«Die allermeisten Kinder freuen sich auf die Schule»

Die Reaktionen der Leser.

«Sie haben mit ihrem Beitrag den Stand der heutigen Primarschule und der Eltern auf den Punkt gebracht!» Foto: getty

«Sie haben mit ihrem Beitrag den Stand der heutigen Primarschule und der Eltern auf den Punkt gebracht!» Foto: getty

Datenschützer kritisiert Ermittlungen mit DNA der Familie
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Wer Verbesserungen in der Aufdeckung krimineller Handlungen verhindert, wodurch auch immer, handelt nicht nur unethisch, sondern blödsinnig. Karl Zweifel, Zürich

Gift für die Branche
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Was ist Fipronil? Hätte irgendjemand vor 4 Wochen eine Strassenumfrage gemacht, die Reaktionen wären wohl fragende Gesichter gewesen. Und nun? Alle wissen Bescheid. Schliesslich erlebt der Begriff aktuell ein mediales Allzeithoch. Lebensmittelskandale und deren Zuspitzung garantieren meist eine hohe Aufmerksamkeit. Die Basis des Ungeniessbaren wird zumeist von den Medien noch zusätzlich gewürzt und gesalzen. Doch, was ist in zwei Monaten? ­Fipronil? Da war doch noch irgendetwas. Menschen vergessen schnell, gerade im aktuellen postfaktischen und hyperaufblasbaren medialen Kampagnenzeitalter. Dazu gehört auch die politische Symptombekämpfung. Ein Skandal führt zum Aufruf zu sofortigen Verboten und neuen griffigeren Gesetzen. Sozusagen schnelle Wunderheilung. Doch warum redet praktisch niemand über die eigentliche Ursache respektive den Skandal? Fipronil wurde gegen Hautparasiten in der Massentierhaltung eingesetzt. Schliesslich müssen Lebensmittel einfach möglichst günstig sein. Was für Bedingungen dahinterstehen, interessiert sehr oft so lange nicht, bis der nächste Skandal wieder an die Oberfläche gespült wird. Der nächste Skandal kommt bestimmt, und auch die Reaktionen werden sich ähneln. Fipronil ist bis dahin schon längst wieder vergessen, die Hühner aber werden ihr tristes Dasein weiterhin in Massentierställen zubringen. Pascal Merz, Sursee LU

Schweizer Aufstieg im Sturmlauf
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Solcherart muss man sich wohl oder übel darüber hinwegtrösten, dass unsere Truppe die erwarteten Medaillen nicht nach Hause gebracht hat. Immer noch besser so, als Mannsbilder an Frauenwettbewerbe zu schicken! Erwin Müri, Feldmeilen

Millionen für junge Schweizer Firmen
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Es ist schwer verständlich, dass in unserem reichen Land Schweiz kein Geld für Ideen und Innovationen vorhanden ist. Wenn Banken etwas sparsamer bei der Vergabe von Hypothekarzinsen umgingen, so wäre es ein Leichtes, Start-up-Unternehmen unter die Arme zu greifen. Junge Menschen mit fortschrittlichen guten Ideen sollten nicht auf Gnade und Barmherzigkeit angewiesen sein. Beatrice Landert, Zollikerberg ZH

Junge, kleine Firmen setzen Innovationen unternehmerisch deutlich erfolgreicher um als alte, reife. Zum Glück setzt sich diese Erkenntnis hierzulande immer mehr durch, denn wir brauchen die so geschaffene Wertschöpfung dringend. Die Verfügbarkeit von Risikokapital in der Schweiz ist tatsächlich stark verbesserungswürdig, allerdings müssen wir auch dringend dafür sorgen, dass junge Firmen überhaupt erst gegründet werden können. Im Gegensatz zu anderen Ländern, z. B. die USA, fliesst nur sehr wenig Geld in die Inkubationsphase von vielversprechenden Jungunternehmen. Wir müssen also nicht nur deutlich mehr Risikokapital für bereits bestehende Jungfirmen zur Verfügung stellen, sondern auch für die Schaffung von Jungfirmen. Das eigentliche «Tal des Todes» liegt nämlich genau zwischen Innovation und der Erstfinanzierung durch Risikokapital. Für diese Phase ist kaum Geld vorhanden, weshalb es viel zu wenige Neugründungen gibt. Wenn diese Fonds genügend interessante Firmen finden wollen, müssen deutlich mehr davon gegründet werden. Roger Meier, Arlesheim BL

