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Verjährung von GutscheinenGericht spricht Konsumenten eine längere Frist für Gutscheine zu

Ein Solothurner Gerichtsurteil bringt Bewegung in eine alte Streitfrage: Geschenkgutscheine sollen nicht schon nach wenigen Jahren verfallen.

Ein Kunde verklagte einen Anbieter von Ballonfahrten, weil sein Geschenkgutschein nach zwei Jahren verfiel. Das Gericht gab dem Kunden recht.
Ein Kunde verklagte einen Anbieter von Ballonfahrten, weil sein Geschenkgutschein nach zwei Jahren verfiel. Das Gericht gab dem Kunden recht.
Foto: Gordon King (Keystone)

Darüber haben sich schon viele geärgert: An Weihnachten oder aus anderem Anlass verschenkte Gutscheine bleiben zu lange in einer Schublade liegen. Wenn der Besitzer sie einlösen will, lehnt das Geschäft den Gutschein ab und verweist auf das Verfalldatum. Manchmal verfällt das Guthaben schon nach einem Jahr, oft nach zwei Jahren. Wer zu spät kommt, kann nur noch auf ein grosszügiges Entgegenkommen hoffen. In Konsumentenforen sind solche Probleme ein Dauerbrenner.

Nun hat ein Solothurner Gericht entschieden, dass die gesetzlich vorgegebenen Fristen zwingend gelten. Mit anderen Worten: Ein Anbieter darf für einen Geschenkgutschein nicht eine beliebige Frist festlegen, sondern muss sich ans Obligationenrecht halten. Und dieses ist aus Konsumentensicht vergleichsweise grosszügig: Bei Forderungen aus Geschäften des täglichen Lebens wie zum Beispiel bei Büchergutscheinen sieht es eine Verjährungsfrist von fünf Jahren vor. Dabei geht es meist um kleinere Beträge. Und bei anderen Waren oder Dienstleistungen wie zum Beispiel einem Kochkurs verjähren Gutscheine sogar erst nach zehn Jahren. Nach Einschätzung von zwei Fachleuten hat mit dem Solothurner Urteil erstmals ein Gericht in der Schweiz direkt zu Geschenkgutscheinen Stellung bezogen.

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