«Reiche heiraten zunehmend nur noch untereinander»

Wie Reichtum breiter gestreut werden kann, und was die wachsende Ungleichheit für Europa bedeutet. Der Star-Ökonom Branko Milanovic im Interview.

Branko Milanovic sieht die Demokratie in Gefahr: Gewaltsame Proteste wie jene der Gelbwesten in Frankreich könnten sich häufen. Foto: Getty Images

Branko Milanovic sieht die Demokratie in Gefahr: Gewaltsame Proteste wie jene der Gelbwesten in Frankreich könnten sich häufen. Foto: Getty Images

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Branko Milanovic wundert sich, dass er in einer Luzerner Confiserie kein Wasser zum Schokolade­kuchen bekam: «So stand ich in der reichsten Stadt des reichsten Landes im reichsten Teil der Welt und konnte kein kostenloses Glas Wasser bekommen nach dem Kauf eines Kuchens», twitterte er am Donnerstag. Wie beeinflusst Reichtum unser Verhalten?, fragt der renommierte Ungleichheitsforscher. Sein Besuch in der Schweiz gilt nicht Davos, denn wer sich für Ungleichheit interessiert, sollte nicht ans WEF gehen, findet er. So treffen wir ihn zum Gespräch am Flughafen Zürich, wo er als Hauptredner an einer Tagung von Avenir Suisse über Ungleichheit teilnimmt.

Herr Milanovic, wird die Welt besser oder schlechter?
Wenn wir die Welt als Ganzes nehmen, dann wird sie besser. Daran gibt es keinen Zweifel. Man kann das an allen möglichen Indikatoren ablesen: höhere Einkommen pro Kopf, Rückgang der Armut, höhere Lebenserwartung, besserer Zugang zu Wasser usw.

Zumindest im Westen scheint die Wahrnehmung eine andere zu sein.
Weil wir so beeindruckt sind davon, was bei uns passiert, und weil die westlichen Medien so dominant sind, vergessen wir, dass die globale Wirtschaft all die letzten Jahre gewachsen ist. Global geht es uns also sicher besser. Aber es ist auch wahr, dass die Entwicklung nicht gleichmässig ist. Viele Länder verbessern sich, aber nicht alle.

Werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer?
Die globale Ungleichheit nimmt sicher nicht zu, sie nimmt ab. Aber die Ungleichheit innerhalb von manchen Ländern ist heute grösser als in den 80er- und 90er-Jahren, zum Beispiel in den USA.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam spricht von einer dramatisch wachsenden Ungleichheit.
Sie kombiniert Daten über die Reichen von der Credit Suisse mit Armutszahlen von der Weltbank. Beide Quellen sind seriös. Aber die Kombination macht wenig Sinn. Das Vermögen der Superreichen ist abhängig von den Aktienkursen, das verändert sich ständig. Diese Zahlen sind gut für die PR von Oxfam, aber sie sind sinnlos.

Sie haben in Ihrem Vortrag letzte Woche in Zürich davon gesprochen, dass wir in einer einzigartigen Zeit leben. Was meinen Sie damit?
Die Zeit seit dem Fall der Berliner Mauer und der Integration Chinas in die Weltwirtschaft ist einzigartig, weil zum ersten Mal in der Geschichte der Kapitalismus keine Konkurrenz mehr hat.


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Anhand von Weltbankdaten zeigten die Forscher Christoph Lakner und Branko Milanovic 2013, wie sich die globale Einkommens­verteilung von 1988 bis 2011 entwickelt hat. Die Gewinner mit starken Einkommenszuwächsen sind die Mittelschicht insbesondere in China und Indien (in der Mitte der Grafik), die Ärmsten in Teilen Afrikas, die der extremen Armut entkommen sind (ganz links), sowie die Superreichen in Europa und den USA (am rechten Rand). Verlierer dagegen sind die Mittelschichten in Europa und den USA, deren Einkommen stagnierte oder sank. Die Kurve wurde als Erklärung für die Proteste der Trump-Wähler, der Brexit-Befürworter und der Gelbwesten herangezogen.


