«Eure egoistischen Eltern haben euch auf die Welt gestellt, nicht wahr?»

Die Reaktionen der Leser.

«Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die Vorschriften implementiert haben bezüglich des maximalen Energieverbrauchs eines Gebäudes», informiert ein Leser. Foto: Raphael Moser

«Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die Vorschriften implementiert haben bezüglich des maximalen Energieverbrauchs eines Gebäudes», informiert ein Leser. Foto: Raphael Moser

Klima: Jetzt kommen die Verbote
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Auch wenn das Schweizer Volk diesen Herbst 200 grüne National- und 46 grüne Ständeräte wählen sollte, die dann sieben grüne Bundesräte bestellen, wenn dazu die absehbar verordnete Installation von Solarpanels (hergestellt in China mit Strom aus Kohlekraftwerken) auf alle Hausdächer vollzogen wird und wenn alle Schweizer auf das saftige Steak verzichten und zu Fuss nach Italien oder Spanien in die Ferien wandern, ist der Effekt unseres Beitrags für das weltweite Klima in etwa gleich gross, wie wenn eine Maus in den Bodensee «bislet». Dies, weil die anvisierte mögliche CO2-Einsparung in der Schweiz durch die Emissionen in China, Indien oder Russland innert maximal zweier Wochen aufgehoben wird.
Hugo Pfeuti, Lyss BE

«Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut», rufen die Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Schweiz. Und das landesweit koordiniert. Ja, wer ist denn «ihr»? «Wir», die gute, saubere Jugend, «ihr», die bösen, die Umwelt zerstörenden Erwachsenen? Ja, wer hat euch denn auf die Welt gestellt, gestillt, ernährt, erzogen, ein Zuhause gegeben und die Ausbildung bezahlt? Eure rücksichtslosen, egoistischen Eltern, nicht wahr? Klar muss man etwas gegen die Umweltverschmutzung und den Klimawandel tun, keine Frage – aber miteinander, nicht gegeneinander.
Freddy Boichat, Bern

Es ist korrekt, dass der Fleischkonsum und die Vielfliegerei für einen erheblichen Anteil des CO2-Ausstosses verantwortlich sind. Deshalb sollten wir unseren Konsum einschränken. Richtig ist auch, dass die Schweiz führend ist bezüglich des sparsamen Umgangs mit den Ressourcen. Die Schweiz ist eines der wenigen Länder, die Vorschriften implementiert haben bezüglich des maximalen Energieverbrauchs eines Gebäudes. Was mich jedoch an dieser Klimadebatte besonders stört, ist, dass es bis jetzt niemand gewagt hat, den ursprünglichen Auslöser aller unserer Probleme zu nennen. Wir bekämpfen nur die Symptome, wenn wir weniger fliegen und Fleisch essen. Niemand hat bis jetzt das überbordende Bevölkerungswachstum im gleichen Atemzug genannt wie das Klimaproblem. Als ich geboren wurde, waren wir auf diesem Planeten erst vier Milliarden Menschen. Ab 2023 werden wir voraussichtlich acht Milliarden sein. Jeder zusätzliche Einwohner will Fleisch essen und in die Ferien fliegen, sprich konsumieren. Solange keine weltweit stringent durchgesetzte Ein-Kind-Politik eingeführt wird, bin ich nicht gewillt, als Schweizer mich noch mehr einzuschränken.
Eduard Krebs, Wetzikon ZH

Gestern war ich mit dem Gemeinde-Tages-GA auf der Rigi, vor 14 Tagen auf dem Pilatus. Beide Male das gleiche Bild: wenig Einheimische, viele Touristen. Wer konsequent fürs Klima ist, müsste eigentlich Klartext reden: «Liebe Touristen aus Asien und Amerika, besucht uns bitte nicht zu oft. Sorry, es geht ums Klima.»
Gernot Gwehenberger, Dornach SO

Wer nicht handelt, wird bestraft
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Alle Ihre Aussagen im Editorial der SonntagsZeitung finde ich mehr als nur zutreffend. Besonders der Seitenhieb an die Adresse von Roger Köppel hat mir sehr gut gefallen. Die Freude aber an Ihrem Text hat mich auf Seite 18 der Zeitung dann sofort verlassen. Dort schreibt die SonntagsZeitung eine 15-tägige Leserreise mit Flug aus. Ihr Verhalten empfinde ich als genauso scheinheilig wie dasjenige von Mario Fehr.
Marianne Schweizer, Bönigen BE

