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Wir werden euch holen!

Das neue Bundesratsfoto ist da. Es ist so düster, dass man in Brüssel zu schlottern beginnt – und nicht nur dort.

Bundesratsfoto 2019: «Perspektivenwechsel» heisst das diesjährige Bild, sieben Mediamatik-Lernende aus dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation haben es erdacht und inszeniert.
Bundesratsfoto 2019: «Perspektivenwechsel» heisst das diesjährige Bild, sieben Mediamatik-Lernende aus dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation haben es erdacht und inszeniert.
admin.ch
Bundesratsfoto 2018: Das «kunstvolle» Bundesratsfoto: Die sieben Bundesratsmitglieder und der Bundeskanzler stehen vor einem Bild mit Schweizer Sujets.
Bundesratsfoto 2018: Das «kunstvolle» Bundesratsfoto: Die sieben Bundesratsmitglieder und der Bundeskanzler stehen vor einem Bild mit Schweizer Sujets.
Stéphane Schmutz, Michel Cotting
Das erste offizielle Bundesratsfoto überhaupt von 1993: Francois Couchepin, Kaspar Villiger, Arnold Koller, Otto Stich, Adolf Ogi, Jean-Pascal Delamuraz, Flavio Cotti, Ruth Dreifuss.
Das erste offizielle Bundesratsfoto überhaupt von 1993: Francois Couchepin, Kaspar Villiger, Arnold Koller, Otto Stich, Adolf Ogi, Jean-Pascal Delamuraz, Flavio Cotti, Ruth Dreifuss.
Karl-Heinz Hug, Keystone
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Man weiss gar nicht, wo anfangen. Selbst für das Genre des Bundesratsfotos, das uns in den vergangenen Jahren so viele vergnügliche Stunden geschenkt hat (man denke nur an die fröhliche Beerdigung, die rote Hochzeit im Mittelland oder die Gangster-Parade aus Merenschwand) ist das ein ziemlich starkes Stück. «Perspektivenwechsel» heisst das diesjährige Bild, sieben Mediamatik-Lernende aus dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation haben es erdacht, inszeniert, mit einem Smartphone fotografiert und einen Instant Classic erschaffen. Ein Bild, auf das man einmal, zweimal, dreimal schauen will. Ein Bild, von dem man den Blick kaum mehr abwenden kann. Ein Bild, das grosse Fragen an uns alle stellt.

  • Werden wir den fies grinsenden Ueli Maurer je wieder vergessen können?
  • Wenn Maurer am Fotografieren sein soll: Warum schaut er dann uns an? Und warum so durchdringend? Was haben wir bloss falsch gemacht?
  • Wo bleachen Alain Berset, Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter ihre Zähne? Im gleichen Studio? Und ist Bundeskanzler Walter Thurnherr dort auch Kunde? Warum zeigt er es dann nicht?
  • Wer wählt die Krawatten von Guy Parmelin aus?
  • Ernsthaft: wer?
  • Warum schwebt über dem Kopf des so bekrawatteten Parmelin ein Kreuz wie es der Papst nicht grösser hätte zeichnen können?
  • Warum sind die Skis auch gekreuzt? Und wahrscheinlich auch die Fonduegabeln im Caquelon? Was haben die Lernenden mit all diesen Kreuzen?
  • Warum fehlt auf dem Hintergrund-Bild eine echte Schweizer Schokolade? Und ein Goldbarren? Wenn man schon auf den Schweizer Klischee-Slam zielt, darf man nicht kurz vor dem Ende aufgeben!
  • Wenn das Bild «Perspektivenwechsel» heisst - warum sehen wir dann trotzdem den Bundesrat und nicht die dunklen Köpfe im Vordergrund? He? Logik und so?
  • Warum sind diese Köpfe im Vordergrund so verdammt dunkel? Wer sind diese Leute? Sind das wir? Sollen wir Angst bekommen? Oder werden wir - Men in Black mässig - geblitztdingst? Was sollen wir vergessen? Was diese Leute in den schlechten Anzügen alles schon gemacht haben? Oder eben nicht? Ist das vielleicht die subtile Anerkennung der Regierung, dass im vergangenen Jahr vielleicht doch nicht alles so wunderbar gelaufen ist? Und würde es nicht mehr Sinn machen, wenn uns die Regierung erst im nächsten Frühling blitzdingsen würde? Wenn wir und sie und die in Brüssel merken, dass das Geheu mit diesem Rahmenabkommen niemanden wirklich glücklich macht? So viele Fragen!
  • Zum Beispiel auch diese: Warum hat die Person ganz links im Vordergrund eine Tolle wie Donald Trump?
  • Hatten Walter Thurnherr und Viola Amherd vor dem Shooting eine kleine Garderoben-Absprache? Warum sehen die beiden so viel ungefährlicher aus als die sechs anderen?
  • Was ist das für ein Knopf unterhalb der Krawatte von Alain Berset?
  • Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen gehen, sagt Laotse (fragen Sie mal Ihr lokales KMU). Stimmt das nach diesem epischen Bild noch? Müsste es heute nicht eher heissen: Wer Menschen führen will, sollte sie zuerst einmal fotografieren? (frei nach Ueli Maurer)
  • Und die grösste aller Fragen zum Schluss: Ist dieses Bundesratsfoto noch zu toppen?

Eine Antwort auf die letzte Frage gibt es in exakt einem Jahr. Alle anderen Fragen dürften sich die Berner Investigativreporter für das kommende Jahr in den Notizblock schreiben. Und falls sie daheim eine Krawatte übrig haben (Design und Form egal): Guy Parmelin ist neu im Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, Bundeshaus Ost, 3003 Bern, zu erreichen. Spenden werden mit einem handsignierten Bundesratsfoto verdankt.

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