Der Kommunismus ist besiegt.
Nicht nur der Kommunismus und der Sozialismus existieren nicht mehr. 1861 wurde die Leibeigenschaft in Russland beendet, 1865 die Sklavenwirtschaft in den USA, 1888 in Brasilien. Diese Formen der Produktion gibt es nicht mehr. Zum ersten Mal ist der Kapitalismus die alleinige Produktionsweise, selbst in China ist sie vorherrschend. Die zweite Besonderheit ist, dass sich die ökonomische Aktivität in Teilen von Asien und Westeuropa wieder angleicht.

Was heisst das?
Ich denke, in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts könnte das wirtschaftliche Gewicht der beiden Regionen wieder so sein, wie es vor der industriellen Revolution war. China war damals die grösste Volkswirtschaft der Welt.

Branko Milanovic hat den Aufstieg Asiens und den Niedergang der westlichen Mittelschicht schon 2013 mit seiner berühmten «Elefanten-Kurve» dargestellt (siehe Box unten links). Sie zeigt, wer die Gewinner und die Verlierer der Globalisierung sind. Die Einkommen der westlichen Mittelklasse stagnierten oder wuchsen langsamer als jene des reichsten Prozents der Bevölkerung. Gleichzeitig wuchsen sie auch langsamer als jene der Mittelklasse in Asien, vor allem in China. Damit lieferte Milanovic eine mögliche Erklärung für das, was danach geschah: die Wahl Trumps, der Brexit in Grossbritannien, der Protest der Gelbwesten in Frankreich, der Aufstieg populistischer Parteien.

Hat sich an Ihrer Analyse seither etwas geändert?
Nein. Die Elefanten-Kurve wurde so populär, weil die Daten im Einklang stehen mit der politischen Situation, wie wir sie heute wahrnehmen. Die westliche Mittelklasse wird eingeklemmt zwischen der wachsenden, gut ausgebildeten, aber günstigeren Konkurrenz aus Asien und den Reichsten im eigenen Land, die mehr Kapital und die bessere Ausbildung haben. Das führt zu den Spannungen, die wir jetzt erleben.

Sie rechnen mit zunehmender Ungleichheit?
Ja. Starke Kräfte stossen die reichen Länder in diese Richtung.


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In den letzten 30 Jahren hat die Ungleichheit in manchen Industriestaaten zugenommen. So ist der Anteil der Spitzenverdiener – des bestverdienenden Prozents der Bevölkerung – an den Gesamteinkommen zum Beispiel in den USA, in Grossbritannien oder Schweden deutlich gestiegen, wie auf Steuerdaten basierende Studien zeigen. In der Schweiz blieb der Anteil der Spitzenverdiener an den gesamten Einkommen seit 1933 bemerkenswert stabil. Die Anteile des bestverdienenden Prozents steigen erst seit Mitte der 1990er-Jahre leicht an. Dies dürfte mit der zunehmenden Erfolgsbeteiligung von Topmanagern und der Zuwanderung von Spitzenverdienern zu tun haben.


Welche Kräfte sind das?
Wenn ein Land reicher wird, steigen die Vermögen. Dann steigt der Anteil des Kapitals am Volkseinkommen auf Kosten der Löhne. Und weil die Kapitaleinkommen sehr stark konzentriert sind, wächst die Ungleichheit. Dazu kommt, dass heute die Spitzenverdiener, zum Beispiel die Firmenchefs, gleichzeitig auch noch hohe Kapitaleinkommen beziehen.

Damit ziehen sie der Mittelschicht noch weiter davon.
Ja, und das ist noch nicht alles. Mit all ihrem Geld beeinflussen die Reichen und Grossverdiener den politischen Prozess durch Lobbying zu ihren Gunsten. Und sie heiraten auch zunehmend nur noch untereinander.

