Warum kleine Kinder auf der Piste sterben

Nur beim Baden gibt es mehr tödliche Unfälle von Kindern unter zehn Jahren als beim Skifahren.

Seit dem Jahr 2000 gab es sieben tödliche Unfälle von Kindern unter zehn Jahren auf der Piste. (Archivbild)

Seit dem Jahr 2000 gab es sieben tödliche Unfälle von Kindern unter zehn Jahren auf der Piste. (Archivbild) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Unfall endete tragisch: Am 27. Dezember kollidierte ein junger Mann im Skigebiet Lenk BE mit einem knapp fünfjährigen Mädchen. Die kleine Skifahrerin starb einen Tag später im Spital. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, und die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet.

Solch gravierende Unfälle sind in der Schweiz jedoch selten. Seit dem Jahr 2000 gab es nur gerade sieben tödliche Unfälle von Kindern unter zehn Jahren. Das zeigen Erhebungen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU).

In den letzten 18 Jahren ereignete sich nur gerade ein vergleichbarer Fall, bei dem ein sechsjähriges Mädchen starb, nachdem es zu einer Kollision mit einem 16-jährigen Skifahrer gekommen war.

Die übrigen Todesfälle von Kindern unter zehn Jahren hatten andere Ursachen: ein neunjähriges Mädchen starb, weil es über den Pistenrand geriet und auf den Kopf stürzte; ein Siebenjähriger starb, weil er mit einem Pistenfahrzeug zusammenprallte; ein Fünfjähriger starb, weil sich der Skiliftbügel zwischen Helm und Skibrille verfangen hatte und er mitgeschleift wurde; ein Sechsjähriger starb ­wegen einer Lawine, die ihn auf der Piste verschüttete; und ein ­Siebenjähriger starb, weil er einen Abhang hinunterstürzte.

Auch wenn sieben Todesfälle nach wenig klingen – über alle Sportarten hinweg gibt es nur gerade beim Baden und Schwimmen mehr tote Kinder unter zehn Jahren. Trotzdem lasse sich aufgrund der Zahlen nichts über die Gefährlichkeit des Skisports sagen, wie BfU-Sprecher Marc Kipfer festhält. «Dazu müsste man wissen, wie viele Menschen wie oft und wie lange Ski fahren. Und diese Informationen haben wir nicht.»

Stabil blieb seit 2000 auch die Zahl der Kinder unter zehn Jahren, die nach einer Verletzung auf die Pistenrettung angewiesen waren. Ihr Anteil beträgt konstant zwischen fünf und acht Prozent.

Insgesamt gibt es in der Schweiz jedes Jahr um die 60 000 Unfälle auf Skipisten. Bei der Mehrheit handelt es sich um Selbstunfälle. Nicht selten kommt es vor, dass die Skifahrer mit langsamer Geschwindigkeit oder aus dem Stand umkippen. Besonders oft verletzten sich die Skifahrer zudem an den Knien.

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 13.01.2019, 07:10 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

SonntagsZeit. Im Digital-Abo.

Die SonntagsZeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 10.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Die Welt in Bildern

Tischlein deck dich: Ultra-orthodoxe Juden der Nadvorna-Dynastie begehen in Bnei Brak, Israel, das Neujahrsfest der Bäume. (21. Januar 2019)
(Bild: Oded Balilty/AP) Mehr...