Die bizarre Welt der Primarschule
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Ich könnte Sie umarmen! Sie haben mit ihrem Beitrag den Stand der heutigen Primarschule und der Eltern auf den Punkt gebracht! Ich wünsche mir mehr Ihresgleichen. Liebe Grüsse von einer seit 35 Jahren unterrichtenden Primarlehrerin. Helen Häusler, Schwyz

Ich hoffe sehr, dass sich Eltern, die zum ersten Mal ein Kind in die Primarschule abgeben, nicht an diesem Leitfaden orientieren. Schade, dass er so pessimistisch gehalten ist. Die allermeisten Kinder freuen sich auf die Schule und werden auch nicht enttäuscht. Die Lehrpersonen wissen nämlich sehr gut, dass ihr Wirken für die Schullaufbahn entscheidend ist, und nehmen das ernst. Irene Spörri, Winterthur ZH

Momentan bereitet sich Frau Rikli mit einem Cüpli auf die Oberstufe vor. Dasselbe würde ich auch den zukünftigen Lehrern des Sohnes von Frau Rikli empfehlen – andernfalls könnte die Elternarbeit zur echten Herausforderung werden. Beat Becker, Untersiggenthal AG

Beim Lesen des Artikels von Marah Rikli «Die bizarre Welt der Primarschule» habe ich mich zuerst einmal köstlich amüsiert. Ich habe bis zu meiner Pensionierung über 45 Jahre an einer fünften und sechsten Klasse auf dem Lande unterrichtet und kann deshalb über die Entwicklung der Schule, wie ich sie erlebt habe, etwas sagen. Bei allen Punkten, die Frau Rikli aufzählt und kritisiert, kann ich ihr nur beipflichten. Die Tipps zu den einzelnen Punkten sind für meine Begriffe recht moderat. Während meiner Zeit an der Schule versuchte ich, dort wo ich konnte, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Dies war gut möglich bei: den Abklärungen, dem Info-Wahnsinn, den Strichlein, den Hausaufgaben, den Buben und dem Musischen. Dabei hoffte ich, dass sich das «Zittern» in Grenzen hielt, leider nur zur Freude der Schülerinnen und Schüler. Das etwas beklemmende Gefühl, das nach dem Überdenken des Artikels aufkam, legte sich wieder, weil ich wusste, dass fast alle Kinder robuster sind, als angenommen wird. Frau Rikli, die sich auf die Oberstufe vorbereitet, muss ich aus Erfahrungen mit meinen Enkelkindern und ehemaligen Schülern sagen, dass es kaum besser wird. Kurt Meyer, Netstal GL

10 Jahre nach der Finanzkrise: UBS-Manager haben gewonnen
SonntagsZeitung vom 13. 8. 2017

Gut so, dass die SonntagsZeitung an diese unsägliche Finanzkrise und die Abzocker der damaligen Bankenelite der Schweiz erinnert und eine Gewinnerliste der übelsten Art publiziert. Diese peinliche Gewinnerliste der damaligen Versager und heutigen Rückkehrer wie Kurer und Konsorten zeigt, dass diese unfähigen Banker heute noch reicher geworden sind. Die Banken zahlten seit 10 Jahren über 320 Milliarden Bussen weltweit. Wir Aktionäre und nicht die verantwortlichen unfähigen und geldgierigen Banker haben geblutet. Während Insiderhandel, Bankraub und Betrug strafrechtlich geahndet wird, sind diese Banker wie Gut, Mühlemann, Ospel, Kurer, Haeringer, Wuffli, Wellauer, Kielholz, und wie sie alle heissen, mit nachgeworfenen Boni und goldenen Fallschirmen ohne Strafe davongekommen. Wie denn auch, strafrechtlich kann nur Vorsätzlichkeit verfolgt werden. Diese Herren geniessen ihre hohen Pensionen und spielen Golf oder sind mit massiver PR-Beratung gesellschaftlich wieder rehabilitiert, während zahllose anständige Bankangestellte ihre Stelle verloren haben und Aktionäre verlustreich auf ihren abgestürzten Papieren sitzen und Bankkunden ihre hart ersparten Gelder verloren haben. Die Halbwertszeit des Vergessens wird immer kürzer. Leider! Roger E. Schärer, Feldmeilen ZH

