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Heldin der Woche: Ntando CeleShakespeare im Nachtclub

Ntando Cele verhandelt ernste Themen mit einer grossen Portion Humor. Die Schauspielerin, Performerin und Sängerin zeigt im Schlachthaus-Theater ein neues Stück.

Ntando Cele konfrontiert sich und das Publikum mit Klischees.
Ntando Cele konfrontiert sich und das Publikum mit Klischees.
Foto: Janosch Abel
  • Funktion: Spielerische Kritikerin
  • Heldentaten: Humorvolles und unterhaltsames Verhandeln ernster Themen
  • Empfohlen für: Theaterabend mit Groove und Nachhall

Überraschende Verbindungen zwischen einem berühmten Shakespeare-Stück und Go-go-Tanz zieht Ntando Cele in ihrer neuen Produktion: Mit «Go Go Othello» lädt sie dazu ein, über Vorurteile, Rassismus und die sogenannte europäische Kultur nachzudenken – und zu schmunzeln. Denn der Humor kommt bei Ntando Cele nie zu kurz.

Die in Südafrika geborene und in Bern wohnhafte Künstlerin realisiert mit ihrer Manaka Empowerment Prod. in Europa und in Afrika Bühnenprojekte, in denen sie Grenzen verwischt. Ihre immer unterhaltsamen und leicht absurden Shows sind irgendwo zwischen Stand-up-Comedy, Videoinstallation, Musikperformance und höchst körperlichem Theater angesiedelt.

«Es wäre gesellschaftlich viel akzeptabler für jemanden wie mich, auf der Bühne eines Nachtclubs zu stehen.»

Ntando Cele, Performerin

Ntando Celes Grundinteresse gilt dabei Themen, die gerade wieder im Kontext der «Black Lives Matter»-Bewegung intensiv diskutiert werden: «Seit ich nach Europa gezogen bin, habe ich Arbeiten kreiert, die die Menschlichkeit von Marginalisierten ausdrücken, zu denen auch ich gehöre.» Dafür schminkt sie sich schon mal ganz weiss, als Kontrast zu all den weissen Schauspielern, die für verschiedene Inszenierungen von «Othello» mit seinem schwarzen Protagonisten dunkel gefärbt werden.

Und damit zurück zu Shakespeare: «Als schwarze Theatermacherin in der Schweiz kann ich nicht Othello spielen – es wäre gesellschaftlich viel akzeptabler für jemanden wie mich, auf der Bühne eines Nachtclubs zu stehen», sagt Ntando Cele. So konfrontiert sie in «Go Go Othello» die Zuschauerinnen und Zuschauer auch mit eigenen Klischees und Rollenbildern. Dieser Prozess kann schmerzhaft sein – aber Ntando Cele versteht es, ihn auf spielerische Weise anzustossen.

Schlachthaus-Theater Bern, Premiere: Donnerstag, 10.9. Diese und weitere Vorstellungen von «Go Go Othello» sind ausverkauft, Ausnahme (Stand Redaktionsschluss): 18.9. Im Les Amis gibt es künstlerisch-musikalische Supplements – zum Programm: www.schlachthaus.ch.