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«Die Schweiz ist bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch im Mittelalter»

Die Reaktionen der Leser.

«Die Frauen müssen den Kampf ansagen, um dieser asozialen Gerechtigkeit entgegenzuwirken»: Eine Leserreaktion zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bild: Keystone
«Die Frauen müssen den Kampf ansagen, um dieser asozialen Gerechtigkeit entgegenzuwirken»: Eine Leserreaktion zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bild: Keystone

Frauen in der Armutsfalle

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Es ist ein Ärgernis, dass oft so getan wird, als läge es nur am mangelnden Willen der Frauen, keine Stellen mit höheren Pensen anzunehmen. Ich frage mich ernsthaft: Wo ist das Commitment der Unternehmen und das Engagement der Politik geblieben, Frauen – und übrigens auch Männer – darin zu unterstützen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen? Ich finde es bedenklich, dass es sich die Schweiz im 21. Jahrhundert immer noch leisten kann, so viele und gerade gut ausgebildete Frauen nach der Geburt eines Kindes gar nicht mehr, nur verzögert und wenn, dann meist nur mit einem niedrigen Pensum zurück in die Wirtschaft zu holen. Das ist brachliegendes Potenzial und verschwendetes Bruttoinlandprodukt. Die Schweiz ist in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf leider im Mittelalter stehen ge­blieben.Simone Schwendimann, Meilen ZH

Die SonntagsZeitung hat die erschreckende Tatsache hervorgeholt dass, nahezu 60 Prozent der Frauen in die Armutsgrenze hineingerutscht sind! Derweil diese bei einer Gegenüberstellung der Grossverdiener sozusagen für Hungerlöhne arbeiten müssen! Solange Arbeitgeber, Politiker und andere Verantwortliche die Leidtragenden auf Sozialleistungen verweisen und ihre Herzen diesbezüglich in den Hosentaschen haben wird sich dieser leidige Zustand kaum wesentlich verbessern. Beschämend ist auch, dass die Macher ausser Acht lassen, dass die unentgeltliche Kindererziehung eine grosse Herausforderung darstellt und ganz offensichtlich mangelnde Wertschätzung abbildet. Eine Möglichkeit aus diesem herabwürdigen Zustand loszukommen wäre, wenn Frauen und Vereinigungen vermehrt zusammenhalten, den Kampf ansagen, um dieser asozialen Gerechtigkeit wenigsten teilweise entgegenzuwirken.Armin Arnold, Köniz BE

Gisel kannte Vincenz’ verdeckten Deal

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Die Aussage der Raiffeisen, Herr Gisel habe zwar 2009 Kenntnis von der Existenz des Gutachtens Forstmoser gehabt, den Inhalt des Gutachtens habe er aber nicht gekannt, erinnert mich stark an eine Aussage einer schweizweit bekannten Politikerin gegen Ende der 80er-Jahre. Sinngemäss hielt diese damals fest, sie habe in einer Affäre, die ihren Ehegatten betraf, nicht gelogen, sondern bloss nicht die ganze Wahrheit gesagt. Würde die Aussage zu Herrn Gisel als Kadermann der Raiffeisen zutreffen, dann müsste man ihm mangelndes Interesse an geschäfts­relevanten Vorgängen rund um die Raiffeisenbank vorwerfen. Die Raiffeisen müsste sich zudem die Frage stellen, ob Kaderleute mit so wenig Neugierde künftig überhaupt noch tragbar sind. Die Moral der Geschichte? Es geht nicht um Neugierde, sondern schlicht und ergreifend um Geldgier!Christoph Hasler, Burgdorf BE

Ich lese in der aktuellen SonntagsZeitung auf der Frontseite über die (vermuteten) unsauberen Machenschaften in der Chefetage der Raiffeisen. Auf Seite zwei und drei den traurigen Bericht über Frauen in der Armutsfalle. Ich weiss, das eine hat mit dem anderen direkt nichts zu tun. Aber es deprimiert mich, wenn Menschen in obersten Positionen ihre Macht missbrauchen, um ihr Privatvermögen noch mehr aufzustocken und das Vertrauen vieler ihrer Genossenschafter derart missbrauchen. Eine Ohrfeige für all jene, die jeden Monat ehrlich versuchen, über die Runden zu kommen.Trudi Weibel, Gossau SG

Schade, dass Medien, Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden erst bei Vincenz und nicht schon früher eingriffen. Man erinnert sich an Hüppi, Ospel, Kurer, Mühlemann, Wellauer, Rainer E. Gut und Nationalrat Bremi an der Schnittstelle Banken und Politik, die zugelassen haben, dass Milliarden durch deren Protégés verdampft worden sind. Sie hinterliessen gesellschaftspolitische Bruchlinien und beschädigten das Image des Finanzplatzes und das internationale Ansehen unserer Schweiz. Zudem sind sie alle mit Millionen-Abfindungen und Renten heute ohne schlechtes Gewissen auf dem Golfplatz oder haben im Filz neue Managerposten gefunden. Roger Schärer, Feldmeilen ZH

