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Gold aus Dreck

Ein Besuch in New York beim legendenumwobenen Maler Rudolf Stingel, dem die Fondation Beyeler ihre grosse Sommerausstellung widmet.

Der grosse Geheimnisvolle: Rudolf Stingel in seinem Atelier im New Yorker Stadtteil Queens. Fotos: Sally Montana
Der grosse Geheimnisvolle: Rudolf Stingel in seinem Atelier im New Yorker Stadtteil Queens. Fotos: Sally Montana

Einen Künstler in seinem Atelier aufzusuchen, erfordert etwas Mut. Er könnte, wie ein Löwe, seinen Unterschlupf vor neugierigen Störenfrieden verteidigen. Vor allem, wenn der Besuch in einem delikaten Moment vor einer grossen Ausstellung stattfinden soll und die Nerven des Löwen blankliegen.

Aber schon erreichen wir die Häuserecke in Queens, unweit des East River in New York, wo der Maler Rudolf Stingel sein stattlich bemessenes Atelier eingerichtet hat. Die Fenster sind von aussen silbern verspiegelt, die Türe ist freundlich angelehnt, und der grosse Geheimnisvolle unter den Stars des heutigen Kunstbetriebs schaut einem leicht skeptisch unter den buschigen Augenbrauen entgegen. «Kommt herein», sagt er, alle Befürchtungen in den Wind schlagend, auf Deutsch, mit einer sanften Stimme und weichem südlichen Akzent, denn der 63-Jährige stammt aus Meran.

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