Venedigs grosse Kleinigkeiten
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Ich muss Ihrer Aussage widersprechen, dass man die frittierten gefüllten Oliven ausschliesslich in der Lagunenstadt isst. Im Oktober 2015 war ich auf einer Reise durch Umbrien und die Marken. In Ascoli Piceno habe ich auf der Piazza del Popolo die dortige Spezialität, nämlich mit Fleisch gefüllte und frittierte Oliven nach «Ascolaner Art», gekostet. Auf Google «Ascoli Piceno – Kunststädte – Reisetipps» kann man lesen: «Die mit Fleisch gefüllten Oliven ‹nach Ascolaner Art› der heimischen Küche sind eine besondere Spezialität.» Ruth Schachtler, Kirchberg BE

Die zwei Gesichter des Ulrich K.
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Der Fall Hefenhofen wirft ein grundsätzliches Problem auf: Warum nutzen wir Tiere immer schamloser aus. Wir empören uns zu Recht über den Pferdehändler, wissen aber alle, dass in den Produktions- und Schlachtbetrieben für Fleisch, Milch und Eier die Zustände ähnlich sind. Wieviele von uns sind wohl nach den Kundgebungen heim zum Essen tierischer Produkte gegangen? Die 90 Pferde sind zwar nach jahrelangem Kampf gerettet, die 2000 Landtiere, die wir weltweit jede Sekunde «für essen und Kleider züchten, leiden weiter. Und es kommen jede Sekunde 2000 hinzu... Renato Werndli, Eichberg SG

Wenn Saas-Grund zum Schtetl wird
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Wir Schweizer reisen viel und überall hin. Und wir sind gut vorbereitet auf die fremden Kulturen und Ihre Bräuche; wir passen uns ihnen an. Darum sind wir überall gern gesehen und lesen keine Berichte über pöbelnde Schweizer am Urlaubsort. Was im Ausland geschätzt wird, ist im eigenen Lande ein beschämendes, devotes Schwanzwedeln. In der Aussage von Bahndirektor Beeri kommt das wohl kaum deutlicher zum Ausdruck: «Servicequalität stärker auf die Bedürfnisse unserer jüdischen Gäste ausrichten»: Personal instruieren wie man sich am Schalter benimmt. Was man am Vorabend des Schabbat sagt? Schuhe putzen noch gefällig? Wo und wer sind wir denn? Mit dieser übertrieben Anpassung und Willkommens-Mentalität verraten wir unsere eigene Kultur und geben sie auf. In ein paar Jahren werden die Touristenorte werben mit: «Juden, Verschleierte, Chinesen, Asiaten – das heisst alle - sind willkommen. Unser Land ist euer Land.» Dass der SIG realisiert hat, dass die eigenen Leute Aufklärung brauchen über die Sitten und Gebräuche in der Schweiz, ist lobenswert. Diese Richtung auf der Begegnungsstrasse stimmt, so wie wir uns bei Auslandreisen auch informieren. Aber umgekehrt? Oder hat jemand schon erlebt, dass im besuchten Reiseland Projekte bestehen, welche das Personal instruieren, wie sie mit uns Schweizern umgehen sollen? Sind wir grundsätzlich so devot und getrauen uns einfach nicht zu uns zu stehen, oder ist die Macht des Geldes so gross, dass wir uns alles bieten lassen und lieber unser Land dafür verkaufen? Ljiljana von Ziegler, Beinwil am See AG

