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Schlüsselrolle für die FDP

Der Rechtsrutsch wird die Politik nur mässig verändern. Wichtige Probleme müssen die Parteien ohne die Wahlsiegerin SVP lösen. Dieser steht dennoch ein zweiter Bundesratssitz zu.

«Bund»-Chefredaktor Patrick Feuz.
«Bund»-Chefredaktor Patrick Feuz.
Adrian Moser

Die Sitzgewinne von SVP und FDP stellen das Land nicht auf den Kopf. Jene, die mit hysterischem Schreck auf den Rechtsrutsch bei den Parlamentswahlen reagieren, liegen ebenso falsch wie jene, die jetzt euphorisiert die rechtsbürgerliche Revolution in Griffnähe wähnen. In mehreren für das Land zentralen Fragen sind sich SVP und FDP nicht einig. In der Schweizer Politik bestimmen nicht starre Blöcke, wo es langgeht. Stattdessen sorgen im Parlament wechselnde Mehrheiten dafür, dass nicht immer dieselben gewinnen oder verlieren. Der SVP-Sieg, so spektakulär er ist, ist ein europäisches Phänomen: das Echo auf die Flüchtlingskrise, die auch in anderen Ländern politische Reaktionen auslöst. Das Spezielle an diesen Wahlen sind die FDP-Gewinne – sie sind ein Ereignis, weil die Partei wieder zulegt, nachdem sie während über 30 Jahren Wähler verloren hat. In der Ungewissheit darüber, wie lange es wirtschaftlich noch gut läuft, scharen sich wieder mehr Bürgerliche um die traditionsreiche Wirtschaftspartei. Die Attraktivität der kleinen Mitte-Parteien ist verflogen; sie haben es verpasst, sich auf nationaler Ebene unter einem gemeinsamen Dach ein klares Profil zu geben.

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