Zum Hauptinhalt springen

Zu Hause bei den Sans Papiers

Heute wurde in Bern für die Rechte von Sans Papiers demonstriert. Das kurdische Paar, von dem diese Geschichte handelt, blieb mit seinem Sohn zu Hause. Die Angst, entdeckt zu werden, ist zu gross.

Demo für die Sans-Papiers – doch viele von ihnen wagten sich nicht, teilzunehmen.
Demo für die Sans-Papiers – doch viele von ihnen wagten sich nicht, teilzunehmen.
Keystone (Archiv)

Sie sitzen in ihrem Wohnzimmer, in einem grösseren Ort unweit von Bern. Es ist so sauber, wie ein Wohnzimmer sauber sein kann. Die Frau hat extra Kuchen gebacken und reicht starken türkischen Kaffee. Der Mann sitzt auf dem Sofa. Es gibt keine Bilder und nur wenige Möbel. «Wir sind nur zu Besuch hier», sagt die Frau in einem Anflug von Ironie. Sie sagt das, weil an der Haustüre nicht ihr Name steht, sondern jener der Schweizerin, die ihnen die Wohnung organisiert hat. Aber die Kurdin und ihr Mann und der gemeinsame Sohn sind nicht zu Besuch. Nicht in dieser Wohnung und nicht in diesem Land. Sie leben seit bald zehn Jahren in der Schweiz. Sie sprechen gut deutsch. Und sie werden hier bleiben, weil sie sicher sind, dass sie in der Türkei ins Gefängnis gesteckt würden – im besten Fall. Aber seit ihr Asylgesuch abgewiesen wurde, halten sie sich illegal hier auf, in der ständigen Angst, entdeckt zu werden. Und deshalb können ihre Gesichter nicht gezeigt, sondern nur beschrieben werden.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.