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Wie Peter Spuhler seine Haut retten könnte

Nationalrat Peter Spuhler steht wegen seines Engagements bei der UBS in der Kritik. Thomas Minder, Urheber der «Abzocker»-Initiative, gibt ihm Tipps.

Im April 2005 war die Welt für Peter Spuhler in Ordnung. Der SVP-Nationalrat trug noch einen Schnauz, und im Schweizer Fernsehen konnte er sich locker den Anschein von Selbstreflexion geben: «Ein Verwaltungsratsmandat bei der UBS – das ist politisch nicht einfach», sagte er in einer «Arena»-Sendung zum Thema Managerlöhne. «Ich bin es mir als Unternehmer aber gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Das würde auch den Gewerkschaften gut anstehen.»

Ein Jahr lang sass der Patron des Waggonbauers Stadler-Rail im thurgauischen Bussnang zu diesem Zeitpunkt im UBS-Aufsichtsrat. Als Mitglied des Vergütungsausschusses hatte er dem damaligen Verwaltungsratsvorsitzenden Marcel Ospel soeben ein Jahressalär von 21 Millionen Franken zugesprochen. «Ein sehr hoher Lohn», erklärte Spuhler dem «Arena»-Publikum. Man folge indes den Zwängen des Marktes. «Wenn wir die besten Leute und das beste Management wollen, dann muss man bereit sein, diese Löhne zu bezahlen.»

Ein tiefer Fall

Spuhler hat seinen Sessel im Verwaltungsrat unlängst geräumt. Doch das dicke Ende seines UBS-Engagements kommt für ihn erst jetzt: Nachdem der Staat der grössten Schweizer Bank zu Hilfe eilen musste, distanziert sich die SVP von dem Mann, den sie bislang als ihren Wirtschaftsfachmann im Parlament hat hochleben lassen.

Am Samstag brach Christoph Blocher persönlich den Stab über dem 49-Jährigen: «Spuhler hat ein Problem», erklärte Blocher in einem Interview. «Er war im UBS-Verwaltungsrat, und der hat versagt.»

«Verantwortung bewusst»

Wie Spuhlers «Problem» genau beschaffen sein könnte, wollte Blocher dem TA am Montag nicht erläutern. Für Thomas Minder, Schaffhauser Unternehmer und Urheber der «Abzocker» Volksinitiative, ist der Fall aber klar: «Spuhler war für die verheerende Bonipolitik der UBS verantwortlich. Im Grunde bleibt ihm nur der sofortige Rücktritt aus dem Parlament.»

In einer E-Mail an Spuhler weist Minder dem Unternehmerkollegen gleichwohl einen möglichen Ausweg. «Spuhler soll seine UBS-Bezüge zurückzahlen – oder wenigstens 80 Prozent davon», fordert Minder. In den vier Jahren als Verwaltungsrat dürfte sich der Nationalrat insgesamt rund zwei Millionen aus der UBS-Kasse ausbezahlt haben. Minder meint: «Mit einer solchen Geste des guten Willens könnte Spuhler seine Haut als Politiker retten. Vielleicht leuchtet sein Stern in Bundesbern dadurch sogar heller als je.»

Eine Mail verfasst hat am Montag auch Peter Spuhler. Auf eine Interview-Anfrage des TA hin schickte er diese Stellungnahme: «Ich bin mir der Verantwortung voll bewusst. Ich möchte festhalten, dass sich die SVP und ich stets für die Interessen des Finanzplatzes Schweiz eingesetzt haben.»

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