Erst jetzt wird in der Presse darauf hingewiesen, dass es höchst wahrscheinlich gelogen ist, wenn Gisel sagt: «Mein Name ist Gisel der Hase, ich weiss von nichts». Ganz schlimm ist der Verrat an seinem «Ziehvater», um seine eigene Haut zu retten. Er hat sich damit selber ins Offside gestellt. Rückgrat haben ist eine Voraussetzung für Führer in der Wirtschaft. Er hat keins!Mark Gasche, Kirchberg BE

Darwinismus auf dem Trottoir

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Das Wort «Rücksicht nehmen auf den Schwächeren» kommt im Beitrag nicht einmal vor – dies gibt zu denken. Das Problem ist jetzt, dass solche Mischflächen nicht so bald verschwinden werden. Sollte vielleicht deshalb vorgeschrieben werden, dass Velos, welche sich auf Mischflächen bewegen, wieder eine Glocke haben müssen? Dann gäbe es vielleicht ganz bald ein Start-up, das eine Glocke erfindet, die nicht «bim-bam» macht, sondern «scusi» ruft.Rolf Rüegg, Volketswil ZH

Schneider-Ammann will das Amt für Wohnungswesen abschaffen

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Ich frage mich: Wo hat der freie Markt in den letzten Jahren die vielen preisgünstigen Wohnungen gebaut? Ich konnte/kann diese nicht finden! Ich habe vor allem festgesellt, dass preisgünstige Wohnungen abgebrochen wurden, um teurere zu erstellen. Die Mieten sowie die Wohneigentumspreise sind überdurchschnittlich gestiegen und das bei stagnierenden Einkommen sowie einem rekordtiefen Referenzzinssatz von 1,5 Prozent. Haben wir es wieder mit einem kompletten Marktversagen zu tun? Markus Seiler, Oberuzwil SG

Mehr pöbelnde Passagiere bei Schweizer Airlines

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Jährlich veröffentlichen unsere Medien unrecherchiert die Airline-Klage über eine steigende Zahl pöbelnder Passagiere. Verantwortlich aus Sicht der Swiss-Sprecherin Karin Müller sind Alkohol, Drogen und Medikamentenkonsum. Jeder Vielflieger könnte eine weitere, mindest so gravierende Ursache anfügen: die Airlines selbst.Werner Sutter, Wiesendangen ZH

Verzweifelt gesucht: Hausarzt oder Hausärztin

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Ein Hausarzt zu sein, ist Berufung; sich immer mehr zu spezialisieren, ist oft Berechnung. Ich vertraue meinem Hausarzt mehr als einer einseitigen Meinung eines Spezialisten. Wir bestehen aus so vielen Organen, alles hängt zusammen. Es ist eine zunehmende Belastung, wenn man als Patient keinen Hausarzt in der Nähe hat. Es bleibt einem der Gang zum Notfall in den Spitälern als Alternative. Das ist zeitintensiv und sehr teuer. Es sollte in der Ausbildung zur Pflicht werden, dass junge Ärzte Erfahrungen als Praxisarzt holen müssen, so würden sie sich später wahrscheinlich eher für den Beruf – oder eben die Berufung – Hausarzt entscheiden.Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Auto/Reisen: Wie viele können sich wohl solche Angebote leisten?

SonntagsZeitung vom 4. März 2018

Auf den Seiten «Auto» und «Reisen» gab es mehrere Preisinformationen: ein PKW ab 82'800 Franken, eine Schiffsreise ab 17'868 Franken. Wie viele Leser können sich wohl solche Ange­bote leisten? Peter Huber, Chur GR

Das Gewitter auf Twitter

SonntagsZeitung vom 25. Februar 2018

In dem Porträt von Barnaby Skinner konnte ich mich nicht wiedererkennen. Ich habe mit den No-Billag-Befürwortern auf Twitter ausgiebige Diskussionen geführt, während der Artikel meine Offenheit in Abrede stellt. Im übrigen habe ich eine Veröffentlichung meines Namens in der SonntagsZeitung ausdrücklich abgelehnt. Thomas Läubli, Zürich

Liebe Frauen, übernehmt endlich ökonomische Verantwortung für euch!