«Wenn Saas-Grund zum Schtetl wird» Was soll dieser Beitrag eigentlich bewirken? Sie geniessen die Natur wie du und ich und tun dir nichts. Verena Müller Engeler, Zürich

«Für blöde Leute ist mir die Zeit zu schade»
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Mit Interesse lese ich jeweils das grosse Interview der SonntagsZeitung im Focus. Heute bin ich wütend und schockiert, was Lewinsky über unseren Bundesrat, vor allem über Johann Schneider-Ammann, sagt. Seine Aussagen sind frech, arrogant, rüpelhaft und überheblich. Er sollte unverzüglich den französischen Pass beantragen und sich für immer nach Vereux zurückziehen. Mit solchen Beiträgen verärgern sie langjährige Abonnenten der Sonntags-Zeitung. Margrit Wolf, Bassersdorf ZH

«Der Frankenkurs wird sich langfristig 1:1 zum Euro einpendeln»
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Arbonia-Chef Alexander von Witzleben wundert sich, dass es die EU nicht schafft, die Menschen von sich zu überzeugen. Mich persönlich wundert dies keineswegs. Mit der unsäglichen PFZ werden die Leute in Europa herumgeschoben wie auf einem Schachbrett. In Osteuropa versucht man nun den Verlust von Hunderttausenden von Fachkräften, die gen Westen weggezogen sind zu kompensieren mit Weissrussen, Georgiern und Ukrainern. Die EU wird in 10 Jahren an der Beringsstrasse angelangt sein, um immer noch günstigere Leute zu finden. Auf Baustellen in Portugal arbeiten Ukrainer und Weissrussen, in Spitäler in Deutschland arbeiten Polen, auf Baustellen in der Schweiz arbeiten Portugiesen und in der Industrie in Deutschland Ungarn. Die jeweilige einheimischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer kämpfen um freie Arbeitsplätze und um Lohn, den die Anderen permanent unterbieten sind. So kann es nicht auf die Dauer weitergehen. Seit Jahren sinkt die Kaufkraft kontinuierlich. Auch wenn dies bestritten wird, es ist Tatsache. Andreas Ungricht, Basel

Die bizarre Welt der Primarschule
SonntagsZeitung vom 13.8.2017

Es tut mir leid, dass die sechs Jahre Primarschule für Sie und Ihren Sohn so belastend waren. Trotzdem: Dass eine seriöse Zeitung mit vielen Lesern einen derart einseitigen und tendenziösen Bericht ohne Gegendarstellung abdruckt, lässt mich an der SonntagsZeitung zweifeln. Sie bekommen eineinhalb Seiten (inklusive Bild und Titelseite), um sich Ihren Frust von der Seele zu schreiben und schliessen dabei von Ihrer individuellen Erfahrung darauf, wie es allen Beteiligten in diesem System gehen muss. Selbstverständlich wissen Sie auch, was man denn verbessern müsste, damit es für Sie besser passen würde. Und sind damit selber Teil des Problems, um meinen ebenso individuellen Standpunkt deutlich zu machen. Zu unterrichten heisst heute, die diversen Vorstellungen von Erziehung unter einen Hut zu bringen, und dabei ständig seine Methoden und Kompetenzen verteidigen zu müssen. Egal was man als Lehrperson oder Schule tut, man findet immer mindestens jemanden, dem das nicht passt und der einem das dann lautstark kundtut. Die sozial schlechter Gestellten nur im Gespräch, die anderen mit Anwalt oder eben in der Zeitung. Dass Zusammenleben nur mit Kompromissen möglich ist, spielt in der individuellen Wahrnehmung offenbar ebensowenig eine Rolle wie die Tatsache, dass im System Schule jeden Tag gut ausgebildete Menschen ihr Bestes geben, nur um dabei von allen Seiten unter Beschuss zu kommen. Sie sind herzlich eingeladen, meinen Unterricht zu besuchen, um ein System zu finden, dass für alle passt. Und während Sie diese Aufgabe dank Ihrer Erfahrung problemlos meistern, trinke ich dann ein Cüpli. Oder vielleicht auch die ganze Flasche. Es könnte nämlich etwas dauern. Sylvia Vieli, Zürich

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