Sicherheitsmängel bei Flixbus aufgedeckt

Zwei Schweizer Journalistinnen haben Flixbus getestet. Ihr Fazit: Der Fernbusbetreiber fällt in vielen Bereichen durch.

Unter die Lupe genommen: Die Testperson von SRF ist von Flixbus nicht gerade überzeugt. (4. Oktober 2016)

Unter die Lupe genommen: Die Testperson von SRF ist von Flixbus nicht gerade überzeugt. (4. Oktober 2016)

(Bild: Screenshot srf.ch)

Eine Moderatorin von Radio Virus sowie eine Reporterin der SRF-Konsumsendung «Kassensturz» fuhren für einen Reisevergleich dreimal von Zürich in die lombardische Metropole Mailand. Gebucht hat das Duo jweils die billigsten Billette bei Flixbus, einer Mitfahrzentrale und der SBB. Bei allen drei Anbietern dauert die Reise gemäss Fahrplan gut vier Stunden. Der Trip mit Flixbus ist mit 21 Franken der billigste.

Allerdings habe der Flixbus bei der Ankunft in Mailand gut drei Stunden Verspätung gehabt, monierten die Journalistinnen. Der Grund dafür seien nicht nur Staus gewesen, sondern auch andere unvorhergesehene Unterbrechungen. So habe der Chauffeur einen Zwischenstopp wegen einer Pinkelpause einlegen müssen. Das WC im Bus sei abgeschlossen und damit für die Fahrgäste nicht benutzbar gewesen. Überdies seien auch die versprochenen Snacks bereits ausgegangen gewesen. Und während der Fahrt seien Sicherheitsmängel festgestellt worden; niemand sei angegurtet gewesen, Koffer seien ungesichert in den Gängen gelegen.

Chauffeur telefonierte während der Fahrt

In der TV-Sendung am Dienstagabend wurde auch ein Beitrag von «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer zu diesem Thema gezeigt. Der Schweizer Journalist reiste nach München, um sich mit Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein für ein Interview zu treffen. Auch Schmezer dokumentierte Sicherheitslücken. «Auf der Fahrt nach München telefonierte der Buschauffeur mehrmals minutenlang und sechs Mal mit dem Handy», hielt Schmezer unter anderen Mängeln fest.

Schwämmlein zeigte sich überrascht über das Verhalten des besagten Car-Chauffeurs. «Für uns ist die Sicherheit der Fahrgäste extrem wichtig. Der Bus ist ein sehr sicheres Verkehrsmittel. Das ist entgegen allem, was wir den Fahrern vermitteln. Jeder Fahrer wird zwei Tage geschult, bevor er Flixbus fährt. Dass Handybedienung am Steuer nicht erlaubt ist, wird sicher zehn Mal gesagt», versicherte der Geschäftsführer. Das sei nicht entschuldbar und schockierend, fügte Schwämmlein hinzu. Die Fahrer sind indessen nicht Angestellte von Flixbus und stammen von 250 einzelnen Carunternehmen.

fal

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