SoZ vom 04. März 2018

Will Frau K. Kofler die Ehe abschaffen? Die Frau wurde dem Mann als Ebenbild geschaffen. Wir sind so gottlos geworden, dass der menschliche Verstand keinen Platz mehr hat. Leider wurde ich früh Witfrau und musste selbst strampeln. Doch heute ist bei vielen Menschen das Ego im Weg.Marlies Güttinger, Felben-Wellhausen TG

Karin Koffer schreibt: «Nach wie vor verlassen sich selbst bestens ausgebildete Frauen darauf, dass irgendwann in ihrem Leben ein Traumprinz auftauchen wird, der mit ihnen Kinder zeugt und sie dann ein Leben lang finanziell versorgt.» Eine solche Ehe mit Kindern heisst dann für den Mann: Wohlverhalten am Arbeitsplatz, Mund halten, alles schlucken, sich beugen, langsam verbogen werden, immer dem Chef und der Firma zu Diensten sein, sich alles gefallen lassen, schweigen und Geld heim bringen, denn, um mit Heinrich Heine zu sprechen, «warten Frau und Kind zu Haus, die ohne ihn verderben». Sie wollen genährt, gekleidet und getröstet sein. Und was erhält der Mann dafür? Esther Villar hat es auf den Punkt gebracht: Vagina for food.Walter Fischer, Buttwil AG

Wenn auf den Höhenrausch der Höllenritt folgt

SoZ vom 04. März 2018

Egal auf welcher Hierarchiestufe ich mich bewege, in schwierigen Situationen schrumpft die Anzahl der Freunde exponentiell zusammen. Dies wird auch Pierin Vincenz schmerzlich feststellen. Die Schulterklopfer aus erfolgreichen Zeiten sind so schnell verschwunden wie sie gekommen sind. Egal ob Vincenz jemals rechtmässig verurteilt wird oder nicht, seine Verdienste um die Raiffeisenbank werden immer durch die aktuelle Affäre überschattet sein. Der anständige Banker unter vielen gefallenen Kollegen ist nun ebenfalls tief gefallen. Einige Indizien sprechen dafür, dass er sich als quasi Alleinherrscher bei Raiffeisen unter Compliance-Aspekten zumindest sehr grenzwertige Manöver geleistet hat. Pierin Vincenz hat die Bank gross und systemrelevant gemacht, damit aber aus der speziellen Genossenschaftsbank auch ein ganz normales Finanzinstitut gezimmert. Bei gefallenen Wirtschaftsgrössen fällt mir immer wieder die Sage von Ikarus ein. Das Risiko die Bodenhaftung zu verlieren, lässt sich am Ende wohl am besten durch ein kritisches Umfeld minimieren. Bei der Raiffeisenbank war dies anscheinend nicht gegeben.Pascal Merz, Sursee LU

Die Krachbarn

SoZ vom 04. März 2018

Ja es ist so, die zwischenmenschlichen Beziehungen werden immer schwieriger, die Rücksichtslosigkeit über Twitter, Facebook, nimmt riesige Ausmasse an. Die Anonymität dieser Publikationswege erlaubt jedem zu sagen, was ihm eben auf den Geist geht; und anscheinend gibt es immer mehr, was die Menschen nervt. Ausser dem hohen Lärmpegel ist die Rücksichtslosigkeit und der Egoismus jedes Einzelnen, das schnelle Geldverdienen ein Must geworden. Je egoistischer und rücksichtsloser man ist, desto mehr wird man respektiert; je netter, freundlicher und grosszügiger man ist, desto weniger wird man geachtet.

Der Reichtum ist wenigen gegeben und die Armut wird immer mehr; wo kann da Toleranz, Aufgeschlossenheit, Verständnis und Toleranz noch gewährt werden?Susanne Geser, Biel BE

Symmetrisches Chaos

SoZ vom 04. März 2018

Auch ich staune immer wieder neu, über den Reichtum an Farben und Formen, und die unendliche Vielfalt an Arten, die in der Natur zu finden sind. Noch mehr staune ich aber darüber, dass dem Schöpfer des Ganzen, keine einzige Zeile gewidmet ist. Ich bin überzeugt, Gott in seiner Grösse und Allmacht, hat alles bis ins kleinste Detail geplant und geschaffen; denken wir daran wenn wir das nächste Mal in der Natur unterwegs sind.Rolf Hug, Aadorf TG

«Es ist wichtig, dass Prominente zu ihrer Depression stehen»

SoZ vom 04. März 2018

Mehrere Autoren dieser Studie kassierten für ihre Tätigkeit Geld von Pharmafirmen. In Literaturnachweis Nr. 27 der Studie wird eine Studie von Perlis et al. zitiert, welche besagt, dass dieses Sponsoring von Studien und Autoren in der psychiatrischen Forschung gang und gäbe ist und als Folge dessen die Wirkung von Antidepressiva gegenüber Placebos häufig (4.9 mal höher!) überschätzt werden. Die neu publizierte Studie ist also möglicherweise nichts weiter als ein subtiles PR- Instrument der Pharmaindustrie, um sich Glaubwürdigkeit zu erkaufen und um ihren «Markt» weiterhin unbestraft «bearbeiten» zu können.Marc Löffel, Luzern

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