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Wettkampf an OsternSo gewinnen Sie das Eiertütschen

Wir räumen ein für alle Mal auf im Eierkarton: Diese sieben Tipps verhelfen Ihnen zum Sieg.

Welche Schale gibt nach? Eier zu tütschen, ist eine beliebte Ostertradition in der Schweiz.
Welche Schale gibt nach? Eier zu tütschen, ist eine beliebte Ostertradition in der Schweiz.
Foto: Tomas Wüthrich

Tütschen, gecksen, pecken: Je nach Region – auch in Österreich, Bayern und gar in Russland schlägt man zu Ostern Eier aufeinander – heisst der Wettkampf anders. Gemeint ist immer das Gleiche: Beim Eiertütschen geht es darum, wessen Ei zuerst an beiden Enden zu Bruch geht. Oder aus der Perspektive der Siegerin oder des Siegers: Die Person mit dem Ei, das am Schluss keine Risse aufweist, hat gewonnen.

Im Jahr 2020 (und das ist nur einer von weiteren Small-Talk-Tipps, die Sie während des Tütschens anbringen können, Ablenkung ist schliesslich auch eine Strategie) wurden laut dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) so viele Eier produziert und verbraucht wie noch nie.

Schweizer Hennen legten über eine Milliarde Eier. Gefragt waren besonders Schaleneier für den Privathaushalt, auch fürs Eiertütschen an Ostern. Vorneweg: Langes Kochen von Eiern oder schnelles Aufschlagen bringen nichts im Kampf um das stärkere Ei. Hier sind die besten Tipps, wie Ihr Ei im Clash mit anderen ganz bleibt.

Die Vorbereitung

Ei, Ei. Welches ist das stärkste im Land?
Ei, Ei. Welches ist das stärkste im Land?
Foto: Marc Dahinden

Sollten Sie die Wahl zwischen verschieden grossen Eiern haben: Schnappen Sie sich unbedingt das kleinere! Es ist stärker.

Das hat damit zu tun, dass es wahrscheinlich von einem jüngeren Huhn stammt, das mehr Kalzium aufnehmen kann als ein altes Huhn. Die Schalenqualität nimmt laut Fachexperten mit zunehmendem Alter ab – das heisst, ab ungefähr zehn Legemonaten. Die Hühnerrasse spielt keine Rolle, auch ein Zwerghuhn kann ein Sieg-Ei legen.

Small-Talk-Tipp: Die Schalenbildung bei Hühnereiern dauert ungefähr 20 Stunden. Die Eischalen bestehen zur Hauptsache aus Kalk (Kalziumkarbonat). Wer eigene Hühner besitzt, kann dem Futter gemahlene Muschelschalen beifügen – und so die Chancen für einen Sieg im Eiertütschen minim erhöhen.

Haltung wahren, Teil 1

Die Spitze ist stärker, aber nur eine kann gewinnen.
Die Spitze ist stärker, aber nur eine kann gewinnen.
Foto: Sibylle Meier

Natürlich, gemeinhin gilt die Regel: Spitz gegen Spitz, Gupf gegen Gupf (oder «Füdli gegen Füdli»). Achten Sie darauf, dass Sie die «Spitz-Runde» gewinnen, und schummeln Sie dann eventuell bei der zweiten Runde: Die Spitze eines Eis ist immer stärker, weil sich im Innern des stumpfen Endes eine Luftkammer befindet.

Small-Talk-Tipp: Alte Eier erkennt man daran, dass sie im Wasser schwimmen. Die stumpfe Spitze ragt sogar heraus, weil dort die Luftkammer mit der Zeit grösser wird.

Haltung wahren, Teil 2

Logisch und einfach zu handhaben: Wenn man das Ei (Sie erinnern sich: Es sollte ja klein sein!) mit der Hand umschliesst, wird die Schale stabilisiert. Und das erhöht die Chance auf einen Sieg.

Small-Talk-Tipp: Der offizielle Eierverbrauch pro Person stieg 2020 um 5 Stück auf 189 Eier. Das ist der höchste Wert seit 1999. Allerdings lag er vor dreissig Jahren bei 202 Eiern.

Schlagkraft

Social Distancing auch beim Zuschlagen: Letztes Jahr bei einer Familie im Bernbiet.
Social Distancing auch beim Zuschlagen: Letztes Jahr bei einer Familie im Bernbiet.
Foto: Adrian Moser

Egal, wie fest Sie zuschlagen, auf den Winkel kommt es an: Verschiedene physikalische Erklärungen weisen darauf hin, dass ein Schlag gewinnbringender ist, wenn man seine eigene Spitze ein wenig seitlich aufschlagen lässt – so können sich die Kräfte des gegnerischen Eis nicht so gut verteilen. Sollte dieses zuerst auf Ihr eigenes einschlagen, drehen Sie das Ei blitzschnell, sodass wirklich die Spitze getroffen wird.

Small-Talk-Tipp: Ob ein Huhn weisse oder braune Eier legt, hängt von seiner Rasse ab, nicht vom Futter, das es frisst. Grundsätzlich legen Hühner mit weissen Ohrläppchen weisse und Hühner mit roten Ohrläppchen braune Eier.

Über das Loslassen

Eine Variante zu Nummer 4, jedoch kaum bekannt und aus eigener Erfahrung wirkungsvoll: den Griff ums Ei im Moment des Aufschlags lockern.

Small-Talk-Tipp: Das vielleicht berühmteste Lied der Beatles, «Yesterday», soll unter dem Titel «Scrambled Eggs» entstanden sein. Das war Paul McCartneys Arbeitstitel für den Hit, als er in einem Pariser Hotel herumhühnerte, äh, probeklimperte.

Schummeln

Sie verlieren trotz all den guten Tipps immer noch? Dann bleibt wohl nur Mogeln. Präparieren Sie das Ei der Gegnerin so, dass es einen kaum sichtbaren Riss aufweist. Oder nehmen Sie selbst ein Holzei, malen es an und brauchen dann nur noch dieses.

Small-Talk-Tipp: Ist es wirklich erstrebenswert, beim Eiertütschen gewinnen zu wollen? Geht nicht vielmehr die Person mit dem kaputten Ei als Siegerin hervor – sie kann gleich loslegen, vorausgesetzt, Aromat und Mayonnaise stehen bereit?

Apropos: Sind auch Sie süchtig nach Mayonnaise?

Ente gut, alles gut

Blaue Ente: Diese Eier sind nur ein wenig grösser als jene von Hühnern. Aber stärker.
Blaue Ente: Diese Eier sind nur ein wenig grösser als jene von Hühnern. Aber stärker.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Es ist nur ein wenig gemogelt, wenn Sie ein Entenei zur Hand nehmen. Die sind stärker. Und grösser. Doch wer merkt das schon, wenn Sie nebenher ein wenig herumeiern, zum Beispiel mit dem Small-Talk-Tipp, jetzt, da alle Eier kaputt sind: Legefrische gekochte Eier sind schlechter schälbar. Was mit dem Säurewert des Eiklars zusammenhängt.