Der gesellschaftliche Kitt zerbröselt: Brexit-Befürworter in London. Bild: Keystone

Wenig bekämpft die Ungleichheit in einer Gesellschaft direkter als die Liebe. Doch «Prinz heiratet Aschenputtel», das war einmal. Der Arzt heiratet nicht mehr die Krankenschwester und der Chef nicht mehr seine Sekretärin. Weil immer mehr Menschen Partner mit ähnlichem Beruf, Bildungsstand und Einkommen wählen, steigt die Ungleichheit, stellen Untersuchungen fest.

Was heisst das für die Mittelschicht?
Wenn die Mittelklasse schrumpft, wächst die Polarisierung. Selbst wenn mehr Leute in die Oberschicht aufsteigen, als absteigen, was ja an sich eine gute Sache wäre, führt dies zu mehr Polarisierung. Und das macht es schwieriger, die Institutionen der Demokratie aufrechtzuerhalten.

Sehen Sie die Demokratie in Gefahr?
Ich kann mir vorstellen, dass westliche Länder mehr und mehr dem ähneln, was wir von lateinamerikanischen Staaten kennen. Brasilien oder Argentinien zum Beispiel sind zwar Demokratien, aber sie haben grosse Probleme, einen demokratischen Konsens herzustellen. Eben weil sie so polarisiert sind. Das führt immer wieder zu Unruhen.

Sie erwarten lateinamerikanische Verhältnisse in Europa?
Westeuropäer sind da vielleicht etwas selbstgefällig und sehen Lateinamerika als weniger entwickelt an. Es ist aber verständlich, warum es grosse Probleme hatte, funktionierende Demokratien zu entwickeln. Es ist kein Zufall, dass Uruguay, das Land mit der geringsten Ungleichheit, und Chile, das mit dem höchsten Wachstum, die stabilsten Demokratien in Lateinamerika aufweisen. In fast allen anderen Ländern gab es immer wieder Perioden mit grossen Unruhen. Wenn die Polarisierung in europäischen Ländern so weitergeht, könnten sie genau in diese Richtung abdriften. In einer stark polarisierten Gesellschaft gibt es wenig Spielraum für politischen Konsens.

Wie kann man der Mitte helfen? Indem man sie vor der asiatischen Konkurrenz schützt, wie das Trump mit seinem Handelskrieg gegen China versucht?
Ich glaube nicht. Es gibt kein Zurück zur Situation vor der Öffnung Chinas. Trump wird die Globalisierung nicht zurückdrehen können. Er kann das Wachstum Chinas bremsen, wahrscheinlich auch das US-Wachstum. Aber das wird kaum spürbare positive Wirkungen haben.

Wie könnte man sonst der Mittelschicht helfen?
Man müsste das Wachstum der Spitzenverdiener verlangsamen. Bisher hat das niemand getan, trotz all dem Gerede über Ungleichheit.

Warum?
Ich glaube, viele Regierungen dachten, dass das Thema Ungleichheit wieder verschwinden würde, sobald die Einkommen nach der Finanzkrise wieder steigen. Man meinte, das gehe vorbei, und man fürchtete, dass höhere Steuern die Gutverdienenden vertreiben würden.

In den USA fordern Demokraten einen Grenzsteuersatz von 70 Prozent für die Einkommen der Grossverdiener. Was halten Sie davon?
Es gibt vor allem unter den Jungen in den USA mehr Unterstützung für Umverteilung, für eine grössere Rolle des Staates. Wegen der Krise und der schwierigen Jobsituation hat der Kapitalismus bei ihnen an Ansehen verloren. Man wird sehen, ob sich diese Forderungen durchsetzen lassen.