Autofahrer geben bei Stromern Gas
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Die E-Mobilität: Ein weiterer Schildbürgerstreich im Namen des «Klimawandels». Vor etwa 15 Jahren wurden die Benziner verteufelt und die Leute angehalten, Dieselfahrzeuge zu kaufen. Nachdem sehr viele ein Dieselfahrzeug hatten, kam die Feinstaubpanik und die Menschen wurden genötigt, «saubere» Diesel mit Partikelfilter zu kaufen. Als alle Diesel einen Filter hatten, kam die CO2-Ideologie, und nun sollen alle Elektroautos kaufen, obwohl die effektive Umweltbilanz dieser keineswegs besser ist. Wenn in naher Zukunft jeder Zweite ein Elektroauto fährt, wird es heissen: «Die Batterien verseuchen die Umwelt. Ihr müsst nun ein Wasserstoffauto kaufen.» So wird es unermüdlich weitergehen, um der Autoindustrie gute Absatzmärkte zu erhalten. Der Dumme ist der Bürger, dem mit allen Mitteln ein schlechtes Gewissen eingeredet wird.
Susanna Eberle, Wald ZH

Wird die Schweiz nach und nach entwaffnet?
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Ich wundere mich schon über das derzeit knappe Umfrageresultat für ein Ja zum neuen Waffenrecht. Die Gegner der Vorlage sind tatsächlich bereit für das Partikularinteresse einer kleinen Minderheit, die Schengen/Dublin-Mitgliedschaft der Schweiz zu opfern. Konkret würde dies bedeuten, die europaweite Reisefreiheit für die Schweizer im EU-Raum einzuschränken und gleichzeitig die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Kriminalität für die Schweizer Behörden massiv zu erschweren. Und dies alles wegen einer leichten Verschärfung des Waffenrechtes im Bereich der halbautomatischen Waffen. In meiner Interessenabwägung komme ich bei dieser Vorlage schnell zu einem klaren Resultat. Ja zur Anpassung des Waffenrechts am 19. Mai.
Pascal Merz, Sursee LU

Ewig gestrige Reduit- und Rückwärtspolitiker wie Werner Salzmann leiern ihr unreflektiertes Mantra gegen das Waffengesetz runter. Leider hat sich auch ein Teil der Offiziersgesellschaft in dieser Frage gegen den Bundesrat gestellt. Wer den Schengen-Austritt riskiert, gefährdet unsere Sicherheit und vernebelt verantwortungslos die Konsequenzen und Schaden für Wirtschaft und Tourismus. Wenn diese politisch leider einflussreichen Kreise dem neuen Waffengesetz die Zustimmung verweigern, stellen sich grundsätzliche sicherheitspolitische Fragen: Sind das ausserdienstliche Schiesswesen und die Schützenvereine nicht zu teuer? Sind sie noch zeitgemäss? Brauchen wir in aktuellen und zukünftigen Bedrohungslagen noch eine breit aufgestellte, landsturmmässige, am Gewehr ausgebildete Heimwehr auch über die Dienstzeit hinaus – und gegen welchen Feind? Bundesrätin Keller-Sutter ist in dieser Frage ein wahrnehmungsstarker Leuchtturm und überzeugt mit ihren Argumenten für ein klares Ja zur Sicherheit der Schweiz. Gerade deshalb schiessen die Waffengesetzgegner gegen die dossierfeste und standhafte Bundesrätin – und verraten damit Schützentraditionen wie Ehrlichkeit, Charakter und Zielgenauigkeit.
Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Endstation Syrien
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Wie wir (die Schweiz) uns gegenüber den Schweizer IS-Reisenden verhalten, ist ein Hohn gegenüber unseren ach-so-heiligen christlichen und patriotischen Werten. Egal, was diese Leute gemacht haben: Es sind Schweizer. Ich möchte nicht Staatsbürger eines Landes sein, das mir nur hilft, wenn ich ein «richtiger» Schweizer bin, falls ich im Ausland in Schwierigkeiten gerate. Dass man diese Leute nicht zurückholt, ist auf keine Art und Weise zu rechtfertigen. Wir haben genug Gesetze, um sie für das, was sie getan haben, vor Gericht zu bringen und für immer ins Gefängnis zu sperren, damit sie keine Gefahr für unsere Gesellschaft bedeuten.
Patric Pfister, Bern

