Zum Hauptinhalt springen

Porträt Kamala HarrisEine Frau schreibt Geschichte

Kamala Harris wird Vizepräsidentin. Sie ist die erste Frau und die erste Vertreterin von ethnischen Minderheiten in diesem Amt.

«Eines Tages werden unsere Kinder und Enkel uns in die Augen schauen»: Kamala Harris bei einem Wahlkampfauftritt in Philadelphia im US-Bundestaat Pennsylvania.
«Eines Tages werden unsere Kinder und Enkel uns in die Augen schauen»: Kamala Harris bei einem Wahlkampfauftritt in Philadelphia im US-Bundestaat Pennsylvania.
Foto: Jonathan Ernst (Reuters)

Während die Auszählung lief, begleitet von viel Getöse, gab Kamala Harris die mahnende, seriöse Stimme aus dem Hintergrund. «Jede einzelne Stimme muss gezählt werden», twitterte sie am Mittwoch. Zuvor, bevor die Wahllokale schlossen, hatte sie immer wieder an all jene appelliert, die noch immer irgendwo zur Stimmabgabe angestanden waren: «Bleibt in der Schlange. Und wenn ihr bei der Stimmabgabe auf Probleme stosst, wählt unsere Wählerschutz-Hotline.»

Die noch Zögernden, die Müden, die Mutlosen mobilisieren: Auf diese Rolle hatte sich die Vizekandidatin der Demokraten auf den letzten Metern konzentriert. Dabei changierte sie zwischen fein dosiertem Pathos («Eines Tages werden unsere Kinder und Enkel uns in die Augen schauen und fragen, was wir in diesem Moment getan haben») – und konkreten Handlungsanweisungen: Jeder Anwesende möge jetzt bitte noch zwei weitere Wahlberechtigte davon überzeugen, auch wirklich an die Urne zu gehen, sagte sie bei einem ihrer letzten Kampagnenauftritte in einer Kirche in Detroit. Und erinnerte bei der Gelegenheit daran, mit wie wenigen Stimmen Vorsprung vier Jahre zuvor Donald Trump den Bundesstaat Michigan für sich gewonnen hatte. 11’000 waren es.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.