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Nachruf auf Ernesto HausammannSein Kindertheater hatte Anspruch

Ernesto Hausammanns Kunst fesselte Kinder ebenso wie Erwachsene. Der Berner Theaterpädagoge, Schauspieler und Regisseur ist mit 71 Jahren gestorben.

Ernesto Hausammann (mit Susanna Cerny) im Jahr 2010.
Ernesto Hausammann (mit Susanna Cerny) im Jahr 2010.
Foto: zvg


Wenn Ernesto Hausammann zum Märchenonkel wurde und von Aschenputtel, Schneewittchen oder dem bösen Wolf und den sieben Geisslein erzählte, dann wurde es ganz still im Theatersaal. Am liebsten tat er es für Kinder – und doch beherrschte der Berner Theaterpädagoge, Schauspieler und Regisseur die Kunst, ein erwachsenes Publikum genauso zu fesseln mit seinen Stücken.

Das war auch sein eigener Anspruch für seine kleine Bühne im Berner Weissenbühlquartier: das Theater Szene. Bei seinen Inszenierungen gehe es nicht einfach um Spielereien nach dem Motto «Seid ihr alle da?», liess er sich 2003 im «Bund» zitieren. Selbst wenn «Pippi im Taka-Tuka-Land» auf dem Programm stand – die erwachsenen Begleiter sollten ebenso auf ihre Rechnung kommen.

Ernesto Hausammann arbeitete als Regieassistent am Berner Stadttheater, bevor er 1973 mit 24 damit begann, eigene Inszenierungen auf die Bühne zu bringen. Entstanden ist das Theater Szene ursprünglich aus Theaterkursen, die Hausammann auch Jahre später noch gab – zu ihm in den Kurs kam etwa auch Christoph Marti von der Kabarettgruppe Geschwister Pfister. Heute wird das Theater Szene von den Schauspielerinnen Mägie Kaspar und Miriam Jenni geleitet.

Neben seiner Arbeit auf und hinter der Bühne war Ernesto Hausammann auch als Kunstmaler tätig. Am 7. August ist er nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.