Die Guillotine ist aufgestellt
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Markus Somms wöchentliche Kolumne ist alleine das Abonnement wert.
Kurt Schweizer, Bern

Sie haben die Miss Schweiz ausgestochen
SonntagsZeitung vom 7. 4. 2019

Wer hätte wohl jemals gedacht, dass man sich nach der Wahl der schönsten Schweizerin zurücksehnt, wenn man diese Fotos sieht? Wie dumm (oder psychisch krank?) muss jemand sein, der sich 453 Metallteile in Gesicht und Körper piercen lässt? Der absolute Clou sind die Hörner auf dem Kopf. Der Mensch ist und bleibt das merkwürdigste Lebewesen aller Zeiten.
Hanspeter Schmutz, Basel

Martin Ebner kritisiert Alpiq-Deal
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Es kommt selten vor, dass ich mit Herrn Ebner gleicher Meinung bin, aber diesmal ist es so. Ich habe meine wenigen Aktien zu Zeiten gekauft, in denen Alpiq noch im Luxus schwelgte. Nach einigen schwierigen Jahren sieht die Lage wieder besser aus, denn der erneuerbare Wasserstrom wird wohl bald sehr begehrt sein und einiges teurer werden. Ausgerechnet jetzt sollen unsere Aktien zum Tiefstwert abgestossen und von Gewinnzunahmen ausgeschlossen werden. So ein Verhalten ist höchst unfair gegenüber den wenigen treuen Alpiq-Anhängern.
Rudolf Graf, Oensingen SO

Der Nachrutscher
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Als ehemaliger Aktionär von Panalpina habe ich mich lange geärgert über die sehr wenig überzeugende Rolle von Beat Walti. Die Aktionäre wurden nie ernst genommen von der Göhner-Stiftung, als deren Präsident er fungierte. Solche Machenschaften eines FDP-Politikers schaden auch dem Ruf der Partei.
Hans-Ulrich Wanzenried, Zürich

«Brexit war eine Meuterei. Es war eine Revolte gegen London»
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Es gibt viele Entwicklungshilfe-Projekte, die hören auf, wenn der Geldfluss versiegt. Das ist nicht nachhaltig. Die öffentliche Entwicklungshilfe hätte im Bundesparlament eine höhere Wertschätzung, wenn die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) aufzeigen könnte, welche langfristigen Ziele sie mit welchen Mitteln erreicht hat. Aber genau diese Vorarbeit wurde nicht geleistet.
Alex Schneider, Küttigen AG

Nestlé und US-Firmen ringen um den Erfolg mit Burger-Kopien
SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Für Tiere, Umwelt und Gesundheit ist es gut, dass Nestlé vegane Burger auf den Markt bringt. Anderseits macht es Mühe, mit dem Kauf ausgerechnet einen Konzern zu unterstützen, der bisher vor allem von Tierprodukten profitiert und riesig geworden ist. Tröstlich ist nur, dass die Tiere, die durch Veganprodukte weniger gezüchtet, in engen Ställen gemästet, transportiert und getötet werden mussten trotz diesem Dilemma ein hartes Los erspart bleibt.
Renato Wendli, Eichberg SG

Ohne Vollgas in die Zukunft SonntagsZeitung vom 7. April 2019

Fredy und Alexander Lienhard haben vollkommen recht mit der Aussage, dass nur der Wasserstoff Sinn in Antriebsmotoren bei Fahrzeugen macht. Die Verwendung von Wasserstoff bei Brennstoffzellen ist ebenfalls keine Lösung. Sie ist mit zu vielen Verlusten behaftet. Auch wenn die Erzeugung von Wasserstoff heute noch eine elektrische Quelle benötigt, sind die Entwicklungen mittels speziellen Katalysatoren zur Erzeugung von Wasserstoff bereits weit gediehen. In England wird seit Jahren darin geforscht und entwickelt. Warum die Autoindustrie nach wie vor nicht grössere Fortschritte macht im Bau von mehr Wasserstoff-Fahrzeugen, ist unverständlich. Natürlich wäre auch die Bereitstellung von Wasserstoff-Tankstellen notwendig. Wasserstoff existiert in der gesamten Galaxis im Überfluss und sollte nur angewendet werden.
Robert Renfer, Raperswilen TG

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