Schweizer kaufen weniger ennet der Grenze ein

Beim Einkaufstourismus ist offenbar eine Trendwende im Gang. Ein Handelsexperte erklärt die Gründe.

Andrang nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses: Autokolonnen vor der Grenze Richtung Deutschland. (17. Januar 2015)

Andrang nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses: Autokolonnen vor der Grenze Richtung Deutschland. (17. Januar 2015)

(Bild: Keystone)

Tiefere Preise lockten die Schweizer in Scharen nach Deutschland. Vor dem Grenzübergängen stauten sich die Autos mit Schweizer Kennzeichen. Ein immer selteneres Bild. Denn laut der «Handelszeitung» ist eine Trendwende im Gang.

Der Einkaufstourismus geht demnach zurück. «Die Daten von 2015 sind nicht mehr zu erreichen, der Höhepunkt bezüglich der Schweizer Einkaufsvolumina bei uns ist erreicht», sagt Bertram Paganini, Handelsexperte bei der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee in Konstanz.

10 Prozent weniger Steuereinnahmen

Fünf von sieben Zollkreisen haben im ersten Quartal 2016 weniger Mehrwertsteuer verzollt. So sind beispielsweise die Steuereinnahmen beim Autobahnzoll nach Kreuzlingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10 Prozent gesunken.

Der Zahlungsverarbeiters SIX Group bestätigt die Trendwende. Im ersten Halbjahr 2016 sind die Maestro-Karten-Umsätze in Konstanz rückläufig – erstmals seit 2012.

In Preise investiert

Was ist der Grund dafür? Paganini glaubt an eine Sättigung bei den Schweizern. Auch machten sich Preisabschläge hierzulande bemerkbar. «Discounter wie Aldi und Lidl spielen eine grössere Rolle, Migros und Coop haben stark in Preise investiert», sagt Paganini zur «Handelszeitung». Ein weiterer Grund könnte die Parkplatzknappheit in Konstanz sein.

woz

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