Ein Obdachloser in Buenos Aires. Bild: AFP

Sie sind skeptisch?
Die Umverteilung der Einkommen durch Steuern und Sozialleistungen im grossen Stil wird in Zukunft nicht mehr aufrechtzuerhalten sein, und sie wird nicht mehr die Resultate liefern wie in der Vergangenheit. Die Steuersätze sind bereits hoch. Niemand versteht, wenn der Durchschnittssteuersatz über 50 Prozent steigt, also mehr als die Hälfte des Einkommens weggesteuert wird. Zudem ist das Misstrauen, dass der Staat höhere Steuereinnahmen wirklich sinnvoll einsetzt, heute weit grösser als noch vor dreissig Jahren.

Der Spielraum der Staaten für mehr Umverteilung wird zusätzlich eingeengt durch die steigenden Kosten für die Alterssicherung, ist Milanovic überzeugt. Dazu kommt in Europa die Migration aus Afrika. Der Widerstand gegen die Zuwanderung wird gemäss Milanovic ebenfalls dafür sorgen, dass eher weniger Steuergelder für Sozialleistungen eingesetzt werden können. Das Bevölkerungsverhältnis zwischen Afrika südlich der Sahara und der EU werde sich in etwa zwei Generationen von 2 zu 1 auf 5 zu 1 erhöhen, rechnet er vor. Die Pro-Kopf-Einkommen in Europa seien aber kaufkraftbereinigt etwa zehnmal so hoch wie in Afrika. Der Migrationsdruck bleibe deshalb hoch. Migration sei eine wirksame Massnahme zur Reduktion von Armut. Man dürfe sie deshalb nicht unterbinden, müsse sie aber politisch akzeptabel machen, indem man Migranten nicht die gleichen Rechte zugesteht wie Einheimischen. Zum Beispiel, indem man ihnen nur befristete Aufenthaltsbewilligungen erteilt oder höhere Steuern abverlangt, da sie ja die Hauptnutzniesser der Migration seien.

Was kann die Politik sonst für die Mittelschicht tun? Mehr in Bildung investieren?
Auch mehr Bildung bringt nicht mehr so viel, weil wir heute auf einem Niveau sind, das nicht mehr so leicht gesteigert werden kann.

Mehr Einfluss für die Gewerkschaften?
Gewerkschaften werden nie mehr die Rolle spielen können wie früher, weil die Jobs heute ganz andere sind.

Dann ist die Politik machtlos?
Die alten Instrumente haben ihre Wirkung verloren. Ich glaube, wir brauchen wieder eine Vision, ich würde es einen «egalitären Kapitalismus» nennen. Es geht darum, die Ausstattung der Menschen mit Kapital und Arbeit etwas auszugleichen.

Woran denken Sie?
Ein Punkt sind Erbschaftssteuern. Sie würden die vielen Vorteile der Kinder von reichen Eltern etwas reduzieren und so die soziale Mobilität zwischen den Generationen erhöhen. Ähnlich wirken würde eine bessere Ausstattung der öffentlichen Bildung, das gilt vor allem für die USA. Die riesigen Stiftungsvermögen der privaten Universitäten sollten besteuert werden, sonst werden die Qualitätsunterschiede zu den öffentlichen immer grösser. Wir sollten unbedingt den Kapitalbesitz breiter streuen.

Wie das?
Zum Beispiel mit Mitarbeiterbeteiligungsplänen. Kleinanleger sollten Steuervorteile geniessen. Auf diese Weise würde der wachsende Anteil des Kapitals am Volkseinkommen nicht automatisch die Ungleichheit weiter erhöhen. Mehr Kapital in den Händen der Mittelklasse bremst das Wachstum der Ungleichheit. Und schliesslich braucht es eine Reform der Wahl- und Parteienfinanzierung. Das ist in den USA absolut entscheidend. Europas Politik ist noch nicht so stark geldgetrieben wie die USA, aber der Trend geht in die gleiche Richtung.

