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Wolf darf geschossen werden

Die Walliser Regierung hat den wildernden Wolf im Gebiet Montana-Varneralp zum Abschuss freigegeben.

Macht auch vor Rindern nicht Halt: Wolf auf freier Wildbahn.
Macht auch vor Rindern nicht Halt: Wolf auf freier Wildbahn.

Die Walliser Regierung hat den wildernden Wolf im Gebiet Montana-Varneralp VS zum Abschuss freigegeben. Mindestens ein Wolf ist in den letzten Wochen auf Beutezug im Wallis gegangen und hat Schafe sowie zwei Rinder gerissen. Der WWF kritisiert den Entscheid.

Mehrere Schafe waren Ende Juni auf der Alpe Scex und anfangs Juli auf der Varneralp getötet worden. Zudem wurden auf der Alpe Scex zwei tote und ein verletztes Rind aufgefunden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Verletzungen von einem Wolf stammten, heisst es in einem Communiqué der Regierung vom Dienstag. «Wolfsangriffe auf Rinder stellen in der Schweiz jedoch ein Novum dar.»

Man kann die Rinder nicht schützen

An einer Sitzung vom 29. Juli zwischen Bund und Kanton sei festgestellt worden, dass es keine angemessenen Massnahmen gebe, um Rinder vor Wolfsangriffen zu schützen, heisst es weiter. Aufgrund dieser Erkenntnis kamen die Verantwortlichen des Kantons und des Bundes zum Schluss, «dass eine Abschussbewilligung zur Verhinderung weiteren Schadens in Betracht gezogen werden kann».

Der zuständige Walliser Regierungsrat Jacques Melly ordnete darauf hin den Abschuss des Wolfes an. Zurzeit ist die Abschussbewilligung auf das Gebiet der Wolfsangriffe beschränkt. Bei Bedarf kann der Perimeter jedoch ausgedehnt werden. Die Abschussanordnung wird im nächsten Amtsblatt publiziert. Die Bewilligung gilt für 60 Tage.

WWF kritisiert Entscheid

Der WWF kritisiert den Entscheid der Walliser Regierung und bezeichnet ihn als übereilt. Denn noch lägen die Resultate der DNA- Analyse nicht vor, schreibt dieser in seiner Mitteilung. Damit sei nicht geklärt, ob tatsächlich ein Wolf die Rinder auf der Alpe Scex gerissen habe.

«Das Wallis sollte sich besser um einen ausreichenden Herdenschutz kümmern», sagte Kurt Eichenberger vom WWF. Ob der WWF Rekurs gegen den regierungsrätlichen Entscheid einlegen wird, ist noch offen. Man wolle zuerst die Details analysieren und abklären, ob das Konzept Wolf respektiert wurde, heisst es weiter.

Seit rund zehn Jahren wurde im Wallis praktisch jedes Jahr mindestens ein Wolf zum Abschuss freigeben. 1999 war ein Wolf bei Schneeräumungsarbeiten überfahren und getötet worden.

SDA

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