, nützt es nichts, wenn wir in Europa nicht mehr heizen, nicht mehr Auto fahren und nur noch vegan leben würden.
Verena Rickli, Ittigen BE

Wer zu spät kommt
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Für Engländer meiner Generation haben die Queen Mother und Königin Elizabeth in den Kriegsjahren das Richtige getan. Sie sind in London geblieben und haben sich nicht ins sichere Kanada abgesetzt. Elizabeth ist Ambulanz gefahren und wurde so ein Vorbild. Das werden wir dem Königshaus nie vergessen. Deshalb sind wir für die Königin, obwohl viele, als Demokraten, gegen die Monarchie als Institution sind. Aber diese Loyalität muss immer wieder neu verdient werden.
Peter Graham Lancashire, Bottmingen BL

Fetisch Mutterschaft
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Eigentlich ist der Gesellschaftsteil für mich stets das Highlight der SonntagsZeitung. Doch warum muss ich darin Woche für Woche lesen, wie Frau Weber als kinderlose Frau im Selbstmitleid versinkt? Für mich als junge Frau ist es selbstverständlich absolut legitim, sich gegen Kinder zu entscheiden – die Mutterschaft aber als einen Fetisch zu bezeichnen und sich selbst als Mitglied einer «ungeliebten Spezies» an den Rand der Gesellschaft verdrängt zu sehen, ist meiner Meinung nach eine masslose Übertreibung.
Yasmin Zurbrügg, Walenstadt SG

«Cannabis gehört nicht in Hände Jugendlicher»
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Was die psychiatrische Seite von jugendlichem Cannabiskonsum angeht, bin ich nicht Expertin. Trotzdem möchte ich Sie daran erinnern, dass, wie Sie selber sagen, belastende Situationen psychotische Reaktionen begünstigen können. Das gilt aber auch, wenn Jugendliche beim Kiffen erwischt und wie Schwerverbrecher behandelt werden, obwohl sie sich gar nichts Böses dabei gedacht hatten.
Sandra Juon, Mathon GR

Fakten gegen die 5G-Panik
SonntagsZeitung vom 14. 4. 2019

Zitat: «Bei einer intensiven Nutzung können biologische Effekte gemessen werden (zum Beispiel mehr Sauerstoffradikale, Veränderungen der Hirnströme)». So was soll einen nicht nachdenklich machen? Ich würde zu gern wissen, ob gewisse Politiker und Wissenschaftler auch solche Antennen in ihrer direkten Umgebung haben werden.
Patricia Gawlick, Muttenz BL

Die Forderungen der Politiker eines Moratoriums für 5G seien nicht wissenschaftlich fundiert. Weshalb warnten dann aber mehr als 180 Wissenschaftler und Ärzte aus 36 Ländern am 17. 9. 2017 vor den Gesundheitsrisiken durch 5G? Darin empfehlen sie ein Moratorium, bis potenzielle Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt vollständig durch industrieunabhängige Wissenschaftler erforscht wurden. Das Thema ist von grösstem öffentlichem Interesse und bedarf einer äusserst seriösen, neutralen Bearbeitung.
Martin Bracher, Büsserach SO

Es geht ja nicht nur um den gesundheitlichen Aspekt von 5G. Auch die damit einhergehende ­Totalüberwachung der Bevölkerung wird die Menschen in einen Zustand der absoluten Unfreiheit in ungeahntem Ausmass führen, wie er noch niemals zuvor in der Weltgeschichte existiert hat.
Maria Ferra, Basel

Leider hat der Autor vergessen zu erwähnen, dass die meisten Studien, die im Mobilfunk keine Gefährdung für Mensch, Tier und Natur sehen, von der Mobilfunkindustrie finanziert werden. Es gibt zahlreiche Studien von Wissenschaftlern fern dieser Industrie, die allesamt auf ein Gefährdungspotenzial hinweisen oder zumindest fordern, dass weitere Forschung zwingend nötig sei. Allein schon diese Diskrepanz muss doch Zweifel wecken. Es hat nichts mit Panik zu tun, wenn ich als demnächst 5G-bestrahlte Bürgerin fordere, dass wirklich unabhängig geforscht wird und 5G erst zugelassen wird, wenn Langzeitstudien vorliegen.
Isabella Fischer, Brüttisellen ZH



Dieser Text stammt aus der aktuellen Ausgabe. Jetzt alle Artikel im E-Paper der SonntagsZeitung lesen: App für iOSApp für AndroidWeb-App

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...