Letzte Woche traf sich die Elite am WEF in Davos. Warum nehmen Sie nicht teil, Ungleichheit ist ja dort auch ein grosses Thema?
Am WEF reden sie seit etwa zehn Jahren darüber. Getan haben sie absolut nichts. Und sie werden nie etwas tun. Diese Leute sind ja reich geworden, weil sie sehr gezielt und konsequent ihre eigenen Interessen verfolgt haben. Das ist in Ordnung, und vielleicht verteilen sie auch hie und da ein wenig Geld. Aber sie haben kein Interesse an einer strukturellen Veränderung. Sie verschleiern das mit schönen Begriffen wie Gleichheit, Inklusion und Ähnlichem. Dabei werden sie unterstützt von Leuten, die glauben, sie könnten die Elite beeinflussen. Das halte ich für eine völlig unrealistische Einschätzung.

Sie glauben nicht an den Slogan des WEF, «den Zustand der Welt zu verbessern»?
Nein. Wie Geld kann man auch die Moral weisswaschen. Unternehmen wollen ein gutes Image schaffen, weil sich so besser Geschäfte machen lassen. Ich streite nicht ab, dass viele Unternehmen versuchen, in ihrem Einflussbereich Dinge zu verbessern. Aber die Vorstellung, dass diese Leute über ihr eigenes Geschäft hinaus über besondere Einsichten darüber verfügen, wie die Welt organisiert sein sollte, halte ich für lächerlich und unsinnig.


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Bei den Einkommen vor Steuern und Sozialleistungen weist die Schweiz eine aussergewöhnlich geringe Ungleichheit auf, gemessen am Gini-Index. Nur in Island und Südkorea sind die Markteinkommen gleichmässiger verteilt. Nach Umverteilung durch Steuern und Transfers ist die Ungleichheit in den verfügbaren Einkommen nochmals geringer.

Obwohl die Schweiz weniger umverteilt als die meisten anderen Industrieländer, sind die verfügbaren Einkommen überdurchschnittlich gleich verteilt. Der Trend zu mehr Ungleichheit in vielen Industriestaaten wird vor allem mit dem technologischen Fortschritt, der Globalisierung, der Alterung der Gesellschaft und Veränderungen in den Haushaltsstrukturen – mehr Alleinstehende und mehr Doppelverdiener – erklärt. Die Schweiz müsste davon besonders betroffen sein. Doch die Einkommensverteilung ist seit Jahrzehnten erstaunlich stabil.

Warum ist das so? Christian Frey, Christoph A. Schaltegger und Lukas Schmid, Ökonomen der Universität Luzern, präsentierten am Montag an der Ungleichheits­tagung von Avenir Suisse mögliche Erklärungen für dieses Phänomen. Sie stellen fest, dass die politischen und ökonomischen Institutionen offenbar zu Politikausgestaltungen führen, die verhindern, dass sich eine Gruppe dauerhaft auf Kosten anderer bereichert: flexibler Arbeitsmarkt, erfolgreiches Bildungssystem, starke Sozialversicherungen, ausgebaute Infrastruktur.

«Föderalismus und direkte Demokratie scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen», sagt Christian Frey. In einer Studie untersuchten die Ökonomen, wie sich die Veränderung der benötigten Unterschriftenzahl für Volksinitiativen in den Kantonen seit 1945 auf die Einkommensverteilung auswirkte. Sie stellen fest, dass mit einem besseren Zugang zur Initiative die Bürger an Macht gewinnen, auch weil die Parlamente strategisch auf die Bedrohung durch Initiativen reagieren und die Politik anpassen. Davon werden die Spitzeneinkommen negativ betroffen, während die Mittelschicht profitiert.

* Dieses Interview erschien am 27. Januar 2019 in der SonntagsZeitung.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 28.01.2019, 19:20 Uhr

Erforscher der Ungleichheit

Der 1953 in Belgrad geborene Branko Milanovic war Chefökonom der Weltbank und lehrt heute an der New Yorker City-Universität und am Luxembourg Income Study Center. 2016 erschien sein Buch «Die ungleiche Welt – Migration, das eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht». Mitte Jahr erscheint sein neuestes Buch: «Kapitalismus, allein – Die Zukunft des Systems, das die Welt regiert».

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